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Wenn Fakten nicht mehr helfen: die für Medien unbequeme Social-Hass-Analyse von Norbert Bolz im Cicero

Medienwissenschaftler Norbert Bolz, aktuelle Cicero-Ausgabe
Medienwissenschaftler Norbert Bolz, aktuelle Cicero-Ausgabe

Der aktuelle Titel des Magazins Cicero ist eine starke Aussage: „Hatebook - die Pöbel-Demokratie“. Der Text dazu wurde vom Medienwissenschaftler Norbert Bolz geschrieben und er analysiert treffend das Spannungsfeld zwischen Hatespeech, Fake-News, Political Correctness und Medien. Dabei kommt Bolz zu einer vor allem für die Medien unbequemen Schlussfolgerung.

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Am Anfang steht die Diagnose: Online kritisiere man nicht, man hasse, so Norbert Bolz in der aktuellen Titelgeschichte des Cicero. Im Netz und zumal in den sozialen Medien herrsche eine „Rhetorik der Vernichtung“. Bolz: „Um zu verstehen, wie es zu den Hasskaskaden im Internet kommt, ist es hilfreich, an den Gebrauch von Fernwaffen zu denken: Die Distanz und die Anonymität enthemmen. Der Hater erlebt die Folgen des Hasses nicht unmittelbar.“

Das kann man so sehen, darum ist woanders auch gerne immer mal wieder die Rede von den asozialen Netzwerken. Im Folgenden befasst sich der Medienwissenschaftler mit den seiner Auffassung nach untauglichen Versuchen der Mainstreammedien, der Rhetorik des Hasses beizukommen: „Die in den Feuilletons entfaltete Polemik gegen das Postfaktische führt da kaum weiter, denn sie ist im Mythos von den unbezweifelbaren Fakten befangen.“

Das muss man erst einmal sacken lassen: Fakten helfen nicht weiter, so Bolz’ These, sie seien ein Mythos. Das ist starker Tobak aber er begründet diese These durchaus nachvollziehbar. Wenn jemand hasst oder ablehnt, dann könne man dies nicht mit Fakten kurieren. Zumal in der modernen Medienwelt eine Vielzahl an unüberprüfbaren Fakten nebeneinander stehen würden. Bolz führt dann den Begriff der „weißen Lügen“ ein: „Sie sind das Medium, in dem die politische Klasse und die Medienklasse gemeinsam den Mainstream kanalisieren. Weiße Lügen sind gut gemeinte Übertreibungen, mit denen man die unmündigen Bürger in die richtige Richtung schubst, also die Propaganda der Gutmenschen.“

Eine so genannte „weiße Lüge“ liege bereits dann vor, so Bolz, wenn eine Redaktion auf eine Nachricht verzichte, um damit keine Fremdenfeindlichkeit auszulösen. Es gab in der Vergangenheit einige Beispiele hierfür, die allerdings oft den exakt gegenteiligen Effekt hatten. Bolz: „Political Correctness ist die linke, Fake News die rechte Variante derselben Realitätsverweigerung.“ Da kann man mal einen Augenblick darüber nachdenken. Auch das Prinzip der Echokammern und Filterblasen hätten die Rechten nicht exklusiv. Ein Blick in Facebook und Twitter zu entsprechenden Accounts genügt um zu sehen, dass Bolz hier recht hat.

„Vielleicht handelt es sich um den Schwanengesang der Leitmedien“

Also: Fakten helfen nicht weiter und rechts wie links wird die Welt nach der jeweiligen Fasson zurechtgebogen. Was für eine deprimierende Schlussfolgerung. Oder? Bolz sieht das gar nicht so: „Müssen wir tatsächlich befürchten, dass die Welt aus den Fugen gerät, wenn die Leute nicht mehr die Süddeutsche Zeitung oder den Spiegel lesen, sondern ihre Informationen aus den sozialen Medien beziehen? Vielleicht handelt es sich ja nur um den Schwanengesang der klassischen Leitmedien.“

Seiner Meinung nach, sollten sich die Medien von „regierungsnahen Meinungen“ und „volkspädagogischen Intentionen“ verabschieden. Wobei: Fragte man SZ- oder Spiegel-Leute, würden die natürlich auch für sich in Anspruch nehmen, regierungskritisch und keinesfalls „volkspädagogisch“ zu sein. Am allerwenigsten würde das vermutlich der Cicero für sich in Anspruch nehmen, der in der Vergangenheit bereits große Erfolge mit Titeln gefeiert hat, die sehr kritisch mit der Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin abgerechnet haben. Und immerhin hat Norbert Bolz mit dem Cicero ja auch ein Magazin gefunden, das seinen Text zur Titelstory gemacht hat.

Soll heißen: Es gibt ja in Deutschland also durchaus eine Vielzahl an Farben und Stimmen in der Medienlandschaft. Sollte dem einen Leser eine Publikation als zu pädagogisch oder regierungsnah scheinen, steht es ihm oder ihr frei, sich woanders zu bedienen. Letztlich werden die Echokammern und Filterblasen bei Facebook nicht zuletzt von Medien befüllt. Die sind mal eher links, mal eher rechts, mal seriös, mal marktschreierisch, mal klickgeil, mal analytisch. Und neben dem Hass und den Pöbeleien gibt es bei Facebook auch haufenweise putzige Tiervideos, Kochrezepte, Parodien, kluge Artikel, Urlaubsbilder und Bürowitze.

Echokammern und Hass – das schreibt auch Bolz im Cicero – gab es schon immer. Im Zeitalter von Social Media wird deren Wahrnehmung verstärkt. Das ist mittlerweile allgemein akzeptiert. Das Neue ist aber auch, dass wir im Zeitalter von Social Media vielleicht zum ersten Mal in die Echokammern der anderen hineinschauen können und es uns dabei enorm gruselt. Das gilt für rechts wie links. Womöglich dauert es einfach eine gewisse Zeit bis wir lernen, die Vorurteile der jeweils anderen auszuhalten. Das ist es, was Bolz eine liberale Haltung nennt. Liberal gegenüber anderen Ansichten zu sein, war wohl noch nie so schwer wie heute. Und gerade darum ist eine solche Haltung so erstrebenswert.

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Alle Kommentare

  1. Hallo Herr Winterbauer,
    Eine medienkritische Vorlage, die durch Sie gut aufgegriffen. Also: nicht plattgemacht, und das heißt ja heutzutage schon was. Wer sagts denn. Was stärker herausgearbeitet werden sollte, jedoch ohne Medien, bei uns also garnicht funktionieren kann sind Hintergrundgespräche zw. Politikern und hochkarätigen Medienvertretern, zu denen Stillschweigen verabredet wird.
    Es führt zu einem gemeinsam entstehenden Elite-Bewußtsein von Medienvertretern und Politikern, welches hier und da – versehentlich – durch Medienvertreter sogar eingeräumt wurde. Dies bereits ist fatal.
    Die gesellschaftliche Katastrophe wird komplett dadurch, daß die politischen Parteien in zentralen Fragen inhaltlich miteinander nicht mehr in Konkurrenz traten. Da gibt es eine Ansprache. Sie bieten zueinander keine Alternativen mehr. Wahlen wurden unwirksam, um der Republik eine durch den Wähler beeinflußbare Richtung geben zu können, die Chance des unblutig verlaufenden Machtwechsel durch Wahl – das Kernanliegen der Demokratie – ist bei uns ausgehebelt worden.
    Dahinter stand eine gemeinsame Strategie der politischen Kaste, ihr Verständnis von Europa einführen zu wollen. Parlamente wurden entmachtet, Verfassungen werden entkernt. Der Souverän wurde unter den Augen des Verfassungsgerichts ausgebootet bei der garantierten SelbstBestimmung, unter welcher Verfassung, in welcher Gesellschaft er leben will.
    Nichts von dem was mit dem heutigen Europa zu tun hat ist jemals zur Wahl gestellt worden, wo es zur Wahl gestellt wurde (z.B. Frankreich), wurden die abschlägigen Wahlergebnisse kassiert.
    Dies alles entspringt einer Absprache der großen europäischen Parteien, das Drehbuch geht u.a. auf Jean Monnet zurück. Läßt sich nachlesen.
    Es wurde ein Straßburger Quasi-Parlament geschaffen, eine Kommission etabliert, die nicht demokratisch legitimiert ist, Einführung des Euro mit falscher Zielsetzung und fatalen Konsequenzen, denen man jedoch nicht Rechnung tragen wird (alternativlos) , bis es definitiv nicht mehr weitergehen kann. DH bis alles in Scherben liegt. Nach der Wahl werden wir dazu übergehen, Rest- Europa nun auch offiziell zu finanzieren.
    In diesen Konsens (es gibt hierzu noch weitere, sehr bedeutende Bereiche) haben sich die Medien einbinden lassen. Sie sind Teil eines Komplotts, haben ihre Kontrollfunktion eingetauscht gegen eine lenkungs- sagen wir es ruhig: eine Propagandafunktion. Tatsächlich ist es noch bedrückender, weil sie dazu das ihnen zunächst entgegengebrachte Vertrauen, die anfängliche Arglosigkeit der Menschen hemmungslos mißbraucht haben.
    Das Ergebnis erleben wir heute als Haß, der sich gegen alles und jeden zu richten beginnt.
    Die amerikanische Antwort war Trump, der nichts anderes garantierte als, den auch dort verhaßten Eliten entgegenzutreten. Wird er scheitern ? wahrscheinlich. Der Haß, die hetze ist zu groß. Die Amis haben es wenigstens versucht, sich der unheilvollen Umklammerung ihrer überheblichen, pflichtvergessenen medienpolitischen Lenkungs-Elite zu entwinden.

    Daß die aus Ohnmacht resultierenden, individuellen Wahrnehmungen und Deutungen sich nicht an irgendeiner Realität, sondern an persönlichen Befürchtungen und Ängsten orientiert ist doch verständlich.

    Bei uns in der BRD sind Wahlen keine Option mehr, dies lassen unsere spezifischen deutschen Bedingungen nicht mehr zu. Die Konsequenzen der über uns zusammenbrechenden kulturellen und gesellschaftlichen Entwurzelung werden bereits sichtbar, lassen sich aber noch medial wegschwadronieren.

    Also wird der Haß zunehmen. Er hat nichts mit den sozialen Medien zu tun und dürfte auf diese auch nicht begrenzt bleiben.

    In der Tendenz wird die Bundeswehr nicht wenige Kilometer vor Leningrad ihre Stellungen einnehmen, sondern wohl eher in europäischem Auftrag im Innern benötigt werden.

    Jetzt sind erst mal Karnevalsumzüge mit den Themen, die man als noch zulässig durchgehen läßt.

  2. Die Mainstreammedien könnten gegen Facebook nichts ausrichten … wollen sie das denn?

    Nutzen diese Medien Facebook & Co. nicht einfach, um ihren eigenen Qualitätsstatus zu inszenieren? Sherlock Holmes benötigt den dümmlichen Watson, damit er selbst intelligent erscheint. Die Mainstreammedien brauchen mittlerweile Facebook, damit sie sich mit dem Anschein des Qualitätsmediums umgeben können. Als die Privatsender den Markt eroberten, grenzte man sich noch von deren „Schund“ ab. Die Süddeutsche Zeitung und andere grenzten sich von der BILD ab; man erinnere sich an die wütenden SZ-Proteste über einen Henri-Nannen-Preis für BILD-Mitarbeiter.

    Heute gelingt die Abgrenzung dank der breiten Boulevardisierung der Medien nicht mehr. Man sehe sich nur die von Hass und Verachtung triefenden Kampagnen der Mainstreammedien gegen Trump an. Das ist nicht mal mehr Boulevard. Boulevard ist offen und weit. Das ist Gassenjournalismus oder auch Gossenjournalismus. Aber Gott sei Dank, es gibt noch Facebook! Dagegen sieht man doch – noch – ganz gut aus, oder nicht?

    Ach ja: Den Facebook-Button und die Aufrufe in jeder Live-Sendung, doch auf Facebook zu folgen, die will niemand von den Verantwortlichen abschaffen. Soweit will man dann doch nicht gehen, denn das kostete ja Einschaltquoten und Page Impressions.

  3. Die Mainstream-Medien verbreiten selbst laufend Fake-News bei Facebook.

    So zum Beispiel Welt.

    Der Artikel auf der Homepage ist in Ordnung. https://www.welt.de/politik/deutschland/article162319587/Dresdner-Polizei-laesst-sich-von-Pegida-Anhaenger-helfen.html

    Aber bei Facebook gibt Welt Kommentare ab, die inhaltlich vollkommen falsch sind und nur Hetze gegen Dresden und besonders die Polizei dort darstellen.

    1. WELT Das Zivilpersonen Aufgaben der Polizei übernehmen.
    Gefällt mir · Antworten · 35 · 15 Min · Bearbeitet als Antwort auf „Tanja Wölkl Was ist jetzt genau das Problem?“

    2. WELT Vielleicht haben Zivil-Personen grundsätzlich keine Polizeiaufgaben zu übernehmen?
    Gefällt mir · Antworten · 88 · 1 Std

    3. WELT Aber man erkennt bei jedem, ob er als Polizist im Einsatz ist.
    Gefällt mir · Antworten · 39 · 1 Std

    4. WELT Nein, er darf es auch so nicht. Stichwort: Gewaltmonopol.
    Gefällt mir · Antworten · 36 · 1 Std

    5. WELT Du lenkst ab, Erik. Das Problem, um das es hier geht, ist die Untergrabung des Gewaltmonopols.
    Gefällt mir · Antworten · 33 · 1 Std · Bearbeitet

    Welt behauptet hier also, weil eine Privatperson dem Polizisten beim Schleppen geholfen hat, wäre das Gewaltmonopol des Staates verletzt. Unterstellt wird zugleich der Polizei, Pegida zu unterstützen und damit auch diese Gesinnung zu teilen.

    Diese Fake-News werden unter alle von den Lesern abgegebenen Kommentare gepostet.

    Das Gewaltmonopol des Staates wurde aber nicht verletzt. Die Verfügung, den Platz zu räumen, wurde von den Polizeibeamten ausgesprochen.

    Platzverweise auf öffentlichem Grund darf nur die Polizei aussprechen. Das ist eine hoheitliche Aufgabe. Das Schleppen von Menschen ist keine hoheitliche Aufgabe. Hier darf die Polizei sich der Hilfe Privater bedienen.

    Beispiele zur Verdeutlichung:

    1. Wenn ein Baum nach einem Sturm droht, auf eine Straße zu fallen, darf die Polizei verfügen, dass der Baum entfernt wird. Die Polizisten schleppen den Baum jedoch nicht selbst weg. Sie dürfen sich dabei der Unterstützung durch Privatunternehmen und Privatpersonen bedienen.

    2. Die Polizei darf das Abschleppen von Fahrzeugen verfügen. Das Abschleppen selbst wird auf Privatpersonen übertragen.

    Foristen, die Welt auf die Fehlerhaftigkeit der Aussagen hingewiesen haben, wurden anschließend einfach blockiert.

    Für mich das ist reine Hetze. Hier versuchen Redakteure mit inhaltlich falschen Behauptungen Stimmung zu machen.

    1. Weiteres Beispiel für Fake-News bei Welt:

      https://www.welt.de/politik/deutschland/article162305931/Schueler-Union-Chef-begruesst-Abschiebung-eines-Schulkameraden.html?wtrid=socialmedia.socialflow….socialflow_facebook

      Zitat: „Dafür, dass die anderen dem Flüchtling helfen wollen, hat Leonhardt kein Verständnis.“

      Der Asylantrag der betreffenden Person wurde von den Behörden abgelehnt, weil diese Person kein Flüchtling ist und damit keinen Anspruch auf Aufenthalt in Deutschland hat.

      Ein Gerichtsurteil hat festgestellt, dass die betreffende Person kein Flüchtling ist und der Person daher der Flüchtlingsstatus daher nicht zusteht.

      Trotzdem wird die Person, der Abschiebung droht, als Flüchtling bezeichnet. Da fragt man sich, wie viele Gerichte noch feststellen sollen, dass die betreffende Person kein Flüchtling ist, bevor die Redaktion diese Faktenlage zur Kenntnis nimmt.

      In solchen Artikeln äußert sich die Missachtung gegenüber allen rechtsstaatlichen Grundsätzen. Eigene politische Überzeugungen werden über rechtsstaatliche Grundsätze gestellt.

  4. In den USA gab es einen wissenschaftlichen Vergleich der Sprache von Trump-Anhängern und -Gegnern. Letztere war inhumaner.
    Wenn man seit 2015 hier einen Vergleich machen würde was in den Medien (nicht privaten Kommentaren) statt findet, wäre das Ergebnis noch eindeutiger.

    „Erbärmlich, unmenschlich, rassistisch, islamophob, dumm, rückständig, kleinlich, kaltherzig..“ usw.. Das ist das normale Repertoire von Adjektiven im angeblich „linken“ Mainstream, wenn es darum geht die Kritiker offener Grenzen und des totalitären Islam zu diffamieren.

    1. Es sieht bei Facebook tatsächlich so aus. Ich habe es in den letzten Tagen ausprobiert. Jede Kritik am politischen Islam wird mit wüsten Beschimpfungen beantwortet.
      Auf Nachweise wie Zitate und Links, Argumente, Differenzierungen zwischen politischem Islam und dem spirituellen Islam wird nicht eingegangen.
      Man wird ausschließlich in wüsten Tönen beleidigt. Die meisten dieser Beleidigungen wären justitiabel.

      Die Personen, die sich für links oder weltoffen halten, sind in einem Maße enthemmt und verbal gewaltbereit, dass man sich nach zwei Tagen wie in einer Gesinnungsdiktatur vorkommt. Eine Diskussion über Zahlen oder Fakten ist nicht möglich.

  5. Die tonangebenden Medien mit ihrer einseitigen Berichterstattung im Sinne der Fast(allparteinregierung) einfach übertrieben und – jedenfalls für mich – dauerhaft an Glaubwürdigkeit verloren. Und dann muss man sehen, dass gerade die dominierenden öffentlich-rechtlichen Sender – aber auch viele Printmedien (z.B. durch das Schalten von teuren Anzeigen) von der Politik abhängig sind und bleiben. Von daher ist keine Änderung von dem Kurs der Meinungsmanipulation und der Abwertung andere Sichtweisen zu erwarten.

  6. Entschuldigung…. aber dieses „wir“ ist verräterisch. Wer Sätze schreibt wie „…dass WIR im Zeitalter von Social Media vielleicht zum ersten Mal in die Echokammern der anderen hineinschauen können und es UNS dabei enorm gruselt.“ Wer ist denn dieses „wir“ und „uns“??? Sind das die „guten, tollen, klarsichtigen, intelligenten, kurz „die Besseren“? Und vor andersmeinenden „gruselt man sich“? Boah eye… Es ist schon erstaunlich, dass Deutschland glaubt, es sei eine „ganz dolle Demokratie“. In Wirklichkeit hat genau das, was sehr viele Leute so wütend gemacht hat: Eine Mainstream-Meinung, ein Establishment-Getue, ein „Werte-Gelaber“ das sich viele zurechtgelogen haben. So haben sich „die Werte-Deutschen“ ein Mäntelchen umgehängt, das viele nicht akzeptiert aber – leider – geschwiegen haben. „Die“ sind nicht so wie „die Franzosen“ und andere, die wütend auf die Straße gehen. „Die“ hocken auf ihren Sofas und werden immer wütender. Ich glaube, zuerst haben „die Pegidas“ für all diese Wütenden das Tor geöffnet. Der Rest ist bekannt. Wenn heute Döpfner erklärt, WIE sich die Medien ändern müssen und das Handelsblatt um Zuschriften bittet, was noch nicht passt, haben die Echokammern schon viel erreicht. Es wird aber noch viel mehr passieren müssen, bis wir so weit sind, dass die Medien endlich wieder ihre Aufgabe erfüllen statt aktuell zu zeigen, wie dämlich sie sich im täglichen Trumpismus ergeht, Daten, Tweets, Karikaturen sammelt und sich dran aufgeilt. Soll ich Ihnen was sagen: Es ist ein schlimmer Rückfall in alte Zeiten, denn nichts, was ihr da gegen Trump sammelt und das ganz toll findet, hat irgendeine Wirkung auf das, was in Amerika passiert. Oder gar auf uns… Das ist sinnnlos vertane Zeit, in der Ihr unsere Politiker und ihre Versäumnisse vor Euch hertreiben solltet.. Bringt nichts, bewirkt nichts, wozu also?? Als kleine Erinnerung, wofür Medien wichtig wären:
    „Parlamentarier und Regierung sollten auch aus den Medien erfahren, was im Volk gedacht und gewollt wird. Das Volk erfährt, was Parlament und Regierung vorhaben und tun. Schließlich üben die Medien gegenüber den Machthabern eine Kontrollfunktion aus, indem sie auch solche Informationen verbreiten, die jene gern geheim gehalten hätten, und zu diesen Informationen kritisch Stellung nehmen. Auf Grund dieser Kontrollfunktion werden die Medien auch als „Wachhunde“ der Demokratie (watchdogs) oder als „vierte Gewalt“ bezeichnet.“ (Zitat bpb). Im Moment könnte man sagen, Ihr Dogs watched alle nur noch Trump. Was hilft das „dem Volk“ hier in Deutschland? Es genügt vollkommen, sachlich zu berichten – der Mann ist demokratisch gewählt. Das scheinen viele in D nicht akzeptieren zu können. Leider. ,Dabei gehts hier grade darum, ob „das Volk“ den Medien noch glaubt. Wenn nicht, wird es nicht nur demokratisch duster sondern das Volk sucht andere Wege.

    1. Ihr Kommentar fasst das Grundgefühl sehr schön zusammen. Ich hoffe auch, dass sich etwas ändert. Gerade Leute wie Norbert Bolz sind da sehr wichtig, weil sie auf nüchterne, analytische Art und Weise dem linksliberalen Mainstream den Spiegel vorhalten, ohne zu polemisieren oder in Schwarz-Weiß-Denken zu verfallen. So bricht der Diskurs nicht ab. So kann Verständnis und Brückenbauerei zur anderen Seite gelingen, statt weiterer Polarisierung und Radikalisierung. Aber grundsätzlich darf der Bürger auch mal wütend sein und durchaus auch „Merkel muss weg“ rufen.

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