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Fact Checking nicht für umme: G+J will Facebook bei Fake News helfen, fordert aber „Geschäftsbeziehung“

G+J-Chefin Julia Jäkel will Soziale Netzwerke wie Facebook stärker in die gesellschaftliche Verantwortung nehmen
G+J-Chefin Julia Jäkel will Soziale Netzwerke wie Facebook stärker in die gesellschaftliche Verantwortung nehmen

Facebook hat eine ganze Reihe von deutschen Medien angesprochen, beim Kampf gegen so genannte Fake News mitzuhelfen. Das Journalismus Büro Correctiv ist dabei, ARD und ZDF haben abgesagt, Focus Online prüft noch, ist aber "grundsätzlich bereit". Auch Gruner + Jahr wurde von Facebook angefragt und zeigt sich grundsätzlich gesprächsbereit. "Wenn wir dann sinnvoll daran mitwirken können, dass sich Falschmeldungen nicht weiter verbreiten, werden wir das tun. Wir freuen uns auf die Gespräche", so G+J-Chefin Julia Jäkel. Es gibt aber Bedingungen.

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Facebook habe Gruner + Jahr gebeten, die Social-Media-Plattform bei einer Initiative gegen Falschmeldungen zu unterstützen, teilt der Verlag mit. Im Zuge der „Fact Checking Initiative“ sollen Facebook-Nutzer Inhalte als „Fake News“ melden können. Dabei will Facebook Tools bereitstellen, mit denen Redaktionen von einem Algorithmus als zweifelhaft erkannte Nachrichten prüfen und diese gegebenenfalls als umstritten markieren können. Um eine Löschung von Inhalten geht es zunächst nicht.

„Wenn Facebook seine Initiative ernst meint – und wenn die Erklärung von Mark Zuckerberg über die künftige Rolle seines Unternehmens und die Zusammenarbeit mit Verlagen substanziell ist -, ist G+J zu Gesprächen über eine Mitwirkung gern bereit“, so G+J in einer Stellungnahme. Voraussetzung dafür sei, dass Facebook anerkennt, dass es auch in Zukunft allein für das Geschehen auf seiner Plattform verantwortlich bleibt. Facebook müsse bereit sein, die Verbreitung von News, die eindeutig als Falschmeldungen identifiziert sind, unverzüglich zu unterbinden – ebenso wie die möglichen finanziellen Einkünfte von Urhebern dieser Fake-News.

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Es sei außerdem eine Selbstverständlichkeit, dass eine Partnerschaft beim „Fact-Checking“ auch eine Geschäftsbeziehung begründen muss, so G+J. Im Klartext: Eine solche Dienstleistung gibt es vom Medienhaus nicht gratis. Bislang ist allerdings nicht bekannt, ob Facebook für die Fact-Checking-Hilfe durch Redaktionen oder Verlage Geld bezahlen will. G+J fordert außerdem eine „faire Erlösbeteiligungen für Inhalteanbieter ebenso wie die Anerkennung gemeinsamer Standards in der Werbewirkungsmessung. Zudem müssten die Bedingungen, nach denen Inhalte auf der Plattform verbreitet werden, für die Produzenten der Inhalte sichtbar gemacht werden.“

Julia Jäkel, CEO von Gruner + Jahr sagt: „Wir setzen darauf, dass das Facebook-Management mit Sheryl Sandberg an der Spitze an einem grundsätzlichen Dialog zwischen Publishern und Plattformbetreibern über die künftigen Formen unserer Zusammenarbeit interessiert ist und seine Verantwortung anerkennt. Wenn wir dann sinnvoll daran mitwirken können, dass sich Falschmeldungen nicht weiter verbreiten, werden wir das tun. Wir freuen uns auf die Gespräche.“

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Alle Kommentare

  1. So langsam aber sicher, dank Trump, zeigen die westlichen Mainstream Medien ihr wahres Gesicht. Gab es nicht schon zur NS Zeit oder in der ehemaligen DDR ein sog. „Wahrheitsministerium“?
    Die Medienmanagerin Julia Jäkel ist in Elitenkreisen sehr gut vernetzt, gehörte 2015 und 2016 zur Handvoll deutscher Teilnehmer bei der Bilderberg-Konferenz. Das von ihr geleitete Verlagshaus Gruner + Jahr befindet sich im Besitz von Bertelsmann, dessen Tochter Arvato bereits routinemäßig für Facebook Einträge von Nutzern löscht.

  2. Es ist nur eine Frage der Zeit bis einer der derzeit wie Pilze aus dem Boden sprießenden „Fakten-Checker“, Correctiven oder Wahrheitsministerien aufgrund mangelhafter Rechherche auf die Schnauze fliegen wird. Oder weil sie bestimmte Fakten aufgrund einer Ideologie oder „äußeren Interessen“ „vergessen“. Und dann glaubt auch denen keiner mehr.

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