„Vertriebssystem im Schulterschluss krisenfest machen“: Verlage und Grosso einigen sich auf Leitlinie

Burda-Vorstand Philipp Welte, gemeinsame Erklärung: mit Grosso und führenden Verlagen eine neue Branchenvereinbarung erarbeiten
Burda-Vorstand Philipp Welte, gemeinsame Erklärung: mit Grosso und führenden Verlagen eine neue Branchenvereinbarung erarbeiten

Sechs deutsche Zeitschriften- und Zeitungsverlage haben sich vergangenen Montag mit dem Vorstand des Grosso-Verbandes in München im Rahmen eines Strategietreffens nach einer heute veröffentlichten gemeinsamen Erklärung darauf geeinigt, "konstruktiv und mit vereinten Kräften das deutsche Pressevertriebssystem fortzuentwickeln". Unterzeichnet haben Bauer, Burda, Funke, Klambt, Spiegel und Springer.

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Erklärtes gemeinsames Ziel sei die „nachhaltige Absicherung der Medienvielfalt und des freien Zugangs zu Printmedien in Deutschland“. Die sechs Verlagshäuser, die für deutlich mehr als 50 Prozent der Grosso-Umsätze in Deutschland stehen, hatten sich im Vorfeld zu einer strategischen Koalition zusammengeschlossen, um „den flächendeckenden und diskriminierungsfreien Sortimentsvertrieb von Zeitungen und Zeitschriften krisenfest zu machen“. In München fand am Montag im Hause Burda das erste gemeinsame Treffen mit den Vertretern des Grosso statt.

Burda-Vorstand Philipp Welte erklärt im Namen der sechs koalierenden Verlage: „Die Koalitionspartner und der GrossoVerband haben vereinbart, im Schulterschluss die Vielfalt der Presseerzeugnisse durch eine Modernisierung des Vertriebssystems langfristig zu sichern.“ Grosso-Präsident Frank Nolte erklärte: „Wir begrüßen, dass wir gemeinsam mit führenden Verlagen eine neue Branchenvereinbarung erarbeiten, die das bewährte Grosso-Vertriebssystem fortentwickelt und zukunftsfest macht.“

Hintergrund sei sowohl die 2018 anstehende Neugestaltung der Grosso-Handelsspannen wie auch der von einer veränderten Mediennutzung getriebene Rückgang der Vertriebserlöse. Eine Neujustierung des Pressevertriebssystems soll es nach Willen der Verlage u.a. ermöglichen, dass die „Innovationskraft“ der Branche aufrechterhalten bleibe. Darüberhinaus solle der Pressegroßhandel „seinen Versorgungsauftrag, Zeitungen und Zeitschriften überall verfügbar zu halten, auf wirtschaftlich solider Basis und einem hohem Leistungsniveau wahrnehmen können“.

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