Quartalszahlen: Disney verdient 2,5 Milliarden Dollar, aber Sportsender ESPN verhindert besseres Ergebnis

Disney-Boss Robert Iger muss diesmal rückläufige Geschäfte vermelden
Disney-Boss Robert Iger muss diesmal rückläufige Geschäfte vermelden

Der mit Abstand wertvollste Medienkonzern der Welt druckt weiter Geld am Fließband: 2,5 Milliarden Dollar blieben zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember in den Kassen von Disney hängen – vor allem, weil die Unterhaltungsparks des Dow Jones-Mitglieds gut besucht waren. Doch weil die Fernsehsparte stagniert, die den Löwenanteil der Umsätze generiert, und die "Star Wars"-Fortsetzung "Rogue One" deutlich weniger erlöste, fällt die Aktie weiter zurück.

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Das Paradoxon des Paradigmenwechsels setzt sich fort: Streaming-Pionier Netflix wird an der Wall Street als die Zukunft des Fernsehens gefeiert, obwohl der US-Konzern von Reed Hastings immer noch ausschließlich mit dem Versenden von DVDs Geld verdient, während die Giganten der amerikanischen Medienindustrie dreistellige Millionen- bis Milliardengewinne einfahren – und von der Börse trotzdem abgestraft werden.

So erneut zu besichtigen bei Disney, mit einem Börsenwert mit über 170 Milliarden Dollar der mit Abstand wertvollste Medienkonzern der Welt. Anteilsscheine von Disney fielen nach Handelsschluss um weitere 2 Prozent zurück, nachdem das Mitglied im Eliteindex Dow Jones bereits im Handelsverlauf ein halbes Prozent an Wert eingebüßt hatte.

2,5 Milliarden Gewinn bei 14,8 Milliarden Dollar Umsatz

Der Grund: Im abgelaufenen ersten Kalenderquartal des neuen Geschäftsjahres musste Disney rückläufige Geschäftsergebnisse ausweisen. So gaben die Umsätze im Vergleich mit dem Vorjahresquartal um 3 Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar nach und lagen damit deutlich unter den Analystenerwartungen von 15,3 Milliarden Dollar.

Unter dem Strich verdient Disney so gut wie kein anderer Medienkonzern, doch auch die Gewinne entwickelten sich im Weihnachtsquartal rückläufig. Nach 2,88 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum konnte CEO Bob Iger nun „nur“ noch einen Konzerngewinn von 2,48 Milliarden Dollar bzw. 1,55 Dollar je Aktie ausweisen, damit aber immerhin die Wall Street-Schätzungen von 1,49 Dollar je Anteilschein überbieten.

Unterhaltungsparks gefragt, TV-Sparte schwächelt wegen ESPN

Treiber der Gewinnentwicklung waren vor allem die gut besuchten Unterhaltungsparks Disneyland, deren Umsätze um mehr als 6 Prozent auf 4,56 Milliarden Dollar zulegten. Rückläufig entwickelte sich dagegen die Filmsparte mit einem Minus von mehr als 7 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar, weil die „Star Wars“-Fortsetzung „Rogue One“ nicht an den Vorjahrserfolg von „Das Erwachen der Macht“ anknüpfen konnte.

Auch die TV-Sparte, in der ABC und ESPN gebündelt sind, enttäuschte mit einem Minus von 2 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar. Vor allem der US-Sportkanal hat herbe Abonnentenverluste zu beklagen und stürzte jüngst auf den tiefsten Mitgliederstamm seit Mitte der Nullenjahre.

Von Spekulationen um eine Großübernahme in den Dimensionen von Netflix wollte Konzernchef Bog Iger in der anschließenden Telefonkonferenz trotzdem nichts wissen.

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