Kriminalität bei Flüchtlingen, brasilianische Gefängnisse und die Grausamkeit der Menschen: Crime dominiert in den Blendle-Charts

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Die Nummer 1 der Blendle-Verkaufs-Charts

Der Themenkomplex Kriminalität hat die Blendle-Nutzer in der vergangenen Woche besonders interessiert: Gleich drei der Top-5-Plätze in den Verkaufs-Charts des Journalismus-Shops gehen an Crime-Artikel. Ganz vorn: Der Tagesspiegel mit jungen Flüchtlingen, die in Deutschland kriminell werden. Zwischen die Crime-Text schob sich die freundin mit "Welche Diät funktioniert wirklich".

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„Das Messer, sagt Rachid, 17, hat er immer dabei. Er ist Flüchtling in Berlin – und kriminell. Nur einer von vielen Einzelfällen. Doch es könnten noch weit mehr werden. Und die Jugendhilfe ist darauf nicht vorbereitet“. So beginnt „Sie wissen, was sie tun“, der Blendle-Bestseller der Woche aus dem Tagesspiegel, der sich dem heiklen Thema Kriminalität unter jungen Flüchtlingen widmet.

Ebenfalls um Kriminelle, allerdings in brasilianischen Gefängnissen, geht es auf Platz 2 der Charts: Boris Herrmann beschreibt in einer Reportage für die Süddeutsche Zeitung die unglaublichen Zustände dort: „Massenmord in Manaus, 200 flüchtige Gefangene in São Paulo, über 100 Tote während eines Polizeistreiks in Vitória, Gefängnisaufstand in Belo Horizonte, 14 Tage Rebellion in Natal – Folter, Sadismus, Kannibalismus.“ Ein eindrucksvoller und beängstigender Text.

Beinahe noch beängstigender ist das stern-Interview mit dem Psychiater Jan Ilhan Kizilhan auf Platz 5: Er hat mit Opfern und Tätern des Islamischen Staates gesprochen – und kommt zu dem Ergebnis: „Wenn die Umstände passen, kann jeder Menschen köpfen. Der Wunsch zu ‚überleben‘, als Einzelner, als Volk, als Religionsgemeinschaft oder ideologische Gruppe, ist stärker als Kultur und Zivilisation.“ Wer das Interview liest, wird unweigerlich über die fragile Gesellschaft nachdenken, in der wir auch in Europa leben.

Zwischen die drei bedrückenden Kriminalitäts-Themen schaffte es zweimal Lebenshilfe: Diäten aus der freundin, sowie Ruhe und Entspannung aus dem SZ-Magazin. Die freundin schaffte es auf Platz 4 übrigens zum ersten Mal überhaupt in die Blendle-Top-Ten.

Die Blendle-Top-Ten der meistverkauften deutschen Artikel vom 15. bis 21. Februar 2017:

1. „Sie wissen, was sie tun“ – Der Tagesspiegel, Hannes Heine, 1717 Wörter, 45 Cent
Ein Bericht darüber, wie schnell jugendliche Geflüchtete in die Kriminalität abrutschen. Ein Sozialarbeiter schätzt die Lage als sehr ernst ein.

2. „Die Hölle, das sind wir“ – Süddeutsche Zeitung, Boris Herrmann, 2330 Wörter, 79 Cent
Die Zustände in Brasiliens Gefängnisse sind unvorstellbar. Diese Reportage stellt eine Welt aus Folter, Sadismus und Kannibalismus vor.

3. „Welche Diät funktioniert wirklich“ – freundin, Eva Meschede, 2094 Wörter, 55 Cent
Interview mit einer Ernährungsexpertin, die mit den gängigen Diätmythen aufräumt.

4. „Stillstand irritiert uns“ – Süddeutsche Zeitung Magazin, Tobias Haberl, 2675 Wörter, 79 Cent
Philosoph Ralf Konersmann verspricht, mit diesem Interview Ruhe und Entspannung zu verbreiten.

5. „Jeder Mensch kann köpfen. Sie auch“ – stern, Frauke Hunfeld und Jan Rosenkranz, 2352 Wörter, 65 Cent
Ein Psychiater und Orientalist hat mit IS-Kämpfern gesprochen und gibt hier Einblicke in die Grausamkeit des Menschen.

6. „Ich denke ganz anders„, Der Spiegel, Markus Feldenkirchen und Melanie Amann, 2336 Wörter, 75 Cent
Spiegel-Interview mit Björn Höcke. Er spricht unter anderem über die Dresdner Rede und seinen angedrohten Ausschluss aus der AfD.

7. „80 mm bis ins Glück“ – Reportagen, Marco Lauer, 4356 Wörter, 50 Cent
Der Reportagen-Autor begleitet über ein halbes Jahr einen Mann, der sich in einer schmerzhaften Prozedur die Beine verlängern lässt.

8. „You’re fired!“ – Die Zeit, Steven Hill, 2427 Wörter, 89 Cent
US-Autor Steven Hill fragt, ob wir Technologien, die unsere Arbeitsplätze vernichten, nicht einfach verbieten sollten.

9. „Hör zu, Boss!“ – Die Zeit, Leonie Seifert, 3333 Wörter, 89 Cent
Ein Bericht darüber, was heute alles von Vorgesetzten erwartet wird, und was sie von Pavianen lernen können.

10. „Monster sind nicht charmant, oder?“ – Süddeutsche Zeitung Magazin, Lars Reichardt, 3374 Wörter, 79 Cent
Ein Interview mit Bettina Göring, Großnichte von Hermann Göring. Sie spricht über ihre gespaltene Sicht auf ihn: Psychopath und guter Onkel.

(Quelle des Rankings und der Artikel-Zusammenfassungen: Blendle)

Die Top 3 der meistverkauften Artikel aus den Ressorts Medien und Tech wird vom Steven-Hill-Text aus der Zeit angeführt, dahinter folgen das Abschalten von DVB-T und die Zukunfts-Veränderungs-Pläne von Google.

1. „You’re fired!“ – Die Zeit, Steven Hill, 2427 Wörter, 89 Cent
US-Autor Steven Hill fragt, ob wir Technologien, die unsere Arbeitsplätze vernichten, nicht einfach verbieten sollten.

2. „Schluss mit dem Kostenlos-TV“ – Welt, Max Zimmermann, 1003 Wörter, 35 Cent
Welche Alternativen gibt es noch nach der Abschaltung von DVB-T?

3. „Rückkehr zur Erde“ – Capital, Max Chafkin und Mark Bergen, 3166 Wörter, 89 Cent
Capital liefert Hintergründe zu Googles „Moonshots“, den Projekten, mit denen Google die Zukunft verändern will.

(Quelle des Rankings und der Artikel-Zusammenfassungen: Blendle)

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