„Neue Kooperation“ auch in Köln: DuMont legt Express und Stadt-Anzeiger in gemeinsamen Newsroom

Baut den Regionalverlag komplett um: DuMont-CEO Christoph Bauer
Baut den Regionalverlag komplett um: DuMont-CEO Christoph Bauer

Die DuMont Mediengruppe hat heute ihre Pläne für den Standort Köln vorgestellt und auch einen Stellenabbau verkündet. Wie im Berliner Verlag sollen die beiden Titel Kölner Express und Stadt-Anzeiger künftig in einem gemeinsamen Newsroom produziert werden. In Berlin wurden diese Pläne massiv kritisiert. Die Fusion der beiden Kölner Titel wird einen Stellenabbau von bis zu 18 Mitarbeitern bedeuten.

Anzeige

Wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt, sollen die Mitarbeiter aber auch im neuen Newsroom einer Marke zugeordnet bleiben. „Innerhalb großer Ressorts wie Lokales und Sport prüfen verantwortliche Koordinatoren, ob der Austausch von Informationen und Inhalten möglich und sinnvoll ist“, heißt es. Ob dieser theoretische Plan auch praktikabel ist, wird sich zeigen. Nicht mehr getrennt werden Aufgaben wie Video-, Grafik, Foto, Datenanalyse oder die Suchmaschinenoptimierung.

Aktuell beschäftigen beide Titel rund 250 Redakteure. Die bis zu 18 wegfallenden Stellen sollen sozialverträglich abgebaut werden. Bereits im Dezember vergangenen Jahres informierte die Geschäftsführung über ein freiwilliges Abfindungsmodell, das nun bis Ende Februar verlängert werden soll. Ein weiterer Sozialplan soll noch erarbeitet werden.

Trotz der starken Annäherung der Titel im gemeinsamen Newsroom will DuMont die „unverwechselbare Identität“ der beiden Zeitungen erhalten und die „Markenstrategie“ weiter „schärfen“. Im neuen Newsroom werden auch die Chefredaktionen enger zusammenarbeiten. Die Chefredakteure von Stadt-Anzeiger, Carsten Fiedler, und Express, Constantin Blaß, sollen weiterhin für ihre jeweiligen Titel verantwortlich bleiben und auch im „Management Board“ tätig sein, in dem sie mit Verlagsmanager Thomas Kemmerer, bislang kommissarischer Chefredakteur des Express, eine „neue Kooperation“ bilden. Kemmerer, dessen Titel zukünftig „General Manager“ lautet, wird auch die Leitung des Newsteams übernehmen. Das bedeutet auch einen fließenden Übergang zwischen Redaktion und Verlag. Kemmerer soll auch die erlös- und reichweitenorientierte Steuerung des Digitalauftritts übernehmen.

Tatsächlich werden im neuen Newsroom lediglich die lokale (Sport-)Berichterstattung sowie die Websites gesteuert. Die bisherigen Content-Kooperationen der beiden Titel bleiben bestehen. Der Express bezieht politische Inhalte weiter aus Hamburg von der DuMont-Tochter Hamburger Morgenpost, während Berlin (Berliner Kurier) Wirtschaftsthemen liefert. Das bisherige Express-Ressort „Vermischtes“ soll nach MEEDIA-Infos im Zuge des Umbaus aufgelöst werden. Beim Stadt-Anzeiger kommen beide Inhalte weiterhin aus der Hauptstadtredaktion, die ebenfalls aus dem neuen Newsroom in Berlin arbeitet.

In Berlin ging DuMont radikaler vor: Dort produzieren alle Mitarbeiter für beide Titel Berliner Kurier und Berliner Zeitung. Dafür hatte das Unternehmen extra eine komplett neue Gesellschaft gegründet, wie DuMont im Oktober bekannt gegeben hatte.  Auch in Berlin wurden Stellen abgebaut. In einer neuen Redaktionsgemeinschaft werden zukünftig 50 Redakteure weniger arbeiten. Die Maßnahmen wurden zum einen aus publizistischer Sicht massiv kritisiert und zum anderen, weil DuMont mit seiner Konstruktion einem Betriebsübergang ausgewichen ist. Alle redaktionellen Mitarbeiter des Berliner Verlages werden gekündigt und mussten sich bereits neu bewerben. Wie viele der bisherigen Redakteure von Kurier und Zeitung tatsächlich weiterhin für die Titel arbeiten werden, ist völlig unklar. Dieser Weg hatte auch weitreichende organisatorische Folgen. Die neue Redaktion soll erst im Sommer voll funktionsfähig arbeiten. Bis dahin müssen die alten Redakteure das Blatt machen, die Chefredakteure und einige andere Mitarbeiter aber arbeiten bereits in der neuen Gesellschaft.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige