Lauschangriff am Bistrotisch: das hässliche Nachspiel des Putin-Disputs bei „Maybrit Illner“

Bild-Digitalchef Reichelt, Politiker Platzeck: Nach dem Zoff bei „Maybrit Illner“ wurde das Streitgespräch fortgesetzt – und von einem Mitarbeiter des Politikers illegal mitgeschnitten
Bild-Digitalchef Reichelt, Politiker Platzeck: Nach dem Zoff bei "Maybrit Illner" wurde das Streitgespräch fortgesetzt – und von einem Mitarbeiter des Politikers illegal mitgeschnitten

Beim ZDF-Talk "Maybrit Illner" ging's am Donnerstagabend zwischen Ex-SPD-Chef Matthias Platzeck und Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt hoch her. Es ging um Putin und Platzecks angebliche "Lobbyarbeit für Moskau" (Reichelt). Wie MEEDIA erfuhr, hatte der Zwist im Backstage-Bereich ein Nachspiel: ein Mitarbeiter von Platzecks schnitt dabei die Fortsetzung des Streits "unter drei" heimlich mit.

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Wie bei solchen Sendungen üblich, ist auch der Aftershow-Bereich der ZDF-Talksendung vor neugierigen Augen und Ohren strikt geschützt. Was dort gesprochen wird, geht – im Gegensatz zur Livesendung – niemanden außer die Beteiligten etwas an. Offenbar hat ein Mitarbeiter des Deutsch-Russischen Forums, dessen Vorsitzender Matthias Platzeck ist, das anders gesehen. Als der Streit zwischen Reichelt und dem SPD-Politiker am Bistrotisch zwischen Häppchen und Getränken erneut hochkochte, soll der Mitarbeiter – immerhin stellvertretender Geschäftsführer des Vereins – an seinem iPhone genestelt und dieses auf den Tisch gelegt haben.

Springer-Journalist Reichelt wurde erst misstrauisch, als nach einiger Zeit das Display aufleuchtete. „Erst in dem Moment war für mich und die Umstehenden klar erkennbar, dass das Handy eine Sprachmemo aufzeichnete. Ich hätte damit nie gerechnet, denn das verstieß klar gegen die Vertraulichkeit und war von niemandem autorisiert worden.“ Wie es heißt, soll der Mitarbeiter Platzecks die Aufnahme zunächst abgestritten und dann angeboten haben, diese wieder zu löschen. Pikant ist der Vorfall vor allem, weil SPD-Politiker Platzeck dem Bild-Chef vor laufenden Kameras in der Sendung wegen dessen Kritik eine „Denunziation“ vorgeworfen hatte, wie er sie „zuletzt in der DDR erlebt“ habe.

Auf die Frage Reichelts, was es damit auf sich habe, soll der SPD-Politiker sich entsetzt gezeigt und entschuldigt haben. Am Freitag folgte vom Deutsch-Russischen Forum eine schriftliche Entschuldigung, in deren Rahmen offenbar bekräftigt wurde, dass Platzeck vom Lauschangriff nichts gewusst habe. Der Mitarbeiter sei dafür abgemahnt worden, hieß es. Reichelt zu MEEDIA: „Ich finde es schon bemerkenswert, dass ein Mitarbeiter des Deutsch-Russischen Forums heimlich genau die Methoden anwendet, die der Vorstandsvorsitzende mir zum Vorwurf macht.“

 

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