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Werbe-Delle und sinkende Einschaltquoten: das Ende des Super Bowl-Hypes?

Die Halbzeitshow des Super Bowl mit Lady Gaga sahen mehr TV-Zuschauer, als das Spiel
Die Halbzeitshow des Super Bowl mit Lady Gaga sahen mehr TV-Zuschauer, als das Spiel

Kleiner Kater nach dem Party-Kracher: Das NFL-Finale zwischen den Atlanta Falcons und den New England Patriots war einer der spannendsten Super Bowls seit vielen Jahren. Allerdings sorgte der Football-Krimi nicht für steigende Einschaltquoten. Tatsächlich sinken seit Jahren die Zuschauerzahlen und auch der Verkauf der sündhaft teuren Werbeplätze gestaltet sich immer zäher.

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Die 51. Endspiel-Auflage verfolgten laut New York Times 111,3 Millionen Zuschauer. Im Jahr zuvor waren es noch 111,9. Im Jahr 2015 schalteten sogar noch 114,5 Millionen das TV-Event ein.

Auch hierzulande musste Sat.1 rückläufige Quoten hinnehmen. Das Endspiel aus Houston sahen schon im ersten Viertel nur 1,58 Millionen, im zweiten 1,40 Millionen und im dritten vor 3 Uhr 1,08 Millionen. Der Zuschauer-Rückgang im Vergleich zu 2016 lag bei 23 Prozent, auch 2014 und 2015 sahen mehr zu. Dabei kam das NFL-Finale in Deutschland seit 2009 auf stetig steigende Zuschauerzahlen.

Allerdings könnte man meinen, dass das Spiel beim Super Bowl nicht unbedingt das wichtigste ist. So verzeichnete die Halbzeitshow mit dem weltweit beachteten und viel besprochenen Auftritt von Lady Gaga eine höhere Quote, als der Kampf um die NFL-Krone. 117.5 Millionen sahen der Sängerin zu. Aber auch hier kam der Pausenauftritt aus dem Jahr 2015, von Katy Perry, offenbar auf bessere Werte.

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Der letzte Faktor, der für eine Delle im Super Bowl-Hype spricht, betrifft die dritte wichtige Zutat des globalen Mega-Events: die TV-Werbung. Das NFL-Endspiel ist die wohl einzige TV-Sendung, in der den Werbeblöcken genauso viel Aufmerksamkeit zuteil wird, wie dem eigentlichen Inhalt. Aber auch bei der weltweit wichtigsten Leistungsshow der Werbeindustrie zeigen sich erste Abnutzungserscheinungen.

Trotz der sinkenden Quoten steigen die Werbepreise weiter. In diesem Jahr kosteten 30 Reklame-Sekunden fünf Millionen Dollar. Dabei sind die Folge- und Vorab-Kosten noch nicht mitgerechnet. Denn für eine Werbung gilt es, einen möglichst prominenten Regisseur zu verpflichten und am besten noch Hollywood-Star-Power einzukaufen. Natürlich bedarf es zudem noch einer ausgeklügelten und ebenfalls nicht gerade billigen Social-Media-Kampagne.

Die Folge: Fox fiel es in dieser Saison nicht mehr so leicht, alle Werbeplätze zu verkaufen. Früher war der Super Bowl gerne mal schon im Herbst ausgebucht. Jetzt sprach der Sender im Dezember noch davon, dass rund 90 Prozent aller Werbeplätze vergeben wären. Noch sind das alles nur Indizien für einen leichten Abschwung. Sollten die ersten Unternehmen allerdings zu der Erkenntnis kommen, dass Aufwand und Ertrag nicht mehr in einem vertretbaren Verhältnis stehen und sinken gleichzeitige die Einschaltquoten weiter, dann könnte aus der Delle eine ersthafte Unwucht werden.

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