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Amazon-Quartalszahlen: 44 Milliarden Dollar Umsatz sind der Wall Street nicht genug

Immer reicher: Jeff Bezos kann sich über üppige Gewinne freuen – in der Bilanz und an der Börse
Immer reicher: Jeff Bezos kann sich über üppige Gewinne freuen – in der Bilanz und an der Börse

Von Quartal zu Quartal konnte Amazon die Wall Street mit besser als erwarteten Quartalsergebnissen überraschen – nach Handelsschluss diesmal jedoch nicht. Weil der E-Commerce-Riese mit Umsätzen von 43,7 Milliarden Dollar im Dezember-Quartal die Konsensschätzungen der Analysten verfehlte, gab die Aktie des zweitwertvollsten Internetkonzerns der Welt trotz des größten Nettogewinns der 22-jährigen Konzerngeschichte nachbörslich um mehr als 4 Prozent nach.

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Die magische Marke war nicht einmal ein Prozent entfernt: Bis auf 842 Dollar sprintete Amazon in Erwartung starker Quartalszahlen zum Handelsschuss empor – ganze 5 Dollar fehlten zu neuen Allzeithochs.

Die dürfte der nach Alphabet zweitwertvollste Internetkonzern der Welt vermutlich morgen aber erst einmal nicht sehen, wenn man den Indikationen des nachbörslichen Handels trauen darf: Die Amazon-Aktie gab nämlich mehr als 4 Prozent auf 805 Dollar nach.

Umsatzsteigerung von 22 Prozent für Wall Street nicht genug

Auslöser dafür waren Quartalszahlen, die teilweise unter den Analysten-Erwartungen ausfielen: So setzte Amazon zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember bereits 43,7 Milliarden Dollar um – die Wall Street hatte allerdings mit Erlösen in Höhe von 44,7 Milliarden Dollar gerechnet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum zogen die Umsätze damit um immer noch beeindruckende 22 Prozent an.

Noch rasanter entwickelte sich der Gewinn des Internet-Dinos, auf den Konzernchef Jeff Bezos zugunsten des Wachstums lange Zeit verzichtet hatte.

Nach einem Überschuss von 482 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum konnte Amazon im vierten Quartal 2016 unter dem Strich nunmehr 749 Millionen Dollar oder 1,54 Dollar je Aktie ausweisen. Es war Amazons siebter Quartalsgewinn in Folge – Analysten hatten lediglich mit 1,35 Dollar je Anteilsschein gerechnet.

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Cloud-Sparte AWS rettet erneut den Gewinn

Treiber der enormen Geschäftsdynamik war wieder einmal die rasant wachsende Cloud-Computing-Sparte AWS (Amazon Web Services), die abermals um 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegte und nun bereits mehr als 3,5 Milliarden Dollar erlöste.

Für Jeff Bezos ist AWS der Goldesel, auf den Amazon in seiner nunmehr 22-jährigen Unternehmenshistorie hat lange warten müssen: Mit einem operativen Gewinn von 926 Millionen Dollar war die Cloud-Sparte allein für den Profit des E-Commerce-Riesen verantwortlich.

Kurssturz auch Handelsschluss

Der Ausblick auf laufende erste Quartal blieb mit einer Umsatzspanne von 33,25 bis 35,75 Milliarden Dollar unterdessen ebenfalls unter den Erwartungen von 34,5 bis 37 Milliarden Dollar zurück. Auch die Gewinnschätzungen lagen mit 250 bis 900 Millionen Dollar unter den Konsensschätzungen der Wall Street.

Die Folge: Der E-Commerce-Riese fällt nachbörslich wieder unter die Bewertungsschwelle von 400 Milliarden Dollar zurück und muss den Platz als viertwertvollster Konzern der Welt Warren Buffets Investmentkonglomerat Berkshire Hathaway überlassen.

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