Welcher TV-Typ Sie sind und wann Frauen eifersüchtig werden: Acht Fakten zur TV-Nutzung

© Fotolia 2015
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Nahezu jeder Deutsche hat einen Fernseher: Doch wie oft nutzen wir ihn eigentlich? Was sind unsere Lieblingsinhalte? Und was essen wir am liebsten nebenher? MEEDIA listet acht spannende Fakten zum Fernsehverhalten der Deutschen. Und wir zeigen, warum es auch aufs Alter ankommt, wie wir den TV verwenden.

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Das Fernsehen hat mit 80 Prozent die größte Reichweite aller Medien. Täglich lassen wir uns von der Flimmerkiste unterhalten und informieren. Umso wichtiger ist es, die TV-Landschaft in Deutschland zu kennen. Acht spannende Dinge, die Sie zum TV-Verhalten der Deutschen wissen sollten.

1. Die Deutschen schauen fast vier Stunden täglich – vor allem die Alten

Drei Stunden und 44 Minuten sitzen die Über-3-Jährigen laut Statista täglich vor dem Fernseher. Der TV ist damit das beliebteste Medium in Deutschland. Zum Vergleich: Im Schnitt hören die Deutschen rund drei Stunden Radio und surfen nahezu zwei Stunden im Netz. Nur bei den 14- bis 49-Jährigen ist der Internetkonsum größer als der Fernsehkonsum.

Heute gilt: Je älter man ist, desto mehr wird geschaut. Seit sieben Jahren ist die Sehdauer im Gesamtpublikum annähernd konstant – geändert hat sich jedoch das Publikum. Der ältere Teil der Bevölkerung sah im Jahr 2016 so viel fern wie nie zuvor. Ganze 311 Minuten verbrachten die Über-50-Jährigen im Durchschnitt pro Tag vor dem TV. Das sind 10 Minuten mehr als im Vorjahr.

Ein gegensätzlicher Trend ist bei den 14- bis 49-Jährigen zu erkennen. Sie sahen 2016 fünf Minuten weniger fern: statt 176 nur noch 171 Minuten. Interessant ist dabei vor allem die Tatsache, dass die 30- bis 49-Jährigen die Altersgruppe mit der am deutlichsten schrumpfenden Sehdauer sind. Sechs Minuten gingen bei ihnen verloren, von 212 rutschte der Wert auf 206 Minuten ab.

2. Private Sender werden immer weniger geschaut

Vor allem die privaten Sender haben mit dem Abwärtstrend beim jungen Publikum zu kämpfen. Schließlich sind gerade die 14- bis 49-Jährigen die relevante Zielgruppe für Werbung. In dieser Altersgruppe erreichte RTL im Jahr 2016 einen Marktanteil von 12,8 Prozent, ProSieben einen von 10,4 Prozent und Sat.1 von 8,7 Prozent. Bei ProSieben entspricht das dem geringsten Jahres-Marktanteil seit 1992, bei RTL und Sat.1 sogar dem geringsten seit mindestens 1990.

Beliebt sind dagegen die Öffentlich-Rechtlichen. Sie haben den größten Anteil am TV-Markt. Fast die Hälfte der Sehminuten geht auf ARD, ZDF und Co. zurück (46,4 Prozent). Dabei liegt das ZDF mit einem Anteil von 13 Prozent noch vor der ARD (12,1 Prozent). Die RTL-Gruppe zieht im Schnitt 24,7 Prozent der Zuschauer auf sich, ProSiebenSat.1 nur 17,6 Prozent. Den Rest teilen sich unabhängige Sender.

3. Nachrichten das gefragteste Format, tägliche Soaps eher unbeliebt

Aber was schauen die Deutschen eigentlich? 46 Prozent der Bevölkerung nutzt den Fernseher für Nachrichten. Sie sind laut einer Statista-Umfrage das mit Abstand beliebteste TV-Format. Ganz vorne steht natürlich die „Tagesschau“, die regelmäßig um 20 Uhr von sechs bis sieben Millionen Leuten gesehen wird. 28 Prozent der Deutschen stehen zudem auf Kriminalserien und -filme. Etwa genauso viele schauen sich gerne Sportübertragungen oder Reisemagazine an. Dahinter folgen Magazine wie „Frontal 21“ oder „Spiegel TV“ (18,4 Prozent), Comedy-Inhalte (17 Prozent) sowie Science-Fiction und Fantasy-Filme (14,7 Prozent).

Interessant in diesem Zusammenhang: Tägliche Soaps wie „Verbotene Liebe“ oder „Unter Uns“ schauen nur 11,2 Prozent der Zuschauer regelmäßig. Familien und Arztserien liegen mit 11,9 Prozent knapp drüber.

4. 7 von 10 Zuschauern surfen nebenbei im Netz

Der Fernseher wird zudem immer mehr zur Nebenbeschäftigung. Nur eine Minderheit schaut noch Fernsehen, ohne dabei das Smartphone, das Tablet oder den Laptop zu nutzen. 72 Prozent der TV-Zuschauer verwenden die Geräte parallel, als sogenannten Second-Screen. Neben der Kommunikation mit Freunden werden sie vorwiegend zur Recherche von TV-Inhalten (70 Prozent) oder für das Online-Shopping (68 Prozent) eingesetzt.

Die höchste Parallelnutzung weist die junge Zielgruppe zwischen 14 und 39 Jahren auf. Von ihnen sitzen 80 Prozent mit einem zweiten Gerät vor dem TV. Bei den 50- bis 59-Jährigen sind es nur knapp 60 Prozent.

Die Initiative Media unterscheidet in einer Studie verschiedene Typen:

  • Der Pausenfüller: 23 Prozent der Zuschauer sind sogenannte Pausenfüller. Sie finden Werbeunterbrechungen lästig und lenken sich dabei gerne mit dem Smartphone ab.
  • Der Allrounder: 17 Prozent finden Fernsehen in der Regel langweilig. Bei ihnen gilt: Je mehr Bildschirme laufen desto spannender ist es. Sie arbeiten, spielen, chatten – und schauen den Film nebenbei.
  • Der Gewohnheitsmensch: Für 13 Prozent der Zuschauer dient der Fernseher als Geräuschkulisse im Hintergrund, sie wohnen häufig allein. Hauptbildschirm ist der Laptop zum Spielen oder Arbeiten.
  • Der Interaktive: Ein genau so großer Anteil nutzt das Smartphone oder den Laptop hauptsächlich, um TV-Inhalte zu prüfen oder sich weitere Infos einzuholen. Der Interaktive nutzt das Handy eher wenig parallel, nur wenn er vom TV-Inhalt dazu motiviert wird.
  • Der Normalo: Der klassische Fernsehgucker ist in 35 Prozent der Zuschauern wiederzufinden. Werbepausen sind für ihn gute Anlässe, um das Smartphone zu nutzen – aber nur ab und zu.

5. Fernsehen macht Frauen eifersüchtig und lässt Männer zurücktreten

Wer meint, dass Fernsehen Paare verbinden kann, der liegt nicht ganz richtig: Jede vierte Frau (28 Prozent) war schon einmal auf den Fernseher eifersüchtig, da der Partner diesem mehr Aufmerksamkeit geschenkt hat als ihr. Dies zeigte eine Forsa-Umfrage im Auftrag von Fox und Vodafone. Zwar stammt sie aus dem Jahr 2013, geändert hat sich an den Fakten aber wohl nicht viel. Ein bisschen berechtigt ist die Eifersucht übrigens schon: Jeder fünfte Deutsche (17 Prozent) hat schon einmal eine Verabredung abgesagt, weil etwas Tolles im Fernseher lief.

Doch Fernsehen kann auch verbinden: Jeder Zweite in Deutschland verbringt am allerliebsten mit der Partnerin oder dem Partner den Fersehabend, nur jeder Dritte schaut gerne alleine. Den Streit um die Fernbedienung gewinnt in gut jedem dritten Fall übrigens die Frau. Männer zeigen sich eher zurückhaltend, wenn es um die Programmauswahl geht: Nur jeder vierte Mann – also 25 Prozent – kann hier seinen Willen durchsetzen.

6. Deutsche essen am liebsten Chips zum Fernsehen

Ein gemeinsames Erlebnis ist der Fernseher auch beim Abendessen: Ein Drittel der Haushalte schaut beim Dinner fern (35 Prozent). Wenn nicht gerade zu Abend gegessen wird, bevorzugen sowohl Männer als auch Frauen Chips zum Knabbern. Männer lieben daneben noch Schokolade (33 Prozent) und Bier (24 Prozent). Ein anderes Bild zeigt sich bei den Frauen: Sie bevorzugen nach eigenen Angaben Gesünderes. Neben Chips vor allem Obst (34 Prozent) und Mineralwasser (31 Prozent). Wein und Tee steht bei beidem auf dem TV-Speiseplan.

Bild: obs/Fox International Channels

7. Ältere schauen das was läuft, Jüngere stehen auf Streaming

Wie der Fernseher an sich genutzt wird, unterscheidet sich auch bei Jung und Alt. 58,8 Prozent der 50- bis 69-Jährigen lassen sich vom TV-Programm der Sender berieseln. Sie schalten den Fernseher ein und schauen was läuft. Bei den 18- bis 29-Jährigen tun dies nur 41,9 Prozent.

Die junge Zielgruppe nutzt überwiegend Streaming-Angebote von Netflix, Amazon und Co. 42,7 Prozent schauen auf diese Art Fernsehen. Bei den 50- bis 69-Jährigen sind es nur 5,4 Prozent. Auch beim Aufnehmen von Sendungen gibt es Unterschiede: Fast jeder Zweite der älteren Publikums nimmt gezielt Sendungen auf, um sie später zu schauen. Bei den Jüngeren tun dies nur 26,5 Prozent.

8. Der Fernseher bei Kindern beliebt, Albträume keine Seltenheit

Und die Kinder? Sie wachsen fast immer mit einem Fernseher auf. Zu 98 Prozent dürfen 3- bis 13-Jährige diesen benutzen, ermittelte eine Umfrage im Auftrag von Super RTL. Der TV ist vor dem PC und Smartphone das meist genutzte Medium bei Kindern. Einen eigenen Fernseher hat aber nur rund jedes vierte Kind in Deutschland. Bei den unter 9-Jährigen liegt der Anteil sogar deutlich unter 20 Prozent.

Fast anderthalb Stunden dürfen die Kleinen in Deutschland täglich auf den TV-Bildschirm schauen. Die beliebtesten Sender sind Super RTL, KiKA und Nickelodeon. Die 6- bis 9-Jährigen bevorzugen zur Unterhaltung „Tom & Jerry“, „Spongebob“ oder „Die Sendung mit der Maus“. Bei den 10- bis 12-Jährigen gehören darüber hinaus „Die Simpsons“, „Schloss Einstein“ und „DSDS“ zu den Favoriten.

Aber auch Angst beim Fernsehen ist keine Seltenheit: Auf die Frage „hast du manchmal Albträume vom dem, was du im Fernsehen gesehen hast?“ antwortet jedes dritte Kind bei den 6- bis 9-Jährigen in einer Studie mit Ja. Die meistgenannte Angstsendung ist sowohl bei den 6- bis 12-Jährigen als auch bei den 13- bis 19-Jährigen „The Walking Dead“. Die meistgenannten Angstsender Pro7 (20 Prozent der Angsterlebnisse) und RTL II (15 Prozent).

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