Fusion der Kultur- und Wissens-Redaktion: ZDF baut rund 70 Stellen ab

Rund 70 stellen will das ZDF  bis 2025 abbauen
Rund 70 stellen will das ZDF bis 2025 abbauen

Das ZDF löst zum 1. April die für 3sat und Arte zuständige Direktion Europäische Satellitenprogramme (ESP) auf. Die redaktionellen und administrativen Aufgaben werden in andere Direktionen des Senders integriert, bislang getrennte Programmbereiche für das ZDF, ZDFneo, ZDFinfo und 3sat in gemeinsamen Redaktionen zusammengeführt. Mit der Fusion werden in den Redaktionen und in der Produktion bis 2025 rund 70 Arbeitsplätze abgebaut.

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Der Umbau sei ein „wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer schlanken Organisation des ZDF“, würde man doch das „Personal und Infrastruktur im ZDF künftig deutlich effizienter“ einsetzen, so Thomas Bellut in einer Mitteilung. Zuvor hat der ZDF-Intendant in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bereits angekündigt, „das ZDF noch effektiver zu machen“ und bis 2020 insgesamt 560 Stellen abzubauen.

Nun hat der öffentlich-rechtliche Sender nähere Details zu den Umbauarbeiten bekannt gegeben. Demnach werden mit der Auflösung der für 3sat und Arte zuständigen Direktion Europäische Satellitenprogramme (ESP) die redaktionellen und administrativen Aufgaben in andere Direktionen des Senders integriert und bislang getrennte Programmbereiche für das ZDF, ZDFneo, ZDFinfo und 3sat in gemeinsamen Redaktionen zusammengeführt. Mit der Fusion werden in den Redaktionen und in der Produktion bis 2025 rund 70 Arbeitsplätze abgebaut. Außerdem entfällt ein Direktorenposten in der ZDF-Geschäftsleitung. Der Umbau soll ausschließlich Strukturen im ZDF betreffen.

„Auch in Zeiten von Personalabbau und Einsparungen wollen wir weiter hervorragende Beiträge für das 3sat-Programm liefern. Dafür setzen wir unser Personal und die Infrastruktur im ZDF künftig deutlich effizienter ein.“, so ZDF-Intendant Thomas Bellut. „Die Integration der Direktion ESP ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer schlanken Organisation des ZDF, der gleichzeitig die Programmbereiche Kultur und Wissen stärkt.“ Alle Kultur- und Wissenschaftssendungen für ZDF und 3sat sollen ab April in der Programmdirektion von zwei Hauptredaktionen (HR) produziert werden:

Die HR Geschichte und Wissenschaft unter der Leitung von Prof. Peter Arens umfasst die Redaktionen „nano“, „Terra X“, „Wissen“, „Zeitgeschichte“, „Naturwissenschaft & Technik“ und „Kirche & Leben“. Die Hauptredaktion Kultur unter der Leitung von Anne Reidt besteht aus den Redaktionen „Kultur Berlin“, „Kultur / Kulturzeit“ und „Musik und Theater“. Die Filmredaktion 3sat ist in die HR Spielfilm integriert. Das für die 3sat-Kabarett-Sendungen tätige Personal wechselt in die HR Show. Die 3sat-Redaktion „Makro“ gehört künftig in der Chefredaktion zur Redaktion Wirtschaft in der Hauptredaktion Wirtschaft, Recht, Service, Soziales und Umwelt (HR WIRSSUM). Die Zuständigkeit für Dokumentationen fällt in den Programmbereich Info, Gesellschaft und Leben.

Darüber hinaus scheidet der bisherige Direktor ESP, Gottfried Langenstein, mit der Auflösung zum 1. April aus dem ZDF aus. Den Vorsitz der 3sat-Geschäftsführung soll Programmdirektor Norbert Himmler übernehmen, bei dem auch die Koordination angebunden ist. Diese soll weiterhin unter der Leitung von Dinesh Chenchanna stehen. Die Koordination Arte unter der Leitung von Wolfgang Bergmann wechselt in die Intendanz.

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Alle Kommentare

  1. Das Z D F schafft sich selbst ab ??? Oder wie ???

    Vielleicht mal den BER als Studiogelände ins Visier nehmen , an der Börse

    wird auch immer antizyklisch investiert !

  2. Könnten GEZ-Kritiker mal die Gehälter auf den verschiedenen Stufen zusammenrechnen und statistisch vorstellen.
    So ähnlich wie die Schokoladen-Creme in Einzelteilen vor ein paar Wochen. Wer produziert wirklich und wer verwaltet nur und gehört durch Computer ersetzt…

    Wenn man auf der unteren Stufe einspart, werden Anteilig die Gehälter der oberen Stufen (da wird ja vermutlich nicht gespart) prozentual ja vermutlich größer…
    Die Linke sollte ein Gesetz durchsetzen: Bei 5% Entlassungen gehört der Manager-Hierarchie-Leiter (und allen Managern auf den Hierarchiestufen dazwischen) ebenso viel an Gehalt und Bonis dauerhaft weggenommen. Er hat ja 5% weniger Personal zu managen was 5% einfacher und/oder 5% wirksamer geht… Siehe VW und die bald vielleicht weggefallenen Motor-Jobs weil man den Elektro-Motor-Auftrag an Bosch gegeben hat…

    Elon Musk und Fußballtrainer sind erfolgreich weil die keine Hierarchie-Leitern haben sondern täglich selber durch die Fabrik laufen und sehen ob alles gut läuft bzw. die Spieler Leistung bringen…
    Hierarchien dienen gerne dazu, das am Ende keiner zur Verantwortung gezogen wird oder man sich und Verwandten und Bekannten Pöstchen und Pensionen verschaffen kann.

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