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Zimmermädchen packen aus, Pornosucht und Merkels „Verrat“: SZ und Zeit führen Blendle-Charts an

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Trotz des lauten Medienechos zur Inhaftierung von Welt-Korrespondent Deniz Yücel hat die Blendle-Leser in der vergangenen Woche viel mehr ein bunter Themen-Mix interessiert: Den ersten Platz in den Verkaufs-Charts des Journalismus-Shops hat sich eine Human-Interest-Story aus der Zeit gesichert, in der vier Zimmermädchen aus dem Nähkästchen plaudern. Die Hannoversche Allgemeine hat es in den Medien- und Techcharts mit einem Ronja-von-Rönne-Interview erstmals in die Top 3 geschafft.

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„Wir Hotelgäste sehen sie kaum, doch sie wissen, was wir auf Reisen so treiben. Vier Zimmermädchen über Schlafgewohnheiten, Nacktöffner und Käse in der Minibar“, schreiben die Zeit-Autoren Elke Michel und Cosima Schmitt über ihr Interview. Offenbar ein Lassowurf: Ihr Gespräch mit vier Zimmermädchen, unter dem Titel „Lüftet doch mal!“, führt die Spitze der Blendle-Bestseller an – und liefert einen interessanten wie beunruhigenden Einblick über eindeutige Spuren auf Hotelfluren.

Ein amüsantes Streitgespräch hat sich Kathrin Spoerr mit dem russischen Schriftsteller Wladimir Kaminer für die Welt am Sonntag geliefert. Der erste Satz – „Die Begegnung mit Wladimir Kaminer begann lustig, und sie endete kurz vor dem Dritten Weltkrieg.“ – verspricht nicht zu viel. Platz 2 in den Blendle-Top-10 und ein Dialog, der es in sich hat: „Kaminer sagt: Nein. Und ich: Doch. Und Kaminer. NEIN! Ich: DOHOOCH!“

Ungemütlich wird es auch im Zeit Magazin-Gespräch von Marc Brost und Stefan Schirmer mit Helmut Kohls ältestem Sohn: In „Meine Mutter hat diesen Verrat nie verkraftet“ (Platz 8) rechnet Walter Kohl mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ab. Der stern sieht „Städter in Not“ (Platz 7) und ein Abhängiger packt gegenüber der Süddeutschen Zeitung in „Drecksschleuder“ (Platz 7) über seine Pornosucht aus. Bei derart ungemütlichen Geschichten ist es geradezu beruhigend, dass es die Geschichte „Glauben Sie an das Beste!“ mit der Kraft positiver Gedanken von Carola Kleinschmidt und Martin Tzaschel (P.M. Magazin) auf den den dritten Platz der Blendle-Bestseller geschafft hat.

Insgesamt sind die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit mit drei Platzierungen in der Top 10 die Spitzenreiter der Woche.

Die Medien/Tech-Charts fahren dieses Mal mit einem Neuzugang auf: Die Hannoversche Allgemeine schafft es hier mit einem Ronja-von-Rönne-Interview zum ersten Mal in die Top 3. Die große Frage: „Weshalb jammern Sie so gerne, Ronja von Rönne?“

Die Blendle-Top-Ten der meistverkauften deutschen Artikel vom 22. bis 28. Februar 2017:

1. „Lüftet doch mal!“ – Die Zeit, Elke Michel und Cosima Schmitt, 2445 Wörter, 89 Cent
Ein Gespräch mit vier Zimmermädchen, die aus ihrem Beruf berichten.

2. „‘Nein.’ – ‘Doch.’ ‘NEIN!’ – ‘DOHOOCH’“ – Welt am Sonntag, Kathrin Spoerr, 1754 Wörter, 35 Cent
Interview mit Schriftsteller Wladimir Kaminer, der seine Sicht auf Putin erklärt.

3. „Glauben Sie das Beste!“ – P.M. Magazin, Carola Kleinschmidt und Martin Tzaschel, 2619 Wörter, 65 Cent
Im P.M. Magazin wird gezeigt, was sich mit der Kraft positiver Gedanken alles bewirken lässt.

4. „Sie sind seit 64 Jahren verheiratet. Geliebt haben sie sich nie“ – Die Zeit, Stefanie Pichlmair, 2326 Wörter, 89 Cent
Eine Zeit-Autorin porträtiert ihre Großeltern, die seit 64 Jahren eine Zweckehe leben, aber nichts bereuen.

5. „Die Kügelchen brachten den Tod“ – Süddeutsche Zeitung, Werner Bartens, 556 Wörter, 79 Cent
Nachdem Eltern ihren Kleinkindern homöopathische Mittel gegen Schmerzen beim Zahnen gegeben hatten, erlitten diese schwere Nebenwirkungen.

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6. „Drecksschleuder“ – Süddeutsche Zeitung, 2338 Wörter, 79 Cent
In der SZ erzählt ein Abhängiger die Geschichte seiner Pornosucht.

7. „Städter in Not” – stern, Florian Güßgen, 4038 Wörter, 65 Cent
Großer Bericht über die steigenden Mieten in Berlin, München und Hamburg. Ein Drittel des Monatsgehalts reicht dort schon lange nicht mehr.

8. „Meine Mutter hat diesen Verrat nie verkraftet“ – Zeit Magazin, Marc Brost und Stefan Schirmer, 4392 Wörter, 89 Cent
Interview mit Helmut Kohls ältestem Sohn, Walter Kohl: Er spricht über das Drama seiner Familie und die Rolle Angela Merkels.

9. „Die Reizende“ – Süddeutsche Zeitung, Constanze von Bullion, 2370 Wörter, 79 Cent
Großes Porträt von Sahra Wagenknecht, Spitzenkandidatin der Linken.

10. „Mein Papa möchte eine Mauer bauen“ – Der Spiegel, Fiona Ehlers, 3953 Wörter, 1,99 Euro
Ein Streitgespräch zwischen zwei AfD-wählenden Elternpaaren und ihren linksliberalen Kindern.

(Quelle des Rankings und der Artikel-Zusammenfassungen: Blendle)

Die Top 3 der meistverkauften Artikel aus den Ressorts Medien und Tech wird von der „Superkrise“ bei Rocket Internet (Süddeutsche Zeitung) angeführt, dahinter folgt eine große Reportage über den Kopp-Verlag (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und dem Top-3-Debüt der HAZ – und einem Interview mit Autorin Ronja von Rönne.

1. „Der letzte Schrei“ – Süddeutsche Zeitung, 2424 Wörter, 79 Cent
Oliver Samwer steckt mit Rocket Internet nach dem Rückzug seines größten Investors in der „Superkrise“.

2. „Neues aus Hohlerde“ – Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2509 Wörter, 45 Cent
Große Reportage über den Kopp-Verlag, der in erster Linie Bücher von Verschwörungstheoretikern, Rechtsextremen und Kosmologen herausbringt.

3. „Weshalb jammern Sie so gerne, Ronja von Römme“ – Hannoversche Allgemeine Zeitung, 1156 Wörter, 25 Cent
Interview mit Kolumnistin und Autorin Ronja von Rönne. Sie erzählt unter anderem, warum sie das Würstchen-Schnapp-Spiel im Neo Magazin Royal boykottiert hat.

(Quelle des Rankings und der Artikel-Zusammenfassungen: Blendle)

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