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#DeleteUber: Mitfahrdienst Uber nach schweren Sexismus-Vorwürfen wieder unter Druck

Uber-CEO Travis Kalanick
Uber-CEO Travis Kalanick

Die Programmiererin Susan Fowler hatte gegen den Fahrdienstvermittler Uber schwere Sexismus-Vorwürfe erhoben. Die ehemalige Mitarbeiterin berichtet von einer Macho-Kultur, in der sie bereits am ersten Tag per Mail von ihrem Vorgesetzten ein Sex-Angebot erhalten habe. Die Entwicklerin benachrichtigte die Personalabteilung, doch die reagierte weitgehend achselzuckend. Nach einem Jahr kündigte Fowler – und veröffentlicht die Vorkommnisse nun in einem Blogeintrag, der viral geht.

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Meckernde Ex-Mitarbeiter? Gibt es immer wieder. Was aber die ehemalige Uber-Programmiererin Susan Fowler an Sexismus-Vorwürfen auspackt, besitzt Sprengkraft, um Konzernchef Travis Kalanick schlaflose Nächte zu bereiten.

In einem Blogbeitrag, der gestern viral ging, äußerte sich Fowler explizit über ihr „sehr, sehr seltsames Jahr bei Uber“. Fowler, die im November 2015 bei Uber als Entwicklern zu arbeiten begonnen hatte, berichtete, dass sie bereits am ersten Arbeitstag ein unmoralisches Sex-Angebot von ihrem Chef erhalten habe, der in einem Messengerchat erklärte, er führe eine offene Beziehung und sei an sexuellen Kontakten interessiert.

Fowlers machte Screenshots und legte sie der Personalabteilung vor, die achselzuckend mit dem Hinweis reagierte, der Vorgesetzte sei ein „High-Performer“, was bedeutete, dass sie Belästigung ohne Folgen bleiben würden – für den Vorgesetzten. Fowler erhielt unterdessen ein schlechtes Arbeitszeugnis und wurde versetzt.

Mehrfache Uber-Mitarbeiterinnen von Sexismus betroffen

In dem Jahr bei Uber lernte sie andere Frauen kennen, denen das Gleiche passierte sei. Wieder erfolgte eine Konfrontation mit der Personalabteilung, wieder blieben die Vorwürfe folgenlos. In der Zwischenzeit verringerte sich die Zahl der weiblichen Angestellten von 25 Prozent auf  6 Prozent. Nach 14 Monaten kündigte Fowler und machte ihre Erfahrungen nun öffentlich.

Uber-CEO Travis Kalanick reagierte umgehend und nannte die geschilderten Vorkommnisse „abscheulich“ und kündigte eine umfassende Untersuchung an.

Arianna Huffington, die in Ubers Aufsichtsrat sitzt, kündigte ebenfalls eine Aufarbeitung der Geschehnisse an und ermunterte Betroffene, sich direkt an sie zu wenden.

Der boomende Fahrdienstvermittler war in der Vergangenheit immer wieder in Negativschlagzeilen verwickelt. Rund zwei Jahre ist es her, dass Ubers damaliger Vize-Chef Emil Michael laut darüber nachgedacht hatte, es der Journalistin Sarah Lady nach einer  kritischen Reportage mit einer Schmutzkampagne heimzuzahlen. Wie Lacy mehrfach berichtet hat, wurde im Zuge der Berichterstattung sogar ihre Familie bedroht.

Vor drei Wochen geriet Uber zudem durch die Verbindung von CEO Travis Kalanick zu Donald Trump in die Kritik. Kalanick saß bis dahin im Beratergremium des neuen US-Präsidenten. Nach anhaltenden Nutzerprotesten, die im Aufruf #DeleteUber gipfelten, war Kalanick dann ausgetreten. Nach den neusten Vorkommnissen an Wochenende ist das Hashtag #DeleteUber in den sozialen Netzwerken zurück:

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