Snap-Crash: Snapchat-Mutter erleidet 12 Prozent-Kurssturz

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Der Tag, als Snap an die Börse ging © NYSE / Facebook

What goes up must come down: Die Regeln der Schwerkraft gelten auch für den Börsenüberflieger Snap. Am dritten Handelstag an der Wall Street erlebte die hoch gewettete Snapchat-Muttergesellschaft den ersten schweren Absturz. Um 12 Prozent stürzten die Anteilsscheine von Snap heute ab – und notieren damit auf Schlusskursbasis bei unter 24 Dollar tiefer als zum Börsendebüt. An der Wall Street scheint sich nun doch die Skepsis durchzusetzen, die im Vorfeld des Börsengangs geherrscht hatte.

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Für 30 Stunden konnten sich Evan Spiegel und Bobby Murphy wie die Könige der Wall Street fühlen. Zu Kursen von 17 Dollar hatte Snap am vergangenen Donnerstag seine Aktien bei zeichnungswilligen Anlegern platziert und zum Handelsstart dann doch weitaus höhere Notierungen aufrufen können.

Bis auf in der Spitze 29,44 Dollar zogen die Anteilsscheine der Snapchat-Mutter in den ersten zwei Handelstagen ab – ein spektakuläres Plus von 73 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs, das Snap zeitweise mit enormen 40 Milliarden Dollar bewertete.

In der Spitze bereits 7 Milliarden Dollar Börsenwert binnen zweier Handelstage verloren

Nur einen Handelstag später sind fast 6 Dollar je Aktie so mirakulös verschwunden wie ein Snap vom Vortag: Plötzlich ist der App-Anbieter mit Geisterlogo „nur“ noch 33 Milliarden Dollar wert.

Allein heute büßte Snap Inc. nach einem Kurssturz mehr als 12 Prozent an Wert ein und schloss bei 23,77 Dollar unter der Erstnotiz vom vergangenen Donnerstag. Nicht nur schloss die Snap-Aktie auf dem tiefsten Stand des Tages, sondern auch aller drei bisherigen Handelstage.

„In einem Jahr wird die Aktie tiefer stehen als heute“

„In einem Jahr wird die Aktie tiefer stehen als heute“, machte TheStreet.com-Gründer James Cramer Anlegern wegen des schwachen Nutzerwachstums wenig Hoffnung. Genauso deshalb hatte Konzernchef Evan Spiegel hatte mit niedrigeren Bookbuildingspanne zuvor den zuletzt stärker werdenden Bedenken vor einer zu ambitionierten Bewertung Rechnung getragen.

Wie aus dem aktualisierten Börsenprospekt Anfang Februar hervorging, konnte die beliebte Stories-App per Ende vergangenen Jahres 161 Millionen täglich aktive Nutzer verbuchen und die Mitgliederzahlen binnen eines Jahres um immerhin 46 Prozent steigern. Allerdings hat Rivale Instagram mit seinem Stories-Klon nach Nutzerzahlen inzwischen damit aufgeschlossen.

Zudem sorgen sich Analysten und Investoren über die explodierenden Kosten. Die Erlöse des beliebten Messenger-App-Anbieters schossen im vergangenen Geschäftsjahr um 590 Prozent auf 405 Millionen Dollar empor und übertrafen damit die letzten Schätzungen. Ebenfalls vergrößert haben sich jedoch die Verluste, die im ungesunden Maße von 373 auf 514 Millionen Dollar angestiegen sind – Snap verbrennt also aktuell mehr Geld als es umsetzt.

 

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