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„Die einzige Täterin sitzt da vorne“: Jörg Kachelmann überrascht Alice Schwarzer bei Vortrag

Showdown in Köln: Jörg Kachelmann und Alice Schwarzer
Showdown in Köln: Jörg Kachelmann und Alice Schwarzer

Die Feministin und Publizistin Alice Schwarzer hatte an der Uni Köln einen Vortrag zum Thema „Sexualgewalt gegen Frauen und Recht” gehalten. Im Publikum saß ein bekannter Gast: Jörg Kachelmann, der Schwarzer wegen ihrer Berichterstattung zu seinem Prozess wegen Vergewaltigungsvorwürfen immer wieder kritisiert hatte. Begleitet wurde Kachelmann von seinem Strafverteidiger Johann Schwenn aus Hamburg.

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Kachelmann sagte bei seinem Auftritt in der Aula der Uni Köln, wie auf einem Youtube-Mitschnitt zu hören ist: „Danke, dass ich heute Abend hier sein darf. Ich habe meinen Namen oft gehört. Ich wurde 2010 Opfer eines Verbrechens. Die Lügnerin und Falschbeschuldigerin wurde verurteilt. Und inzwischen ist auch davon auszugehen, dass gegen die Lügnerin und Falschbeschuldigerin von damals strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden sind. Also das Ganze ist inzwischen zweifelsfrei entschieden worden durch eine obere Instanz.“ Auf Zwischenrufe aus dem Publikum sagte er: „Es tut mir leid, deutsches Recht wird manchmal gesprochen – auch wenn’s ihnen nicht passt. Es gibt auch manchmal, und das ist für einige das Schwierige und Unerträgliche, es gibt auch manchmal weibliche Verbrecherinnen.“

Weiter sagte er, es gebe in diesem Raum nur eine verurteilte, vorbestrafte Täterin und die sitze „da vorne“. Gemeint ist offenbar Alice Schwarzer, die sich 2014 wegen wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt hatte. Alice Schwarzer blieb ruhig, mahnte die Technik an, man hätte das Publikum etwas besser ausleuchten können, damit sie Herrn Kachelmann auch sehen kann. Später sagte sie dann noch: „Ich muss sagen, und ich hoffe, sie verstehen das richtig – ich meine es sogar Ernst – irgendwo bin ich gerührt.“ Inhaltlich ging sie nicht auf die Einlassungen Kachelmanns ein.

Schwarzers Bitte mit der Beleuchtung hat den Hintergrund, dass sie offenbar den sprechenden Jörg Kachelmann zunächst gar nicht erkannte, als dieser sich in der Fragerunde zu Wort meldete:

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„Wer sind Sie denn, Lieber?“

„Jörg Kachelmann ist mein Name!“

Dem früheren ARD-Wetterexperten Kachelmann wurde wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung in Mannheim der Prozess gemacht. Am Ende wurde er freigesprochen. Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt wurde im vergangenen Jahr festgestellt, dass die Anklägerin, Kachelmanns ehemalige Geliebte, ihn absichtlich falsch beschuldigt hat.

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Alle Kommentare

  1. Ja habe ich auch gesehen, sie hat ihm mal den Mund gestopft! Er unterbricht die Gäste ständig und dann härlich, härlich härlich, ich kotze! Fragt fragt fragt, erzählt nie was von dich.

  2. Dem Lanz hat die es heute jedenfalls mal gegeben, dem Schwätzer mit seinem hährlich jährlich jährlich!

  3. Ich finde mal gut, dass Frau schwarzer heute dem Lanz mal gesagt hat wie der lang geht, der Schwätzer mit seinem herrlich, herrlich, herrlich!

  4. Der Umgang von Kachelmann mit Frauen, die auch einfach nur Menschen sind, war auch für mich erschreckend. Das ist der Grund warum er nicht mehr in den öffentlich rechtlichen auftreten kann – nicht der Prozess. Klar ist auch: Es ist nicht richtig jemanden unschuldig vor Gericht zu bringen.
    Er hat 10 Frauen gleichzeitig eine Beziehung vorgespielt, einigen die Ehe versprochen, das ging nicht Monate sondern Jahre. Das Risiko, dass eine der Frauen durchdreht wenn sie die Wahrheit erfährt war verdammt hoch.
    Das war ein Spiel mit dem Feuer – und es ist schief gegangen.

    1. Petruschka, woher willst Du das wissen, dass Kachelmann das gemacht hat? Weil es in der Medien so veröffentlicht wurde? Weißt Du nicht, dass selbst die BILD zu 65 000.- Euro verurteilt wurde?

      Ich finde es unerträglich, wenn man jemand vorverurteilt, ohne die Fakten zu kennen. Ex-Freundinnen wurde damals von Medien viel Geld gezahlt, damit sie gewisse Dinge äußern (das haben viele später selbst eingeräumt).

      Ich habe mich bei der Vorverurteliung damals selbst ertappt, bis ich mich einmal eingehender damit beschäftigte. Und dann war das Erstaunen groß, wie ich offenbar völlig falsch informiert wurde und meine Meinung sich danach bildete.
      Seitdem bin ich ein Medienkritiker und bilde mich auch besonders durch alternative Medien.

  5. Erschreckend finde ich die Naivität Kölner Studenten/-innen, die sich völlig kritiklos den Vortrag einer verurteilten Straftäterin anhören und sich auch noch willig von ihr belehren lassen.

    Das waren überwiegend Jura-Studenten. Von denen sollte man eigentlich mehr Sachverstand erwarten… ist das die deutsche Richter Elite von morgen?

    Na dann gute Nacht Deutschland!!!

    1. Das zeigt nur, wie eineseitig gegendert unsere Gesellschaft inzwischen ist.
      Es kann ein deutliches Übergewicht an weiblichen Führungskräften an gewissen Posten vorhanden sein, aber dafür gibt es kein Regulativ. Ganz im Gegenteil, es gibt eine Frauenbeauftragte, die sich nur einseitig weiter für Frauenrecht einsetzt.

      Beispiel: 95% Frauen werden zur Medizin und vor allem Veterinärmedizin zugelassen. Männer bleiben außen vor. Nach dem Studium sind die Frauen allerdings nicht bereit, mit den Großtieren auf dem Land zu arbeiten und melden sich arbeitslos oder lassen sich umschulen.
      Fazit : Dieses fließt dann in die Ungerechtigkeitsstatistik ein, wo es heißt: „Frauen sind besser ausgebildet, bekommen aber weniger Jobs“.

  6. Ich finde es schon peinlich, dass eine überführte Straftäterin, bei der es nicht die geringsten Zweifel an ihrer Schuld gibt, eingeladen wird, um im Prinzip darüber zu referieren, dass in vielen Fällen, wo Menschen eines Verbrechens angeklagt sind, die Indizien für einen Schuldspruch nicht ausreichen. Und dann ist Schwarzer auch noch so dreist, einen Fall als exemplarisch für ihr Thema darzustellen, bei dem es sehr wahrscheinlich ist, dass es sich tatsächlich um eine Falschbeschuldigung handelt – immerhin hat das Gericht das rechtskräftig so geurteilt.

  7. Es wird Kachelmann trotzdem nichts nützen, denn es gibt nicht nur diesen einen Teil der Geschichte, in dem er freigesprochen wurde. Es gibt drumherum so vieles, das sein Saubermann-Image als außergewöhnlicher Wetter-Mann einstürzen ließ und seine „Wiedereinsetzung in den alten Stand“ nicht möglich macht. Wenn er glaubt, dass ihm Auftritte wie der oben geschilderte helfen könnten, sein Image zu polieren, ist er auf dem Holzweg. Dass ihn sein Anwalt Schwenn begleitet bringt auch nichts, denn wir haben alle begriffen, dass sich diese eine „seiner“ Frauen vor Gericht wohl rächen wollte. Was bleibt ist, dass sein genereller, damaliger Umgang mit Frauen erschreckend war.

    1. „Was bleibt ist, dass sein genereller, damaliger Umgang mit Frauen erschreckend war.“

      Ja, wie naiv darf denn eine erwachsene Frau sein?

      Muss ein Mann wirklich heute noch davon ausgehen, dass eine Frau eine Sexuelle Beziehung als Heiratsversprechen sieht?

      Ich denke, wenn eine Frau wirklich so naiv ist, dann hätte sie ihm das sagen müssen.

    2. Sie verstehen offenbar nicht, worum es geht.
      Es geht weder um das Image von Jörg Kachelmann, noch um seinen „damaligen Umgang mit Frauen“.
      Es geht auch nur am Rande um den postfaktischen Vortrag von Frau Schwarzer, die alle männlichen Opfer und die Rechtmäßigkeit des Gerichtsurteils gegen Frau Dinkel verhöhnt.
      Vor allem geht es um den desaströsen Zustand deutscher Gerichte beim Thema FalschbeschuldigerInnen.
      Ich bin übrigens eines der vielen Opfer von falsch beschuldigenden Frauen, deren Straftat niemals verfolgt wurde.
      DAS ist das Thema.

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