„Sehr großes Interesse“ an Springer-Immobilien: Steht der Medienkonzern vor 400- bis 800 Mio.-Euro-Deal?

Springer-CEO Mathias Döpfner und ein Entwurf des neuen Büro-Gebäudes
Springer-CEO Mathias Döpfner und ein Entwurf des neuen Büro-Gebäudes

Der Axel Springer-Konzern verschafft sich erhebliche Kapitalmittel, um weiter zu expandieren. Der Berliner Medienriese hat mit dem Verkauf des Axel-Springer-Neubaus und der Axel-Springer-Passage begonnen. An den beiden Immobilien-Filetstücken sollen diverse Investoren reges Interesse zeigen. Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner will den Megadeal möglichst noch dieses Jahr über die Bühne bringen.

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Die Veräußerung des Axel-Springer-Neubaus und der Axel-Springer-Passage mit mehr als 100.000 Quadratmetern nimmt konkrete Formen an. „Der Verkaufsprozess ist gerade gestartet“, erklärt eine Springer-Sprecherin auf MEEDIA-Anfrage. Dabei zeigen an den beiden millionenschweren Büroimmobilien zahlreiche Investoren Interesse. „Aufgrund der attraktiven Lage sowie der hohen Qualität der Immobilie und nicht zuletzt aufgrund langjähriger Mietverträge mit Axel Springer stellen wir ein sehr großes Interesse auf der Käuferseite fest“, erklärt eine Firmensprecherin. Demnach dürfte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner für beide Immobilien einen hohen Preis erzielen. In Branchenkreisen ist von einem Betrag zwischen 400 bis 800 Millionen Euro die Rede. Springer rechnet „mit einer Unterschrift für beide Transaktionen noch in diesem Jahr“, unterstreicht eine Firmensprecherin.

Sollte Springer den Mega-Deal über die Bühne bringen, könnte dies einer größten Bürotransaktionen in diesem Jahr werden. Beraten werden die Berliner hierbei durch den Gewerbeimmobilien-Spezialisten Jones Lang Lasalle. Zum Verkauf steht unter anderem der von dem Stararchitekten Rem Koolhaas entworfene Axel-Springer-Neubau. Er besticht vor allem durch seine Kubusform. Hier sollen künftig bis zu 3.500 Mitarbeiter arbeiten – unter anderem die gesamte Redaktion von WeltN24, die dort ihren kanalübergreifenden Newsroom beziehen soll. In unmittelbarer Nähe des Neubaus liegt die achtgeschossige Axel-Springer-Passage, 2004 mit einer Gesamtfläche von knapp 53.000 Quadratmeter errichtet. Sie besteht überwiegend aus Büroflächen, flankiert von Einzelhandel und Gastronomie.

Mit der Transaktion verschafft sich der Springer-Chef erhebliche Kapitalmittel, um das Geschäft weiter auszubauen. Doch der Immobilienverkauf ist nur eine Sache. Erst jüngst kursierten Medienberichte, wonach sich die Berliner von den Mehrheitsbeteiligungen an den Preisvergleichsportalen Idealo und Ladenzeile trennen wollen. Als Preis für die beiden Webseiten wurde eine Summe zwischen 300 und 500 Millionen Euro genannt. Springer hatte sich zu den Marktgerüchten nicht geäußert.

Springer ist nicht der einzige Verlag, der sich von seinem Immobilienbesitz trennt. Jüngst hatte sich das Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr entschlossen, den mehr als 30 Jahre alten Unternehmenssitz am Baumwall an die Stadt Hamburg zu verkaufen. Derzeit sucht das norddeutsche Medienhaus für seinen neuen Sitz in der Hafencity einen Investor, der das Gebäude nahe den Deichtorhallen errichten soll.

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