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„Maybrit Illner“: Bild-Chef Reichelt wirft ehemaligem SPD-Chef Platzeck „Lobbyarbeit für Moskau“ vor

Im ZDF-Talk mit Maybrit Illner ging es eigentlich um Donald Trump – Bild-Chef Julian Reichelt nutzte die Runde aber auch zur Attacke auf einen SPD-Politiker und dessen Verbindungen nach Moskau
Im ZDF-Talk mit Maybrit Illner ging es eigentlich um Donald Trump – Bild-Chef Julian Reichelt nutzte die Runde aber auch zur Attacke auf einen SPD-Politiker und dessen Verbindungen nach Moskau

Bedroht Donald Trump die freie Welt? Das war die Leitfrage der gestrigen Runde bei "Maybrit Illner". Vorherrschende Meinung: Es gibt Grund zu großer Sorge, aber keinen "Anlass für Panik, dass hier das Verfassungsgefüge ausgehebelt wird", wie Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, sagte. Gekracht hat es zwischen Bild-Chef Julian Reichelt und SPD-Mann Matthias Platzeck.

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Zum Beinahe-Eklat kam es, als Julian Reichelt, frisch berufener Vorsitzender der Bild-Chefredaktionen, und Matthias Platzeck, ehemaliger SPD-Chef, über die Rolle von Russlands Präsident Wladimir Putin in Syrien und in der Ostukraine aneinandergerieten. Illner hatte die Frage gestellt, ob sich Trump und Putin ähnlich seien. Reichelt hielt dem Vorsitzenden des Deutsch-Russischen Forums vor, Lobbyarbeit pro Moskau zu machen – „bezahlt oder unbezahlt“. Der frühere brandenburgische Ministerpräsident reagierte empört. „Das ist jetzt wirklich ein Hammer, das muss ich mir nicht bieten lassen. Diese Art von Denunziation habe ich zuletzt in der DDR erlebt.“

Wer war noch da? Die US-amerikanische Bestseller-Autorin Deborah Feldman, die eigentlich für den Demokraten Bernie Sanders war und darauf setzt, dass Trump wegen Verfehlungen schon bald des Amts enthoben wird. Die Rolle des Trump-Unterstützers übernahm Peter Rough, Experte für Fragen der nationalen Sicherheit am Hudson Institute, einer konservativen amerikanischen Denkfabrik.

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Zusätzlich zur klassischen Gewaltenteilung sollen im demokratischen System der Vereinigten Staaten weitere Maßnahmen von „checks and balances“ einen Machtmissbrauch verhindern. Josef Braml, Politikwissenschaftler und USA-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, analysierte diese Maßnahmen und sah in Trumps Vorgehensweise durchaus „eine Gefahr für die Freiheit“. Platzeck riet trotzdem: „Abwarten.“ Die Deutschen sollten lieber überlegen, wie sie sich der Entwicklung zum Populismus entgegenstellen könnten. Die „Erotik der Demokratieerlebung“ sei verloren gegangen, dabei sei die Demokratie doch eine „Überlebensversicherung“.

Für Maybrit Illner war der Abend eine Art Mini-Comeback, nachdem sie vergangene Woche erkrankt aussetzen musste und Kollege Matthias Fornoff die Moderation übernahm. Am Kinn trug die 52-Jährige ein Pflaster, das zwar gut überschminkt war, aber in der Totale trotzdem auffiel.

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