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Die Sparpläne von ZDF-Chefredakteur Peter Frey: mehr Dokus und weniger Magazine

Gibt dem konstruktiven Journalismus einen Sendeplatz: ZDf-Chefredakteur Peter Frey
Gibt dem konstruktiven Journalismus einen Sendeplatz: ZDf-Chefredakteur Peter Frey

Weniger Magazine, mehr Dokus - und in die Primetime investieren. So will ZDF-Chefredakteur Peter Frey den Sender umstellen und Geld sparen, teilte er in einem Interview mit der taz mit. Die "Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten" (KEF) hat das ZDF zum Sparen gezwungen. Deshalb müsse man Strukturen verschlanken und auch Altbekanntes aufgeben.

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Nach „ZDF Reporter“ und „ZDF Umwelt“ steuert nun auch das ZDF-Magazin „ML mona lisa“ auf sein TV-Aus zu. Die KEF hat den Sender zum Sparen verdonnert. Das bleibt beim ZDF nicht ohne Folgen. Vor allem bei den Magazinen wird der Sender Kürzungen vornehmen, teilt Chefredakteur Peter Frey in einem Interview mit der taz am Montag mit. „Wer nach den Vorgaben der KEF so massiv Personal sparen muss wie das ZDF, der kann Veränderungen nicht anders umsetzen“, ist er sich sicher.

So denkt das ZDF auch darüber nach, die „drehscheibe“ und „hallo deutschland“ näher zusammenzurücken. Frey will hier „noch mehr Synergien schaffen“. Zwar sollen die Magazine ihre Eigenständigkeit behalten, „aber die redaktionellen Strukturen dahinter können schlanker werden“.

Der Chefredakteur kündigt gleichzeitig an, in das Abendprogramm investieren zu wollen. „Wir wollen mehr Exzellenz im Hauptprogramm ab 19 Uhr“, teilt Frey mit. Daher gibt er auch Entwarnung für die Formate „Frontal 21“, „Auslandsjournal“ und „Wiso“, die stets viele Zuschauer zum ZDF ziehen können.

Generell sehe die Strategie aber vor, sich mehr auf Dokus als Magazin-Formate zu konzentrieren. Dokumentationen seien nachhaltiger als Magazine. Sie „bleiben länger frisch und können so immer wieder eingesetzt werden – im Hauptprogramm, auf ZDFinfo, 3sat und Phoenix“. Eine neue Doku-Reihe kündigt Frey dabei gleich an: Wir wollen „nach britischem und skandinavischem Vorbild auf Constructive Journalism setzen“. Dabei gehe es nicht mehr nur um Einzelschicksale oder Probleme. Stattdessen sollen Lösungen im Vordergrund stehen. Dabei wird das ZDF auch mit dem Arte-Format „Re:“ zusammenarbeiten, das einen ähnlichen Ansatz verfolgt. „Unsere Idee ist, im Jahr etwa 15 Filme so zu konzipieren, dass wir sie auf beiden Sendeplätzen laufen lassen können.“

Frey ist sich sicher, dass dieser Weg für das ZDF der richtige ist. Denn „nach der Rasenmähermethode überall ein bisschen zu kürzen, funktioniert nicht mehr“. Man müsse Prioritäten setzen und auch etwas aufgeben. „Wir bauen nicht nur ab, sondern zusammen vor allem auch um.“

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