Idee aus dem Buchmarkt: Filmmagazin Screen macht Leser zu Reportern

Screen-Verleger Jens de Buhr
Screen-Verleger Jens de Buhr

Im hart umkämpften Markt der Filmzeitschriften beschreitet der Special-Interest-Titel Screen neue Wege. Er macht seine Leser zu einer Art Reporter, die für das Printprodukt Empfehlungen aktueller Kinostreifen schreiben sollen. Der Clou: die Zeitschrift wird dadurch für die Filmwirtschaft interessanter, da Kinoproduzenten und Verleiher eine weitere Stimme für ihre Marktforschung bekommen. Die Idee hierfür ist allerdings nicht ganz neu. Sie gibt es bereits im Buchmarkt.

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Ob die Vorgeschichte des legendären Menschenaffens King Kong in „Kong: Skull Island“, der Science-Fiction-Streifen „Logan: the Wolverine“ oder der zweite Teil des Action-Thrillers John Wick – das Kinojahr verspricht einige neue Blockbuster. Jetzt geht die Film-Programm-Zeitschrift Screen in die Offensive, um ihren Abonnentenstamm in den hart umkämpften Segent zu halten und das Anzeigengeschäft auszubauen. Dazu macht Screen-Herausgeber Jens de Buhr die Abonnenten zu Reportern. Sie sollen ausgewählte Blockbuster bewerten. Ihre Meinungsbeiträge werden im Heft abgedruckt. Als Dank dürfen sie die zugeschickten Blue Rays behalten.

Die Maßnahme ist pfiffig und vor allem für die Filmwirtschaft interessant. Denn bislang werden die Kinoproduktionen durch die Profis der Screen-Redaktion bewertet, jetzt kommen die Leser als Empfehlungsgeber hinzu. „Die Industrie schätzt unser System, weil man so ein direktes Feedback von (Film)Konsumenten bekommt und diese Ergebnisse in einem renommierten Film-Magazin landen als redaktionelle Empfehlung/Kritik. Es ist also mehr als Marktforschung“, erklärt Screen Magazin-Herausgeber Jens de Buhr gegenüber MEEDIA. Die Idee ist im Mediengeschäft allerdings nicht ganz neu. So können Leseratten beispielsweise neu erschienene Bücher gewinnen, wenn sie vor der Einführung eines Titels Rezensionen unter www.vorablesen.de schreiben.

Der Verleger de Buhr hofft, dass sich die ungewöhnliche Leseraktion auch positiv auf das Anzeigengeschäft auswirkt. Denn für die Filmindustrie gewinnt die Zeitschrift durch die authentischen Bewertungen der Leser einen größeren Stellenwert. Zugleich baut der ehemalige Capital-Redakteur mit den Filmreportern eine eigene Community auf. Sie identifiziert sich stärker mit dem Titel, die Abonnenten halten dem Produkt zudem mehr die Treue.

Von dem Film-Programmzeitschrift für DVDs und Blue Rays verkauft de Buhr rund 16.940 Exemplare. Erschienen ist der Special-Interest-Titel 1997 erstmals in Deutschland unter dem Namen DVD Magazin, zeitweise hieß er Screen DVD Magazin. Die Zeitschrift ist Teil eines breit gefächerten Magazinsreichs. Flaggschiff ist das DUB-Unternehmermagazin (Deutsche Unternehmerbörse), das sich vor allem an mittelständische Unternehmer richtet. Der Corporate Publishing-Dienstleister JDB Media beschäftigt 80 Mitarbeiter.

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