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„Sind nicht die Korrektureinheit“: ARD-Vorsitzende Wille erteilt Facebook im Kampf gegen Fake News eine Absage

„Wir bauen bei der ARD aktuell eine gemeinsame und medienübergreifende Verifikationseinheit auf“, so ARD-Vorsitzende Karola Wille (Foto)
"Wir bauen bei der ARD aktuell eine gemeinsame und medienübergreifende Verifikationseinheit auf", so ARD-Vorsitzende Karola Wille (Foto)

Das soziale Netzwerk Facebook sucht weltweit nach Redaktionen, die es im Kampf gegen Fake News unterstützen. "Es wird hier zu keiner journalistischen Zusammenarbeit kommen", winkt nun die ARD-Vorsitzende Karola Wille im Interview mit dem Branchenblatt Horizont ab. "Wir sind nicht die Korrektureinheit für Facebook".

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Bereits das ZDF hatte dem Social-Media-Giganten mit einer eigenen Anti-Fake-News-Einheit, dem „#ZDFcheck17“, eine Absage erteilt. Auch bei der ARD setze man den eigenen Journalismus gegen das, was sich an Fehlinformationen auftut, so Wille gegenüber Horizont. Mitte Januar kündigte Facebook an, mit dem Recherche-Büro Correctiv von David Schraven zu kooperieren.

Doch auch die ARD überlegt, systematisch gegen Fake News vorzugehen. Das „BR Verifikation“-Recherche-Team des Bayerischen Rundfunks befindet sich bereits in der Trainingsphase. „Ein wichtiger Partner ist für uns ARD-aktuell. Während des Intensivtrainings werden wir herausarbeiten, wie sich der Ansatz von ARD-aktuell und unser Ansatz gegenseitig stärken können“, ergänzte ein Sprecher gegenüber MEEDIA. Im Interview mit Horizont konkretisiert Wille: „Wir bauen bei der ARD aktuell eine gemeinsame und medienübergreifende Verifikationseinheit auf, zu der die Landesrundfunkanstalten eigene Kollegen entsenden können.“ Auch der BR soll, „wie alle“, zum gemeinsamen Angebot beitragen. „Wir wollen im Frühjahr starten“, sagt die ARD-Vorsitzende.

Gegenüber dem Medienmagazin „Zapp“ (NDR) sagte Kai Gniffke, „Tagesschau“-Chefredakteur, dass man „weder Partner noch Gegner von Facebook“ sei. Darüber hinaus sagt Gniffke, dass Facebook“ auch selbst eigene Anstrengungen unternehmen muss – es geht da auch um Glaubwürdigkeit.“

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