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Deutscher Fernsehpreis 2017: Böhmermann widmet Trophäe „der Rechtsschutzversicherung des ZDF“

Bereits 2016 wurde Jan Böhmermann (Foto) mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet
Bereits 2016 wurde Jan Böhmermann (Foto) mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet

Trophäen wie am Fließband: Mehr als 20 Fernsehpreise in nur drei Stunden wurden am Donnerstagabend in Düsseldorf verliehen – die meisten an öffentlich-rechtliche Produktionen. Jan Böhmermann wurde erneut für sein "Neo Magazin Royale" (ZDFneo) als "Beste Unterhaltung Late Night" ausgezeichnet, "Club der roten Bänder" (Vox) als "Beste Serie". Der RTL-Dreiteiler "Winnetou" ging in den wichtigsten Kategorien leer aus.

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„Kamera ab, Schnitt, nächste Szene“: Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises lief am Donnerstagabend das meiste streng nach Drehbuch, wie es sich für die Branche gehört. Rund drei Stunden hatten die Veranstalter Zeit für die Preisvergabe in mehr als 20 Kategorien, dazwischen kurze Freudentränen, überraschte Freude und die bei Auszeichnungen stets üblichen Dankesworte an Teams und Familien. Zusammengerafft auf 45 Minuten zeigte das ZDF am späten Abend ein „Best of“ – ein Kompromiss zwischen den früheren Live-Galas und dem völligen Ausschluss der Öffentlichkeit im vergangenen Jahr.

Moderatorin Barbara Schöneberger ließ sich die Gelegenheit für einen Seitenhieb deshalb nicht entgehen: „Wir sind wieder da. Wir sind die SPD der Preisverleihungen“, scherzte sie vor den rund 350 geladenen Gästen in den Düsseldorfer Rheinterrassen, der „schönsten Mehrzweckhalle am Rhein“.

Insgesamt wurden mehr als 20 Filme und Serien, Produktionen, Moderatoren und Musiker ausgezeichnet. Die wichtigen Trophäen für die Klassenbesten bei den Regisseuren, Schauspielern, den Filmen und Mehrteilern heimsten die öffentlich-rechtlichen Sender ein. Mit dem Preis als bester Schauspieler ging Martin Brambach nach Hause, als beste Schauspielerin wurde Sonja Gerhardt ausgezeichnet. Das Patchwork-Drama „Familienfest“ (ZDF) überzeugte die Jury als bester Film des vergangenen Jahres. Den Ehrenpreis der Stifter – das sind die Intendanten und Geschäftsführer von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 – erhielt in diesem Jahr die Schauspielerin Senta Berger (75).

Für Jan Böhmermann wird der Deutsche Fernsehpreis bereits zur kleinen Serie: Auch in diesem Jahr gewann der 35-Jährige mit seinem Team in der Kategorie „Beste Unterhaltung Late Night“ mit seinem Format „Neo Magazin Royale“ – und setzte sich damit gegen die Sendungen „Luke – Die Woche und ich“ (mit Luke Mockridge) auf Sat.1 und „Pussy Terror TV“ (mit Carolin Kebekus) im WDR und im Ersten durch. „Wir widmen den Preis der Rechtsschutzversicherung des ZDF“, scherzte der ZDF-Satiriker, der sich im vergangenen Jahr wegen seines Schmähgedichts mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angelegt hatte.

Ein Déjà-vu gab es auch für das Team der Vox-Krankenhausserie „Club der roten Bänder“, das ebenfalls zum zweiten Mal auf der Fernsehpreis-Bühne stand und den Preis als beste Serie entgegennahm.

Deutscher Fernsehpreis 2017: die Preisträger

Bester Fernsehfilm: „Familienfest“ (ZDF)

Beste Serie: „Club der roten Bänder“ (Vox)

Bester Schauspieler: Martin Brambach

Beste Schauspielerin: Sonja Gerhardt

Beste Regie: Lars Kraume („Terror – ihr Urteil“/ARD/rbb) und „Familienfest“ (ZFD)

Bester Mehrteiler: „Mitten in Deutschland: NSU – Die Täter/Die Opfer/Die Ermittler“ (ARD/SWR/BR/WDR/MDR)

Beste Comedy/Kabarett: „Das Lachen der Anderen“ (WDR)

Beste Unterhaltung Primetime: „Die Beste Show der Welt“ (ProSieben)

Beste Moderation Unterhaltung: „Rocket Beans TV“ (RTL Nitro)

Beste Unterhaltung Late Night: „Neo Magazin Royale“ (ZDF/ZDF neo)

Bestes Factual Entertainment: „Kitchen Impossible“ (Vox)

Beste Information: „Panama Papers – Im Schattenreich der Offshorefirmen“ (Story im Ersten/ARD/NDR/WDR)

Beste Persönliche Leistung Information: Christiane Meier („ARD Morgenmagazin“/ARD/WDR)

Bestes Infotainment/Talksendung: „Galileo“ (ProSieben)

Beste Dokumentation/Reportage: „Das Schicksal der Kinder von Aleppo – Neue Heimat Deutschland“ („auslandsjournal – die doku“/ZDF)

Beste Sportsendung: Tennis: Australian- und US Open Finals der Damen (Eurosport)

Bestes Buch: Annette Hess („Ku’damm 56″/ZDF)

Beste Kamera: Frank Lamm („Mitten in Deutschland: NSU – Heute ist nicht alle Tage: Die Täter“/ARD/SWR)

Bester Schnitt: Claudia Wolscht („Die Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“/ARD/WDR)

Beste Musik: Heiko Maile („Winnetou“/RTL)

Beste Ausstattung: Matthias Müsse („Winnetou“/RTL)

Ehrung fürs Lebenswerk: Senta Berger

Förderpreis: „Wishlist“ (Mystery Webserie des öffentlich-rechtlichen Jugendsenders funk)

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