Anzeige

Steigt Bauer Media ins Digitalradio ein? Ausschreibungsfrist für zweites DAB-Multiplex kurz vor Ende

Bauer-Topmanager Andreas Schoo, Digitalradio DAB+: „hohes Interesse an einer guten Verbreitung“
Bauer-Topmanager Andreas Schoo, Digitalradio DAB+: "hohes Interesse an einer guten Verbreitung"

Er ist ein neuer Hoffnungsträger im Hörfunkmarkt: das digitale Radio via Antenne - kurz DAB plus. Bis Freitag um 12 Uhr können sich Unternehmen für ein zweites DAB+ Multiplex bewerben. Im Vorfeld hatten sich für das bundesweite Hörfunkangebot viele Medienunternehmen interessiert - darunter der Hamburger Großverlag Bauer Media. Doch bislang hat kein Unternehmen ein Angebot abgegeben. Offenbar warten die Interessierten bis zur letzten Minute.

Anzeige
Anzeige

In Großbritannien ist der Hamburger Bauer Verlag nach dem Zukauf der Orion-Gruppe im vergangenen Jahr Marktführer im Radiogeschäft, hierzulande spielt der Großverlag im Hörfunkmarkt bislang kaum eine Rolle. Das jedoch könnte sich jedoch ändern. Bis Freitag müssen Interessenten ihre Bewerbung für das zweite DAB+ Multiplex abgegeben haben. Bislang hat jedoch noch kein Plattform-Betreiber gemeldet. „Der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien liegen derzeit noch keine schriftlichen Bewerbungen vor“, erklärt ein SLM-Sprecher auf MEEDIA-Anfrage. In Branchenkreisen wird davon ausgegangen, dass potenzielle Interessenten ihre Bewerbung erst kurz vor Ablauf der Angebotsfrist einreichen.

Der Bauer Verlag hatte jedoch in der Vergangenheit Interesse signalisiert. Mehrfach hatte Konzerngeschäftsführer Andreas Schoo mit einem Einstieg bei DAB+ in Deutschland geliebäugelt, sobald die Rahmenbedingungen stimmten. „Wir haben ein hohes Interesse an einer guten Verbreitung von DAB+ in Deutschland“, sagte Schoo der Süddeutschen Zeitung und ergänzte: „Wir kennen uns aus mit der Technik und den Inhalten, hätten auf einen Schlag zahlreiche Kanäle anzubieten“. Momentan sei es aber „leider so, dass DAB+ nach wie vor diskutiert und immer noch nicht entscheidend realisiert wird“.

Bauer hatte zuletzt zwei ausgewiesene Experten ins Boot geholt, um das Digitalradio hierzulande bundesweit bekannter zu machen: Steve Parkinson von Bauer Media aus London und Lena Puntila von Bauer Media Oy. Ob der Verlag ein Angebot abgibt, will ein Firmensprecher auf MEEDIA-Anfrage nicht sagen. Er verweist erneut auf ein altes Statement von Carsten Schüerhoff, Geschäftsleiter Radio, TV und New Business bei Bauer: „Wir werden uns den Ausschreibungstext anschauen und danach eine Entscheidung treffen.“

Anzeige

Beteiligen sich die Hamburger am zweiten DAB+ Multiplex, könnte Schoo beim Aufbau des Geschäfts auf Erfahrungen aus Großbritannien zurückgreifen. Hier hat das Medienunternehmen seit geraumer Zeit eine zweite DAB plus-Abdeckung aufgebaut. Denn in England ist das Digitalradio sehr beliebt. Die Verbreitung liegt hier bei mehr als 50 Prozent. Bauer ist dort bereits mit elf Millionen Digitalradio-Hörern pro Woche Marktführer unter den privaten Rundfunkunternehmen. Das ist jedoch nicht alles. Der Verlag ist hier zudem an mehr als 80 UKW-Stationen beteiligt.

Als weiterer Interessent für das 2. Multiplex gilt hierzulande ferner der Leipziger Immobilienkönig Steffen Göpel. Der Geschäftsmann verfügt durch den Verkauf der Mehrheit an der Immobiliengruppe GRK-Holding angeblich über eine gut gefüllte Kriegskasse. Diese könnte er einsetzen, um mit Partnern eine Kette an privaten Radiostationen aufzuziehen, die für eine nationale Werbevermarktung interessant sind. Erfahrene Branchenmanager wie Florian Schuck, ehemals Geschäftsführer der Radio Saarbrücken GmbH, hat Göpel bereits an seine Seite geholt, um seine Expansionspläne zu verwirklichen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige