Also doch: Die Titanic steckte hinter Breitbart-Telefonstreich mit Matussek, falscher Headhunter rief auch „Tagesschau“-Chef Gniffke an

Matthias Matussek: die falschen Breitbärte kamen doch von der Titanic
Matthias Matussek: die falschen Breitbärte kamen doch von der Titanic

Was für eine Breitbart-Posse: Vor rund drei Wochen erregte der ehemalige Spiegel- und Welt-Autor Matthias Matussek mit einem Facebook-Posting Aufsehen, in dem er behauptete, er sei von der Titanic mit einem Telefonstreich reingelegt worden. Die Satiriker hätten ihn spaßeshalber für den deutschen Ableger des rechten US-Mediums Breitbart rekrutieren wollen. Titanic dementierte damals. In der aktuellen Ausgabe findet sich die Telefonstreich-Story nun aber doch. Inklusive Anrufen bei "Tagesschau"-Chef Kai Gniffke und einem "Panorama"-Mitarbeiter.

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„Wie Matthias Matussek einmal fast bei Breitbart unterkam“ ist die vierseitige Story in der aktuellen März-Ausgabe der Titanic überschrieben. Es ist eine klassische Titanic-Telefonstreich-Geschichte, wie sie das Satiremagazin des öfteren macht. Abgedruckt sind Anruf-Protokolle mit „Tagesschau“-Chefredakteur Kai Gniffke („Man soll nie nie sagen …“), „Panorama“-Mitarbeiter Andrej Reisin („Ich bin natürlich geschmeichelt einerseits, aber andererseits auch überrascht“) und gleich zweimal Matthias Matussek. Gniffke winkte im Verlauf des Gesprächs aber ab als der falsche Breitbart von Mr. „Tagesschau“ einen „kreativen Umgang mit Fakten“ verlangte. Und auch der „Panorama“-Redakteur wurde erkennbar vorsichtig, als es um die potenziellen Dienstorte Bebra, Fulda oder Heidenau genannt wurden.

Nach dem ersten Anruf des angeblichen Headhunters „Wolfram Knoth“  von „Kienbaum Publisher Consultants“ hatte Matussek die Sache ja via Facebook öffentlich gemacht und mehrere Medien, auch MEEDIA, hatten darüber berichtet. Gegenüber MEEDIA hat Titanic-Chefredakteur Tim Wolff abgestritten, dass jemand aus der Redaktion bei Matussek angerufen habe. Vielleicht war es ja ein freier Mitarbeiter. Nach der Berichterstattung hat „Wolfram Knoth“ jedenfalls noch einmal bei Matussek durchgeklingelt.

„Also ich bin ein bißchen enttäuscht, um nicht zu sagen, verärgert, daß Sie die Sache öffentlich gemacht haben. Unser Klient natürlich auch“, begann das zweite Telefonat mit Matussek laut dem von der Titanic nun veröffentlichten Gesprächs-Protokoll. Matussek: „Ich habe das tatsächlich für einen Witz gehalten.“ Im weiteren Verlauf zeigt sich Matussek laut Titanic-Protokoll dann immer noch interessiert am Breitbart-Job: „Und es haben auch viele Freunde, auch publizistische Freunde oder aus der Branche mir zugeraten. Für viele würde das, ich weiß nicht, ob Sie das erlebt haben in den Reaktionen, für viele würde das absolut Sinn machen. Ich bin nach wie vor interessiert, ganz sicher. Aber ich möchte nicht verarscht werden. Ich habe da ja auch, na ja, einen Ruf zu verlieren oder so.“

Es wird dann noch darüber diskutiert, ob Matussek nun einen speziellen Twitter-Account für Breitbart bestücken soll oder eine Art „Morgenandacht“ bekommt. Am Ende fordert Matussek dann eine Mail mit einer Telefonnummer. Knoth: „Okay, dann sprechen wir, treffen uns und regeln den Rest.“ Matussek: „Genau.“ Knoth: „Oder ich sag mal so: Wenn Sie bis Samstag nichts von mir hören, hat sich der Fall erledigt.“

Hat er dann wohl. Matthias Matussek hat auf MEEDIA-Nachfrage bestätigt, dass der ominöse Breitbart-Headhunter ein zweites Mal bei ihm angerufen hat.

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Alle Kommentare

  1. Schöner Artikel. Und wesentlich besser als dieser unflätige Hetzartikel über einen Büttenredner, der heute auf meedia.de verbrochen wurde.

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