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Online First bei Springer: Digital-Chef Julian Reichelt ist die neue Nummer eins der Bild-Gruppe

Julian Reichelt hat künftig in allen wichtigen Fragen das letzte Wort bei Springers roter Gruppe
Julian Reichelt hat künftig in allen wichtigen Fragen das letzte Wort bei Springers roter Gruppe

Axel Springer hat die Nachfolge von Langzeit-Chef Kai Diekmann geregelt: Mit sofortiger Wirkung rückt Digital-Chefredakteur Julian Reichelt zum neu geschaffenen Vorsitzenden der Chefredakteure auf und hat in allen wichtigen Fragen das letzte Wort. Tanit Koch (Bild) und Marion Horn (BamS) behalten ihre CR-Titel, das Amt des Herausgebers wird nicht nachbesetzt. Auch die BZ bekommt einen neuen Chef.

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Mit der Entscheidung, die der Vorstand des Medienhauses am Montag um 10 Uhr in einer kurzfristig einberufenen Vollversammlung bekannt gab, sind die redaktionellen Richtlinien für die Zukunft festgezurrt. Bereits seit Wochen gab es Gerüchte, dass Springer sich aus einer Vielzahl von Gründen auf einen „Primus inter Pares“ festlegen würde. Damit soll die „rote Gruppe“ auch nach dem Ausscheiden von Kai Diekmann in publizistischen und strategischen Entscheidungen handlungsfähig bleiben und dabei nach außen ein homogenes Bild vermitteln. Diekmann hatte Springers Flaggschiff 16 Jahre lang als Chefredakteur und zuletzt als Herausgeber gesteuert.

Diese Aufgabe übernimmt nun Julian Reichelt, 36, dessen neuer Titel „Vorsitzender der Chefredakteure“ lautet. Tanit Koch, 39, Chefredakteurin der gedruckten Ausgabe, sowie die Bild am Sonntag-Chefin Marion Horn, 51, behalten ihre Titel, müssen sich künftig in Zweifelsfällen aber der Entscheidung Reichelts beugen. „Julian Reichelt trägt die übergeordnete redaktionelle Gesamtverantwortung für die Marke Bild“, hat der Vorstand der neuen Nummer eins ins Stammbuch geschrieben, „und steuert insbesondere die Strategie, Personalpolitik sowie die redaktionellen Abläufe von Print und Digital.“ Und weiter: „Mit der Zuordnung dieser Entscheidungsinstanz soll sichergestellt werden, dass auch nach dem Ausscheiden des Herausgebers Kai Diekmann die Marke Bild aus einer Hand geführt wird.“

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Zeitgleich mit dem Aufstieg von Julian Reichelt kommunizierte Axel Springer einen Chefwechsel bei der B.Z.: Blattmacher Peter Huth, 47, ist künftig Chefredakteur der Welt am Sonntag, wo er auf den zur Wirtschaftswoche abwandernden Beat Balzli folgt und künftig an Gesamt-Chefredakteur Ulf Poschardt berichtet. Neue B.Z.-Chefredakteurin wird Miriam Krekel, 39, seit 2014 Stellvertreterin von Huth.

Vorstandschef Mathias Döpfner kommentiert die Personalien in einer Verlagsmitteilung: „Der Erfolg von Bild als multimedialer Marke basiert ganz wesentlich auf der Überzeugung, dass Print und Digital ihre eigenen Stärken selbstbewusst ausspielen und gleichzeitig stets eng verzahnt arbeiten – sowohl bei der publizistischen Ausrichtung, als auch hinsichtlich der Arbeitsabläufe. Um dies sicher zu stellen, wird Julian Reichelt die übergeordnete Steuerung in enger einvernehmlicher Zusammenarbeit mit Tanit Koch, Marion Horn und Miriam Krekel übernehmen.“

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