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Wegen Anmoderation im „heute journal“: Kleingärtner erstattet Strafanzeige gegen Claus Kleber

Zwergenaufstand gegen Claus Kleber ist gescheitert: Kleingärtner fühlen sich wegen einer Anmoderation des „heute journal“-Anchors verunglimpft
Zwergenaufstand gegen Claus Kleber ist gescheitert: Kleingärtner fühlen sich wegen einer Anmoderation des "heute journal"-Anchors verunglimpft

Mit Kleingärtnern ist nicht immer gut Kirschen essen – das bekommt jetzt auch Claus Kleber zu spüren. Der News-Anchor des "heute journals" sieht sich mit einer Strafanzeige konfrontiert. Das berichtet die Leipziger Volkszeitung. Hintergrund ist offenbar die Anmoderation eines Beitrages über vermeintlich rassistische Vorfälle in Altenburg. Kleingärtner fühlen sich verunglimpft.

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Der Vorfall, um den es geht, liegt bereits fast eine Woche zurück. Am Samstag berichtete das „heute journal“ über vermeintlich rassistische Vorfälle im thüringischen Altenburg. Für seine Anmoderation machte Kleber einen kleinen Diskurs in die jüngere Geschichte des Ortes, der mit einem Pegida-Ableger „Thügida“ Schlagzeilen gemacht hatte. Kleber in seiner Moderation: „Reporter notierten damals, dass in Schrebergärten schwarz-weiß-rote Reichsfahnen so präsent sind wie das Schwarz-Rot-Gold der Bundesrepublik.“

Eine Moderation, die zu weit geht? In Kleingärtner-Augen offenbar ja. Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge fühlen sich die Hobby-Gärtner aus Altenburg verunglimpft und haben gegen den ZDF-Moderator Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Gera gestellt.

Die Zeitung zitiert Wolfgang Preuß, den Chef des Regionalverbandes Altenburger Land der Kleingärtner: „Das ist einfach schlecht recherchiert. Für mich stellt dies eine pauschale Diskriminierung aller Altenburger Kleingärtner dar. Ich empfinde solche Worte als öffentliche Herabwürdigung des Ehrenamts, das die Kleingärtner in unserer Stadt hundertfach engagiert leisten.“ Und weiter: „Wir haben allein in Altenburg 68 Kleingartenanlagen mit rund 3500 Kleingärten. Damit greifen Klebers Worte rund 7000 Kleingärtner direkt an.“ In Altenburger Schräber-Kreisen sei man ohnehin sehr auf Toleranz bedacht. 2015 habe man unter dem Motto „gemeinsam gärtnern – gemeinsam leben“ eine Kampagne durchgeführt, die sich auch an Mitmenschen mit Migrationshintergrund gerichtet habe, zitiert die LVZ weiter.

Kleingärtner Preuß fühlt sich und seine Lauben-Freunde also verunglimpft. Die Anzeige soll Verleumdung, üble Nachrede und Herabwürdigung des Ehrenamtes lauten. Für eine Stellungnahme war die Staatsanwaltschaft am Freitagmittag nicht mehr zu erreichen. Beim ZDF in Mainz gibt man sich unwissend. Man habe den Bericht aus Leipzig gelesen. Eigene Kenntnisse über eine Anzeige habe man derzeit nicht.

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