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Börsen-Schock für Oliver Samwer: Großinvestor zieht Reißleine und verkauft Rocket Internet-Anteile

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Bad News vom Großinvestor: Oliver Samwer, Vorstandschef der Rocket Internet AG

Kurssturz bei Rocket Internet: Der schwedische Investor Kinnevik verkauft massiv Aktien an der Berliner Web-Holding. Damit beschädigt der Großaktionär und langjährige Finanzierungspartner das Image des Rocket-Chefs Oliver Samwer. Der Internet-Unternehmer dürfte es künftig schwerer haben, Gelder bei Anlegern einzusammeln. Rocket-Mitaktionär United Internet hält Samwer hingegen weiter die Stange.

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Lange Zeit war der schwedische Investor Kinnevik einer der wichtigen Finanzierungspartner für den Internet-Emporkömmling und Rocket-Chef Oliver Samwer. Gemeinsam investierten Samwer und der damalige Kinnevik-Chef Lorenzo Grabau in diverse Internetgesellschaften – darunter in Home 24. Doch die Beziehung zwischen den beiden Partnern kriselte zunehmend. Anlass hierfür war unter anderem die Global Fashion Group, in der Rocket Internet mehrere Online-Modehändler gebündelt hat. Danach lagen sich Grabau und Samwer über die Bewertung der Gesellschaft im Clinch. Der Kinnevik-Chef verkündete deshalb im Mai vergangenen Jahres, sein Engagement bei der Berliner Start-Up-Fabrik auf den Prüfstand zu stellen. „Der Wert von Rocket ist jetzt eindeutig gedrückt. In zwei bis drei Jahren werden die Unternehmen im Rocket-Portfolio reifen. Dann werden wir unsere Position neu bewerten“, sagte der Investmentchef der Tageszeitung Dagens Nyheter damals – wenige Monate vor seinem Ausscheiden. Denn im Dezember wurde Grabau überraschend gefeuert.

Jetzt hat sein Nachfolger und Finanzchef Joakim Andersson schneller als erwartet das Engagement auf den Prüfstand gestellt und überraschend die Reißleine gezogen. Die Schweden stellen die Hälfte ihrer Aktien an der Berliner Internet-Holding zum Verkauf. Kinnevik platzierte binnen weniger Stunden über die Investmentbank Bank of America Merrill Lynch 10,9 Millionen Aktien. Die Notierung von Rocket Internet brach daraufhin gestern zeitweise um zehn Prozent ein. Heute setzte sich der Abwärtsstrudel fort. Der Kurs gab um mehr als 15 Prozent auf 18,14 Prozent nach. Kinnevik hielt bisher gut 13 Prozent an Rocket Internet und war damit der zweitgrößte Aktionär.

Der Ausverkauf der Schweden bei Rocket Internet war allerdings abzusehen. Im Juni 2016 gab Kinnevik seine beiden Aufsichtsratssitze bei den Berlinern auf, Ende 2015 hatte Grabau bereits den Posten des Vorsitzenden im Kontrollgremium der Berliner geräumt. Der Grund hierfür war angeblich ein Zoff über den geplanten Börsengang von Hello Fresh. Doch nicht nur für die Schweden entwickelte sich die Beteiligung an Rocket zum Fehlgriff.

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Bitter musste dies auch United Internet-Chef Ralph Dommermuth erfahren. Der erfolgsverwöhnte Web-Unternehmer (1&1, Web.de) war kurz vor dem Aktienplatzierung bei der Berliner Web-Holding mit 10 Prozent eingestiegen. Nach dem Börsengang zeigte der Rocket-Kurs jedoch nur noch eine Richtung: steil bergab. Dommermuth war daher gezwungen, in den ersten beiden Quartalen vergangenen Jahres hohe Wertberichtigungen auf sein Rocket-Paket vorzunehmen. „Angesichts eines Schlusskurses (Xetra) der Rocket Internet Aktie von 17,47 Euro zum 30. Juni 2016 wirkten sich die nicht-cashwirksamen Wertminderungen im 1. Halbjahr 2016 mit -254,6 Mio. Euro auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) sowie mit -1,25 EUR auf das EPS aus“, teilte United Internet damals mit.

Dennoch hielt Dommermuth Samwer die Stange: Seine Gesellschaft, so ließ er verlauten, sei „unverändert von den großen Marktchancen von Rocket Internet überzeugt“. Auch nach dem Rückzug der Schweden will der 1&1-Chef an seinem Rocket-Anteil festhalten. „Wir halten unverändert 8,3% an Rocket Internet und planen nicht, unsere Anteile zu verringern. Die Beteiligung ist für uns strategisch und langfristig angelegt“, erklärt ein Sprecher von United Internet gegenüber MEEDIA.

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Alle Kommentare

  1. Man kann nur hoffen, dass diese Parasitenfirma, deren Geschäftsmodell auf reinem Plagiatorentum beruht, irgendwann vom Markt verschwindet. Ich habe auch nie verstanden, warum die Samwer-Brothers von manchen Medien zu deutschen Steve Jobs und Bill Gates hochgejazzt wurden, denn deren Strategie ist das Gegenteil von Innovation und hat sie zu einem der meistgehassten Unternehmen im Valley gemacht.

  2. Pro7 AG steht doch auch nicht wirklich besser da…

    17% mehr Umsatz, aber nur 10% mehr Gewinn…

    UND den auch noch aus dem Nebengeschäft… Flugportale, Partnerbörse usw.

    Also eher Eintagsfliegen als nachhaltiger Umsatz!

    Mit den Einschaltquoten im TV-Geschäft geht´s bergab. Dabei ist Free- DVBT noch nicht einmal abgeschaltet… das kommt erst noch.

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