Keylogger-Affäre bei der taz: Ehemaliger Redakteur zu Strafzahlung von 6.400 Euro verurteilt

Der ehemalige taz-Redakteur Sebastian Heiser wurde zu einer Strafzahlung von 6.400 Euro verurteilt
Der ehemalige taz-Redakteur Sebastian Heiser wurde zu einer Strafzahlung von 6.400 Euro verurteilt

Im Oktober vergangenen Jahres hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den ehemaligen taz-Redakteur Sebastian Heiser erhoben. Heiser hatte von 2014 bis Mitte 2015 mehrere Redaktionsrechner mithilfe eines Keyloggers ausgespäht. Nun wurde er rechtskräftig verurteilt. Die Strafzahlung von 6.400 Euro hat er bereits akzeptiert.

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„Die Spähaffäre um einen in der taz-Redaktion eingesetzten Keylogger ist juristisch geklärt“, schreibt die taz. Demnach habe der ehemalige taz-Redakteur Sebastian Heiser den Strafbefehl von 160 Tagessätzen à 40 Euro (insgesamt: 6.400 Euro) akzeptiert, wie eine Sprecherin der Berliner Strafgerichte der Zeitung bestätigte.

Die Staatsanwaltschaft hatte Heiser im Oktober vergangenen Jahres wegen Abfangens und Ausspähens von Daten in 14 Fällen angeklagt. Mit Hilfe eines Keyloggers – der etwa unbemerkt Tastaturanschläge aufzeichnet – hat er mehrere Redaktionsrechner ausgespäht. „Vor genau zwei Jahren wurde Heiser in der taz erwischt, als er den Stick von einem Rechner abzog.“, schreibt die taz.

Ein Jahr nach Bekanntwerden der Spionage im eigenen Haus hat die taz die Ergebnisse ihrer Recherche veröffentlicht, die Ordnung in das Chaos der Keylogger-Affäre bringen sollten. Der Journalist habe sich kurz nach seinem Auffliegen ins Ausland abgesetzt – irgendwo nach Asien, wie die taz schreibt. Zur Verlesung der Anklageschrift oder zu Zeugenbefragungen sei des deshalb nicht gekommen. „Während die Staatsanwaltschaft die Motivation des Täters als unklar bezeichnete, geht die taz davon aus, dass die Ausspähung privat motiviert war.“, so die Zeitung.

Eine Stellungnahme bleibt Heiser bis heute schuldig. „Herr Heiser wird sich, nachdem das Verfahren nun rechtskräftig abgeschlossen ist, zumindest vorläufig nicht zu den Vorwürfen äußern“, teilte sein Anwalt Carsten Hoenig auf Anfrage der taz mit. Er schließe es aber nicht aus, „dass er sich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal melden wird“.

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