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ZDF-Magazin „ML Mona Lisa“ droht TV-Aus: BJV kritisiert soziale Folgen für Mitarbeiter, die von München nach Mainz wechseln sollen

Das ZDF-Magain „ML Mona Lisa“ mit Barbara Hahlweg (l.) und Alexander Mazza (r.) droht das TV-Aus
Das ZDF-Magain "ML Mona Lisa" mit Barbara Hahlweg (l.) und Alexander Mazza (r.) droht das TV-Aus

Nach fast 30 Jahren soll das Gesellschaftsmagazin "ML Mona Lisa" (ZDF) eingestellt werden, um ein neues Dokumentationsformat am Samstag zu ermöglichen. Der Bayerische Journalisten Verband (BJV) kritisiert nun die sozialen Folgen für die Mitarbeiter; ein Großteil der Redaktion muss für die Umstrukturierung offenbar von München in die ZDF-Zentrale nach Mainz zurückkehren. Für "konkrete Antworten" sei es aber noch zu früh, so ein ZDF-Sprecher auf Nachfrage von MEEDIA.

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Am 17. April 1988 ist das ZDF-Gesellschaftsmagazin „erstmals auf Sendung gegangen. Knapp 30 Jahre später droht „ML Mona Lisa“ nun das Aus. Der Grund: „Um das Programm am Samstag zu stärken und publizistisch auffälliger zu werden, wird ein neues halbstündiges Dokumentationsformat vorbereitet, das den skandinavischen und britischen Vorbildern von ‚Constructive Journalism‘ folgt und sich mit gesellschaftspolitischen Themen im europäischen Vergleich befassen soll.“, so ein Sendersprecher gegenüber MEEDIA – zuvor hat das Medienmagazin DWDL über die Neuausrichtung berichtet. „Um dieses neue Format zu ermöglichen, wird darüber nachgedacht, ab Spätsommer 2017 das Magazin ‚ML Mona Lisa‘ einzustellen.“

Eine endgültige Entscheidung scheint, zumindest offiziell, noch nicht gefallen. Fakt sei nur: „Das ZDF plant Veränderungen im Wochenend-Programmschema“, so ein Sendersprecher. Der öffentlich-rechtliche Sender sei aber bereits in Gespräch mit dem Personalrat und der Redaktion; „allen Kolleginnen und Kollegen werden neue Aufgaben innerhalb des ZDF angeboten.“ Die Überlegungen, das ZDF-Magazin einzustellen, sind offenbar schon sehr konkret.

Dementsprechend besorgt zeigt man sich beim Bayerischen Journalisten Verband (BJV). In einer Mitteilung kritisiert der Verband die sozialen Folgen der Entscheidung. Zum einen soll das neue Format „nach Informationen von Mitarbeitern künftig extern und nicht mehr in München produziert werden“. Zum anderen sollen 14 von 18 Mitarbeiter, die zeitlich befristet von Mainz nach München entsandt worden, wegen der Personalknappheit durch die Sparauflagen der Kommission zur Ermittlung des Rundfunkbedarfs (KEF) zum 1. Juli 2017 zurück in die ZDF-Zentrale wechseln müssen. Die „ML Mona Lisa“-Redaktion gehört zur Hauptredaktion Politik und Zeitgeschehen und sitzt in Mainz.

Zu den Informationen des BJV wollte sich das ZDF auf Nachfrage von MEEDIA vorerst nicht äußern; für „weitere konkrete Antworten“ sei es „noch zu früh“, so ein Sendersprecher.

Der BJV-Vorsitzende Michael Busch begrüße es zwar, „dass es nach der Einstellung des Magazins ‚ML Mona Lisa‘ zu keinen Kündigungen oder Beendigungen kommen soll und das alle ‚Mona Lisa‘-Mitarbeiter neue Aufgaben im ZDF erhalten sollen“. Dennoch würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch den „kurzfristigen Wechsel nach Mainz vor große familiäre Probleme gestellt“. Auf seine Frage, warum das neue Dokumentationsformat nicht von der bisherigen „ML Mona Lisa“-Redaktion produziert wird, hat MEEDIA auch keine Antwort erhalten.

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