Make Twitter great again: Wie Donald Trump dem 140-Zeichen-Dienst neues Leben einhauchen könnte

Und Dauerdruck: Der neue US-Präsident Donald Trump
Und Dauerdruck: Der neue US-Präsident Donald Trump

Er ist der lautstärkste und mit Abstand prominenteste Twitter-Nutzer: Donald Trump hat den 140-Zeichen-Dienst durch seine unzähligen Tweets immer wieder aufs Neue zum Tagesgespräch gemacht. Aber kann der angeschlagene Kurznachrichtendienst auch vom Aufmerksamkeitsschub durch Trump profitieren? Das glaubt die Investmentbank BTGI, die den schwächelnden Social Media-Pionier unmittelbar vor den Quartalszahlen hochstuft.

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Kommt Twitters Befreiungsschlag ausgerechnet von jenem Nutzer, der für die größten Kontroversen in der bald elfjährigen Unternehmensgeschichte des angeschlagenen Kurznachrichtendienstes sorgt?

Die Haltung von Konzernchef Jack Dorsey zum neuen US-Präsidenten ist fraglos nicht erst seit dem Amtsantritt ambivalent.  „Es ist kompliziert“, gestand Dorsey in einem Pressegespräch kurz nach dem Wahlsieg Trumps ein. „Ich bin sehr stolz, welche Rolle unser Dienst inzwischen einnimmt und wofür er steht“, zeigt sich der Twitter-Chef im Gespräch mit Kara Swisher gleichzeitig selbstbewusst.

Trump-Effekt schon im Weihnachtsquartal erkennbar?

Ob der Trump-Effekt auch in Dollar und Cent – oder zumindest: in steigenden Nutzerzahlen – im Weihnachtsquartal seinen Niederschlag hinterlassen hat, wird die Wall Street morgen nach Handelsschluss genau überprüfen, wenn Jack Dorsey das neuste Zahlenwerk für den Dreimonatszeitraum Oktober bis Dezember präsentiert.

Nach fünf von sechs Quartalsenttäuschungen und einer schnell verebbten Übernahmeposse braucht Dorsey unbedingt ein Erfolgserlebnis, wenn er eine neue Diskussion um einen Verkauf von Twitter im Keim ersticken will. Analysten rechnen durchschnittlich nur noch mit einem moderaten Umsatzanstieg von 4 Prozent auf 740 Millionen Dollar und einem operativen Gewinn je Aktie von 12 Cent.

„Trump gibt Twitter eine zweite Chance“

An der Wall Street macht sich nach drei absolut ernüchternden Jahren, in denen die Twitter-Aktie von 70 auf 13 Dollar abstürzte, wieder ganz vorsichtiger Optimismus breit. Seit Jahresbeginn liegt das Papier plötzlich wieder 14 Prozent vorne und notiert bei 18,50 Dollar auf dem höchsten Stand seit zwei Monaten.

Befeuert wird die leise Twitter-Renaissance heute von der Investmentbank BTGI: Analyst Richard Greenfield stufte das Kursziel der Twitter-Aktie von 18 auf 25 Dollar hoch. Der Grund: der Trump-Effekt.“Twitter-Präsident Trump gibt Twitter eine zweite Chance“, begründet Greenfield seinen gestiegenen Optimismus für den kriselnden 140-Zeichen-Dienst.

„Trump ist für Twitter, was Roosevelt für das Radio war“, sieht der BTGI-Analyst einen Durchbruch-Moment für Twitter durch den neuen Kommunikationsstil des neuen Präsidenten – ganz so, wie Roosevelt mit seinen wöchentlichen Ansprachen dem Radio in den 30er-Jahren zu neuer Popularität verhalf.

„Es ist unverkennbar, dass Trump Twitter in den globalen Zeitgeist gestoßen hat“, erklärt Greenfield gegenüber dem Wall Street Journal seine Investment-Hypothese, die Anleger morgen nach Handelsschluss überprüfen können.

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