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Wegen wachsender Bedeutung von Mobile: BVDW meldet weiter sinkende Desktop-Nutzung von AdBlockern

Gruner + Jahr Manager Oliver von Wersch ist Sprecher des Online-Vermarkterkreises des BVDW
Gruner + Jahr Manager Oliver von Wersch ist Sprecher des Online-Vermarkterkreises des BVDW

Das Start-up Eyeo, einer der prominentesten Anbieter von AdBlocking-Software, sagt digitalen Werbeanzeigen auch auf mobilen Endgeräten den Kampf an. Das Kölner Unternehmen will die Nutzungsrate auf Smartphones steigern – muss es auch. Hierzulande scheint der Desktop-Markt gesättigt, die Nutzung der Software ist sogar weiter rückläufig, wenn man dem Branchenverband BVDW Glauben schenkt.

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Dessen Online-Vermarkterkreis (OVK) hat neue Zahlen aus Erhebungen für das vierte Quartal veröffentlicht. Demnach ist die Nutzungsrate auf geblockte Online-Display-Werbung im Vergleich zum Vorquartal um rund zwei Prozent gesunken. So seien zum Ende des Jahres 17,04 Prozent der Page Impressions geblockt worden. Zur Ermittlung der zentralen Adblocker-Rate erheben rund zwei Drittel der OVK-Mitgliedshäuser kontinuierlich und unabhängig voneinander den Anteil der geblockten Online-Werbung auf ihren Angeboten und melden diesen dem BVDW.

Oliver von Wersch, Vorsitzender des OVK, beschreibt dies als eine erfreuliche Entwicklung. „Branchenweite Maßnahmen wie ein offener Dialog mit den Nutzern sowie die Optimierung der Qualität der Online-Werbung entfalten mehr und mehr ihre Wirkung.“ Unter den Dialog mit den Nutzern fallen zum einen Hinweise von Redaktionen an ihre Leser, die um Verständnis für das Ausspielen von Werbemitteln bitten. Websites wie Süddeutsche.de oder FAZ.net haben eine Zeit lang Pop-Ups installiert, in der sie die Bedeutung von Werbefinanzierung für ein kostenfreies Angebot erklären. Erstere hat mittlerweile – wie einige andere Angebote auch – auf eine radikalere Vorgehensweise umgestellt und sperrt AdBlock-Nutzer mittlerweile aus, sofern sie sich nicht mit ihrer E-Mail-Adresse registrieren. Bild.de verzichtet völlig auf Nutzer mit AdBlock-Software.

Für die rückläufige Nutzung findet von Wersch noch einen Grund: „Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Verlagerung der Nutzung auf mobile Endgeräte, auf denen Adblocker-Nutzung derzeit keine nennenswerte Rolle spielt“, erklärt von Wersch. Nach Angaben des Start-ups Eyeo, das die Software AdBlock Plus herausbringt, soll sich das ändern. Der Desktop-Markt sei gesättigt, hatte es bereits im vergangenen Jahr geheißen. Nutzungsraten wie vom BVDW gibt Eyeo nicht heraus. Beim Unternehmen in Köln spricht man von rund zehn Millionen aktiven Geräten in Deutschland. Die mobilen Angebote zum Blocken von Online-Werbung sei dem allgemeinen Nutzer noch nicht bekannt. Erst zwei Millionen Geräte seien mit aktivierter ABP-Software unterwegs – weltweit. Langfristig wolle man die Anzahl erhöhen, heißt es.

Trotz sinkender Desktop-Raten ist der Kampf gegen die Werbe-Unterdrücker also noch nicht geschlagen. Verlage und Software-Hersteller treffen sich zudem noch regelmäßig vor deutschen Gerichten. Die Publisher wollen die Software und das dahinterstehende Geschäftsmodell untersagen lassen – bislang mit mäßigem Erfolg. Im Zweifel streiten die Parteien bis zum Bundesgerichtshof.

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