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Interesse am Antennengeschäft: Uplink Network will Teile der Freenet-Tochter Media Broadcast kaufen

Hinter Uplink stehen einflussreiche Gesellschafter wie der ehemalige Focus-Herausgeber Helmut Markwort (li.) und der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling
Hinter Uplink stehen einflussreiche Gesellschafter wie der ehemalige Focus-Herausgeber Helmut Markwort (li.) und der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling

Die Düsseldorfer Uplink Network zeigt Interesse am Erwerb der UKW-Antennen und -Sender, die die Freenet-Tochter Media Broadcast verkaufen will. Hinter der Sendenetzbetreiber Uplink stehen einflussreiche Gesellschafter wie der ehemalige Focus-Herausgeber Helmut Markwort, der frühere Postminister Christian Schwarz-Schilling sowie die Regiocast-Gruppe. Sie könnten von dem Geschäft kräftig profitieren.

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Es war ein überraschender Coup von Helmut Markwort. Im vergangenen Jahr beteiligte sich der Gründer und Ex-Chefredakteur des Burda-Magazins Focus bei dem Düsseldorfer Sendenetzbetreiber Uplink Networks. Jetzt könnte sich der Einstieg für den gebürtigen Darmstädter, der über ein kleines Reich an Radiobeteiligungen (Antenne Bayern und Radio FHH) verfügt, kräftig lohnen.

Denn die Uplink Network liebäugelt damit, die UKW-Antennen und Sender der Media Broadcast zu schlucken. „Interesse an der Übernahme von Sendestandorten besteht auf unserer Seite auf jeden Fall. Über Einzelheiten der Größenordnung und Finanzierung kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Konkretes sagen“, erklärt Uplink-Geschäftsführer Michael Radomski gegenüber MEEDIA. Sollten die Düsseldorfer den Zuschlag erhalten, könnte die Gesellschaft einen deutlichen Wachstumssprung machen. Zu den Gesellschaftern der Uplink Network gehören auch der ehemalige Postminister Christian Schwarz-Schilling sowie die Regiocast-Gruppe. Das Unternehmen aus Leipzig hält einen Strauß an Radiobeteiligungen – darunter die Antenne MV, radio SAW, rs2, RADIO BOB! sowie an Eventunternehmen.

Der Kölner Übertragungsdienstleister Media Broadcast hatte vergangene Woche bekannt gegeben, sich von der analogen Technik zu verabschieden. Bis spätestens Mitte 2018 will die Freenet-Tochter ihre analogen Anlagen verkaufen. Dabei geht es um 1.000 Antennen. Media Broadcast galt als Quasi-Monopolist. Jahrelang hatte das Unternehmen von dem Geschäft mit der Übertragung der UKW-Signale an Radiostationen profitiert. Doch mit der Liberalisierung des Hörfunkmarktes drängten neue Wettbewerber auf dem Markt und machten der Media Broadcast das Geschäft streitig. „Für den Radiomarkt bedeutet der Ausstieg von Media Broadcast: mehr Wettbewerb, besserer Service und bessere Preise. Für die deutsche Volkswirtschaft bedeutet es: ein Monopol weniger. Für unser Unternehmen bedeutet es: wir werden die UKW-Grundversorgung langfristig sicherstellen“, erklärt der Uplink-Chef.

Der angekündigte Ausstieg der Freenet-Tochter aus dem UKW-Geschäft ist offenbar eine Folge des langjährigen Streits um die Liberalisierung des Rundfunkmarktes. So mussten in der Vergangenheit kleinere Anbieter erhebliche Preissteigerungen in Kauf nehmen. Nun forderte die Freenet-Tochter ab April neue Entgelte für ihre Dienstleistungen. Dabei bremste die Bundesnetzagentur das Unternehmen aus und stoppte vergangene Woche das neue Preismodell. „Nach den bisherigen Ermittlungen verstoßen 14 der insgesamt 102 verschiedenen Entgelte offenkundig gegen das Verbot eines Preishöhenmissbrauchs zu Lasten der betroffenen Programmveranstalter“, heißt es in einer Mitteilung der Regulierungsbehörde. Weitere 40 Entgelte beeinträchtigten die Wettbewerbsmöglichkeiten anderer Anbieter von UKW-Übertragungsleistungen.

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