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Google vs. Uber: Im Streit um Roboterwagen-Technik reicht Alphabet-Tochter eine explosive Klage ein

Uber-Chef Travis Kalanick hat nicht nur Ärger wegen einer Belästigungsklage, sondern jetzt auch mit Google
Uber-Chef Travis Kalanick hat nicht nur Ärger wegen einer Belästigungsklage, sondern jetzt auch mit Google

Bahnt sich im Wettlauf um die Entwicklung selbstfahrender Autos eine Welle von Klagen wie einst im Smartphone-Patentkrieg an? Mit der Google-Schwester Waymo wirft nun schon die zweite Firma binnen weniger Wochen der Konkurrenz Technologie-Diebstahl vor.

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Die Firma Waymo, die hinter den Google-Roboterwagen steckt, wirft dem Fahrdienst-Vermittler Uber in einer explosiven Klage den Einsatz gestohlener Technologie vor. Der frühere ranghohe Google-Entwickler Anthony Levandowski habe massenhaft vertrauliche Informationen mitgenommen, um das Start-up Otto zu gründen. Otto wurde später von Uber gekauft. Bei den vertraulichen Informationen gehe es unter anderem um die Technik eines Schlüsselelements – des Laser-Radars, den man als rotierenden Aufsatz auf den Dächern der Wagen kennt.

Waymo ist eine Schwesterfirma von Google unter dem Dach des Mutterkonzerns Alphabet. Die Klage holt mit Vorwürfen der Verletzung von Geschäftsgeheimnissen und Patenten sowie eines unfairen Wettbewerbs weit aus. Es ist das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass eine bekannte Firma einen früheren Top-Entwickler von Technik für selbstfahrende Autos wegen der Mitnahme vertraulicher Informationen verklagt. Tesla geht dabei gegen den früheren Chef seines Assistenzsystems Autopilot vor.

Im Fall Otto und Uber gegen Waymo sei man durch eine möglicherweise versehentlich verschickte «unerwartete E-Mail» von einem Zulieferer darauf aufmerksam geworden, dass die Schaltkreise von Ubers Laser-Radar-System den eigenen sehr ähnlich seien, heißt es. Diese Lidar genannten Systeme erfassen detailliert die Umgebung und Liefern der Roboterwagen-Software damit die Daten für ihre Entscheidungen. Sie können mehrere zehntausend Dollar kosten und sind damit ein zentraler Kostenpunkt für selbstfahrende Autos. Waymo entwickelte eine eigene Lidar-Technologie, bei der die Kosten drastisch gesenkt worden seien.

Eine Untersuchung habe gezeigt, dass Levandowski sechs Wochen vor seinem Rückzug bei der Alphabet-Tochter 14 000 Dateien mit dem Design verschiedener Systeme heruntergeladen habe, erklärte Waymo. Unter den knapp zehn Gigabyte an Daten seien unter anderem Baupläne und Aufzeichnungen von Tests. Auch mehrere andere Mitarbeiter, die zu Otto wechselten, hätten zuvor vertrauliche Dokumente gespeichert, darunter zum Beispiel Zuliefererlisten. In der Klage ist von einem „kalkuliertem Diebstahl“ die Rede. Levandowski hatte den Computer danach zwar neu aufgesetzt – aber Waymo weiß sogar, dass er nach dem Download für acht Stunden eine SD-Speicherkarte angeschlosen habe.

„Wir nehmen die Vorwürfe gegen die Beschäftigten von Otto und Uber ernst und werden die Angelegenheit gründlich prüfen“, erklärte eine Uber-Sprecherin dem Finanzdienst Bloomberg. Für den Fahrdienst-Vermittler ist es der zweite Nackenschlag innerhalb weniger Tage, nachdem am Wochenende Vorwürfe systematischer Diskriminierung von Frauen für Aufsehen gesorgt hatten.

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Levandowski, ein in der Branche hoch angesehener früher Entwickler der Google-Roboterwagen, hatte Otto im vergangenen Jahr gegründet, um an selbstfahrenden Lastwagen zu arbeiten. Wenige Monate später wurde das Start-up für 680 Millionen Dollar von Uber gekauft und Levandowski stieg zum Chef der Roboterwagen-Entwicklung bei dem Fahrdienst-Vermittler auf. Uber-Gründer Travis Kalanick ist überzeugt, dass seine Firma eigene Technologie für selbstfahrende Autos besitzen muss, um in Zukunft bestehen zu können.

Der Vorstoß von Waymo sorgt zusätzlich für Aufsehen, weil Alphabet ein wichtiger Investor bei Uber ist. Der Risikokapital-Arm Google Ventures hatte bereits 2013 rund 260 Millionen Dollar in die Fahrdienst-Firma gesteckt. Die Unternehmen entwickelten sich jedoch zuletzt immer mehr zu Rivalen.

Im Fall Tesla gegen wirft der Elektroautohersteller seinem ehemaligen Lieferant vor, dessen Autopilot-Chef Sterling Anderson habe vor seinem Abgang „hunderte Gigabyte“ an Daten auf eine Festplatte geladen und mitgenommen. Er wolle die Informationen in einer eigenen Firma nutzen. Tesla verklagte zugleich auch den früheren Chefentwickler der Google-Roboterautos, Chris Urmson, weil er mit Anderson in dem Start-up Aurora zusammenarbeite.

Inmitten des Wettlaufs um die Entwicklung selbstfahrender Autos ist es in der Branche zum Trend geworden, dass sich Spitzenleute wie Levandowski oder Urmson selbstständig machen und Aussicht auf einen Geldregen haben. So kündigte Ford vor knapp zwei Wochen eine Milliardeninvestition in das frische Start-up Argo AI an, das vom ehemaligen Hardware-Chef der Google-Autos, Brian Salesky, und einem der führenden Entwickler von Software für autonomes Fahren bei Uber gegründet wurde.

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