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„Deniz’e Özgürlük! Freiheit für Deniz!“: Journalisten solidarisieren sich in Zeitungsanzeige mit dem inhaftierten Welt-Korrespondenten Deniz Yücel

„Freiheit für Deniz!“: In einer Zeitungsanzeige solidarisiert sich die Medienwelt mit dem inhaftierten Welt-Korrespondenten – die FAZ verweigerte den Abdruck
"Freiheit für Deniz!": In einer Zeitungsanzeige solidarisiert sich die Medienwelt mit dem inhaftierten Welt-Korrespondenten – die FAZ verweigerte den Abdruck

"Freiheit für Deniz!" – unter dieser Schlagzeile solidarisieren sich heute zahlreiche Journalisten und Medienmacher auf einer ganzseitigen Zeitungsanzeige mit dem inhaftierten Welt-Korrespondeten Deniz Yücel, der momentan in Untersuchungshaft in der Türkei sitzt. Verantwortlich im Sinne des Presserechts zeichnen die SpOn-Kolumnistinnen Margarete Stokowski und Sibylle Berg sowie Moderator Jan Böhmermann.

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Die ganzseitige Anzeige erscheint heute u.a. in der Süddeutschen Zeitung, der Welt und im Tagesspiegel. Schirmherr der Aktion scheint „Yolocaust“-Künstler und Schriftsteller Shahak Shapira zu sein, der sowohl im Impressum der Free Deniz!“-Bewegung im Web sowie der „Deniz’e özgürlük! Freiheit für Deniz“-Unterschriftenaktion – die bereits 839 (Stand: 28.2., 8.42 Uhr) Unterstützer hat – als Initiator auftaucht.

Als Leitmotiv hat sich die „Freiheit für Deniz!“-Initiative den Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10.12.1948 ausgesucht – der für die Zeitungsanzeige sowohl auf deutsch als auch auf türkisch abgedruckt wurde.

Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

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Des weiteren haben die namhaften Unterstützer „Für die Freiheit von Information, Meinung, Wort und Kunst.“ unterschrieben. Der Appell: „Gemeinsam für und mit Deniz Yücel und allen zur Zeit in der Türkei inhaftierten Kolleginnen und Kollegen.“

Verantwortlich im Sinne des Presserechts zeichnen die Spiegel Online-Kolumnistinnen Margarete Stokowski und Sibylle Berg sowie Moderator und Satiriker Jan Böhmermann („Neo Magazin Royale“, ZDFneo). Böhmermann selbst musste sich wegen seinem Schmähgedicht an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor Gericht verantworten.

Zu den Unterstützern gehören einige namhafte Journalisten und Medienleute, darunter etwa Julian Reichelt (Vorsitzender der Bild-Chefredaktion), Ulf Poschardt (Chefredakteur Die Welt), Andreas Petzold (Stern-Herausgeber) und Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur der Zeit) – aber auch Schauspieler wie Lars Eidinger, Journalistin und Moderatorin Maybrit Illner und Klaas Heufer-Umlauf.

Das Timing scheint kein Zufall zu sein: Gestern Mittag wurde bekannt, dass die türkische Staatsanwaltschaft den Welt-Korrespondenten Deniz Yücel – dem „Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung“ vorgeworfen werden – nicht aus dem Gewahrsam entlassen und Haftantrag gestellt haben. Am Abend hat dann ein Richter entschieden, dass der Journalist in Untersuchungshaft kommt. Yücel ist seit zwei Wochen in Polizeigewahrsam.

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