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„Das Ganze ist doch absurd!“: Til Schweiger weist Kritik des Rechnungshofes an „Tatort“-Produktionen des NDR zurück

Im Interview mit Bild schießt „Tatort“-Kommissar Til Schweiger (Foto) gegen die Kritik des Hamburger Rechnungshofes zurück
Im Interview mit Bild schießt "Tatort"-Kommissar Til Schweiger (Foto) gegen die Kritik des Hamburger Rechnungshofes zurück

Der Hamburger Rechnungshof geht in seinem Jahresbericht 2017 mit den überdurchschnittlich hohen Kosten der "Tatort"-Produktionen vom NDR hart ins Gericht. Nun schießt der offenbar größte Kostenfaktor zurück: "Das Ganze ist doch absurd!", wettert der Hamburger "Tatort"-Kommissar Til Schweiger und ätzt gleichzeitig noch gegen die Kollegen, die in ihren Filmen nur am Schreibtisch sitzen und reden.

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„Ich habe von Anfang an gesagt, wenn ich ‚Tatort‘ mache, dann will ich einen von Action getriebenen ‚Tatort‘ machen“, sagt Schweiger gegenüber der Bild (kostenpflichtig). „Jetzt weiß man vielleicht als Prüfer nicht, dass ein Action-Film viel teurer ist, als ein Film, wo zwei Kommissare im Büro sitzen und darüber reden, wer der Täter sein könnte.“

Grund für den emotionalen Vulkanausbruch des Schauspielers: Der Hamburg Rechnungshof hat in seinem Jahresbericht für 2017 moniert, dass die Kosten eines NDR-„Tatort“ über dem ARD-Schnitt liegen – der „Tatort: Im Schmerz geboren“ mit Kommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) soll mit 2,1 Millionen Euro Produktionskosten sogar 40 Prozent über die Zielgeraden hinaus geschossen sein.

Anschuldigungen, die Schweiger nicht unkommentiert lassen will: „Wenn wir für zwei Millionen Euro so viel Action machen, dann frage ich mich doch, warum ein ‚Tatort‘ der zu 90 Prozent auf der Polizei-Wache spielt, im Durchschnitt 1,5 Millionen Euro kostet.“, kritisiert der „Tatort“-Kommissar aus Hamburg. „Der müsste doch eigentlich viel billiger sein! Das Ganze ist doch absurd!“ Ob seine Erhebung einem Faktencheck standhalten würde, sei mal dahin gestellt.

Auch die hohe Reichweite der NDR-„Tatort“-Produktionen  – „Insgesamt haben in den Jahren 2012 bis 2015 zehn ‚Tatorte‘ die Zehn-Millionen-Marke übertroffen – ein in dieser Breite herausragender Wert“, so NDR-Sprecher Gartzke zu dem Jahresbericht – sieht der Rechnungshof nicht gerechtfertigt: „Die vom NDR erhoffte Reichweitensteigerung durch kostenintensivere Produktionen wird im Übrigen nicht durchgängig durch die Reichweitenmessung bestätigt.“ Und da ist, zumindest im Fall von Til Schweiger, durchaus was dran – sackten die Zuschauerzahlen innerhalb von vier Filmen doch von 12,74 Mio. auf 7,69 Mio. ab.

Doch auch hier hat Schweiger eine Erklärung, denn „wir hätten hundertprozentig über zehn Millionen gemacht, wenn wir im November gelaufen wären. Aber wir sind auf den 1 Januar geschoben worden.“ Am Neujahrstag hätten noch nie über acht Millionen Zuschauer den „Tatort“ eingeschaltet. Darüber hinaus hätte es nur einen „Tatort“ gegeben, der an Neujahr erfolgreicher war als „Tatort: Der große Schmerz“ – „das war der mit Nora Tschirner und Christian Ulmen. Der hatte ca. 300.000 Zuschauer mehr als wir.“

Richtig ist: „Der irre Iwan“ (2015) zog 8,92 Millionen, also rund 600.000 Zuschauer mehr, als Schweigers Neujahrs-„Tatort“ vor die Bildschirme. Und auch „Scheinwelten“ (2013) mit 8,94 Millionen und „Tödliche Happen“ (2012) mit 8,46 Millionen Zuschauern waren erfolgreicher – und lagen allesamt bei über acht Millionen Zuschauern. Dass die Filme „am Neujahrstag nicht laufen“, so Schweiger, lässt sich wohl auch bei diesen Quoten nicht unterschreiben. Richtig ist aber wohl, dass es „eben kein klassischer ‚Tatort‘-Sonntag“ ist.

Denn „unser erster Hamburger ‚Tatort‘ hat mit 12.57 Millionen Zuschauern den Rekord seit 20 Jahren geholt.“, so Schweiger. „Ich habe damals ja auch keinen Hehl daraus gemacht, dass ich den ‚Tatort‘ gerne im November ausgestrahlt hätte. Aber das konnte ich nun mal nicht entscheiden, weil ich einfach nur ein Schauspieler bin und kein Sender-Chef“, schließt Schweiger seine Replik.

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