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Zoff zwischen Constantin-Aktionären: Wirtschaftsministerin Aigner kommt mit der Schlichtung nicht voran

Constantin-Vorstandschef Fred Kogel
Constantin-Vorstandschef Fred Kogel

Dieter Hahn gegen Bernhard Burgener - Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner setzt seit Monaten alles daran, die Dauerfehde zwischen den beiden verfeindeten Hauptaktionären der Münchener Constantin Medien AG zu schlichten. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Zürich nach einer von Constantin Medien eingereichten Strafanzeige gegen vertraute Manager des Großaktionärs Burgener. Damit sinken die Chancen der CSU-Politikerin deutlich, den Streit zwischen den Anteilseignern noch zu beenden.

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Wenn es um Unternehmen in Bayern geht, macht sich Wirtschaftsministerin Ilse Aigner gern für den Mittelstand stark. Die CDU-Politikern bemüht sich daher seit Ende vergangenen Jahres den Dauerzank zwischen Dieter Hahn und Bernhard Burgener, beide Großaktionäre der Constantin Medien AG, zu beenden. Schließlich ist das Münchener Unternehmen mit 950 Beschäftigten einer der größten Medienfirmen in Bayern: „Ich führe mit beiden Parteien intensive Gespräche, um eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen. Für Bayern als herausragenden Medienstandort ist Constantin ein wichtiger Akteur. Das gilt für den Film ebenso, wie für den Sport-Bereich. Mir ist daher an einer starken Constantin hier am Standort gelegen. Ich bin zuversichtlich, dass die Unstimmigkeiten der beiden Aktionärsgruppen doch noch beigelegt werden können“, erklärt sie gegenüber MEEDIA.

Doch ihre Chancen stehen schlecht. Wie MEEDIA aus Kreisen der Landesregierung erfuhr, hat sich die Wirtschaftsministerin mit Dieter Hahn und Bernhard Burgener bereits wenige Tage vor Weihnachten zu einem gemeinsamen Schlichtungsgespräch getroffen. Dies hätte jedoch zu keiner Annäherung geführt. Ein weiteres Gespräch habe man nicht vereinbart, heißt es. In Regierungskreisen geht man davon aus, dass nach dem jüngsten Vorstoß der Constantin Medien AG unter dem Vorstandsvorsitzenden Fred Kogel kein weiteres Treffen mit der Ministerin auf absehbare Zeit zustande kommt. Der Grund: die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt seit dem 18. Januar nach einem Bericht der NZZ am Sonntag gegen Martin Hellstern und weitere Personen aus dem Umfeld von Burgener. Der Anlass: es bestünde der Verdacht auf Veruntreuung. Im Kern ginge es darum, dass sich Hahn und Burgener weiter über die strategische Ausrichtung des Medienkonzerns uneinig sind. Hahn, ehemals rechte Hand des Medienmoguls Leo Kirch, will das Filmgeschäft der Constantin Medien verkaufen und sich auf den Sportbereich fokussieren. Burgener, der die Basler Tochterfirma Highlight Communications führt, lehnt dieses jedoch strikt ab und will die Constantin Medien AG als Ganzes erhalten.

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Hintergrund der von Constan­tin eingereichten Strafanzeige sei ein Darlehen von Hellstern in der Höhe von rund 40 Millionen Schweizer Franken an Constantin Medien, schreibt die NZZ am Sonntag. Als Sicherheit habe Constantin Hell­sterns ehemaliger Firma Stella­ Finanz Aktien der Basler Constan­tin-­Tochter Highlight Commu­nication verpfändet, heißt es. Letztes Jahr sollte das Darlehen zurückbezahlt und die Aktien zurückgeführt werden. Dar­auf hätte man sich geeinigt, so der Bericht. Doch es sei bislang nichts geschehen. Daraufhin habe Constantin Klage eingereicht. Constan­tin Medien ist Hauptaktionärin von Highlight Communication. Hellstern gehört dem Aktionärspool von Burgener an. Der Kurs der Constantin-Aktie legte heute leicht um 1,13 Prozent auf 1,88 Euro zu. Die Notierung ist aber weit entfernt von ehemaligen Höchstständen Mitte 2016. Sie schwankten damals um die Marke von 2,80 Euro.

Ein Sprecher von Burgener wollte sich gegenüber MEEDIA zu dem Verfahren nicht äußern. Ebenso lehnte er eine Stellungnahme zu Gesprächen mit Bayerns Wirtschaftsministerin ab. Auch Constantin Medien äußerte sich nicht.

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