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Ärger wegen Anti-Trump-Dossier: Chef von IT-Firma verklagt Buzzfeed wegen Verleumdung

BuzzFeed News hat ein umstrittenes Dossier über Donald Trump veröffentlicht
BuzzFeed News hat ein umstrittenes Dossier über Donald Trump veröffentlicht

Das könnte teuer werden: Aleksej Gubarev, in Russland geborener Chef der IT-Firma XBT, hat laut einem Bericht von Recode Buzzfeed verklagt. Grund ist, dass Gubarev mit seiner Firma in dem von Buzzfeed veröffentlichten Anti-Trump Dossier namentlich auftauchte. In dem Dossier wird behautet, XBT habe dabei geholfen, die Server der Demokratischen Partei zu hacken, was Gubarev bestreitet und wofür es keinerlei Belege gibt.

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Das Dossier um das es geht, wurde von einem ehemaligen britischen Geheimdienstmitarbeiter angelegt und enthält kompromittierendes Material gegen den US-Präsidenten Donald Trump. Die Inhalte des Dossiers sind nicht verifiziert, darum haben andere Medien davon Abstand genommen, Inhalte daraus zu veröffentlichen, obwohl ihnen das Dossier auch vorlag. Buzzfeeds Chefredakteur Ben Smith rechtfertigte die Veröffentlichung damit, dass die Existenz des Dossiers bekannt gewesen sei. Das Publikum habe ebenso ein Recht darauf zu erfahren, was darin steht, wie Medien und politische Kreise. Außerdem verband Buzzfeed mit der Veröffentlichung die Hoffnung, dass sich weitere Informanten melden, die beim Verifizieren oder Falsifizieren helfen könnten.

Statt Informanten meldeten sich die Anwälte der IT-Firma XBT. Der Name des Chefs und seiner Firma waren in dem von Buzzfeed veröffentlichten Dossier nicht verfremdet worden. Namen von Privatpersonen waren von der Redaktion unleserlich gemacht worden, Namen von öffentlichen Personen, wie Donald Trump, blieben lesbar. Ein Teil des Streits wird darum gehen, ob Gubarev als öffentliche Person angesehen werden kann oder nicht. Bei öffentlichen Personen sind die Hürden für eine Verleumdungsklage in den USA bedeutend höher.

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Buzzfeed hat den Namen des Firmenchefs und seiner Firma mittlerweile nachträglich unleserlich gemacht und sich für die Veröffentlichung entschuldigt. Gubarevs Anwalt erklärte, dass dies die Sache nicht besser macht: „Das ist ein bisschen so wie wenn ihnen ein Typ auf die Nase haut, ihnen die Zähne ausschlägt, sie ins Krankenhaus schickt und dann die Schultern zuckt und sagt ‚Sorry, Mann‘. Das macht nicht alles wieder gut“, wird der Anwalt bei Recode zitiert.

Buzzfeed steht erklärtermaßen immer noch dazu, das Dossier veröffentlicht zu haben. Die Veröffentlichung zog in den USA eine breite Debatte über Medienethik nach sich. Donald Trump bezeichnete Buzzfeed wegen der Veröffentlichung auf einer Pressekonferenz als „einen Haufen Müll“.

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