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„Lassen Sie sich nicht einschüchtern“: Reuters-Chef Adler stellt Leitfaden für Trump-Berichterstattung auf

„Lassen Sie sich nicht einschüchtern“, rät Reuters-Chef Steve Adler (l.) seinen Mitarbeitern den Umgang mit US-Präsident Donald Trump
"Lassen Sie sich nicht einschüchtern", rät Reuters-Chef Steve Adler (l.) seinen Mitarbeitern den Umgang mit US-Präsident Donald Trump

Twitter-Tiraden, "alternative Fakten", Fake-News-Anschuldigungen: Wie können oder sollten Medien mit US-Präsident Donald Trump umgehen? Steve Adler, Chefredakteur der Nachrichten-Agentur Reuters, hat zu dieser Frage einen Leitfaden für seine Reporter mit Do’s und Dont’s zusammengestellt. Einer seiner Ratschläge: Nicht aufgeben – immerhin habe man mit Journalismus-Gegnern wie dem Iran, der Türkei oder Russland bereits Erfahrung.

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Es komme nicht alle Tage vor, dass ein US-Präsident Journalisten als „die unehrlichsten Wesen auf Erden“ bezeichnet. „Es ist daher kein Wunder, dass viele Fragen zum Thema aufkommen, wie man nun über die neue Administration berichten soll“, so Reuters-Chefredakteur Steve Adler in einer Nachricht an seine Mitarbeiter. „Also was ist Reuters Antwort?“

„Wir wissen bereits, was zu tun ist“, so Adler weiter. Denn: Man berichte jeden Tag aus über 100 Ländern – darunter auch Staaten wie die Türkei, Thailand oder Russland. Also Länder, bei der die Pressefreiheit im allgemeinen und Journalisten im besonderen kein allzu hoher Stellenwert eingeräumt wird – „Nationen, in denen unsere Journalisten oft Zensur, Einreiseverbote und sogar körperlicher Bedrohung begegnen“. Subtext: Donald Trump könnte die USA womöglich auch zum Krisengebiet für Journalisten erklären.

Zum jetzigen Zeitpunkt sei dies lediglich eine Prognose; ein Warnsignal. Dennoch: Um die Journalisten, Reporter und Arbeit von Reuters zu schützen, solle man jene Do’s and Dont’s einhalten, die ohnehin für die Nachrichtenagentur gelten. So rät Adler etwa seinen Mitarbeitern:

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Sorgen Sie sich weniger über den offiziellen Zugang. Er war sowieso niemals so wertvoll. Unsere Berichterstattung über den Iran war hervorragend, und wir hatten praktisch keinen offiziellen Zugang. Was wir haben, sind Quellen. (…) Schwärmen Sie aus aufs Land, finden Sie mehr darüber heraus, was die Menschen dort denken und wie sie leben. Und wie die Regierung und ihre Handlungen ihnen erscheinen, nicht uns.

Dabei gebe es aber auch eine Reihe an Dont’s zu beachten. Etwa: „Lassen Sie sich nicht einschüchtern“ – auch nicht in den USA. Die unabhängige Berichterstattung sei „unsere Mission, in den USA und überall“. Und das gehe nur mit einem professionellen Journalismus, der sowohl „unerschrocken als auch unvoreingenommen“ ist.

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