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Sozialplan für Ostsee-Zeitung: Madsack-Tochter will deutlich weniger Mitarbeitern betriebsbedingt kündigen

Stefanie Hauer wird als Geschäftsführerin der Ostsee-Zeitung und der Lübecker Nachrichten abgelöst
Stefanie Hauer wird als Geschäftsführerin der Ostsee-Zeitung und der Lübecker Nachrichten abgelöst

Ursprünglich sollten bei der Ostsee-Zeitung (OZ) und den Lübecker Nachrichten mehr als 50 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Jetzt trifft der geplante Umbau der zur Madsack Mediengruppe gehörenden OZ weitaus weniger Arbeitnehmer. Offenbar will die Geschäftsführung bei der OZ nur fünf Mitarbeitern betriebsbedingt kündigen, weitere 25 Beschäftigte sollen in andere Gesellschaften des niedersächsischen Medienhauses wechseln.

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Wie Stefanie Hauer, Geschäftsführerin der Ostsee-Zeitung, gegenüber MEEDIA bestätigt, hat sich das ostdeutsche Printhaus mit dem Betriebsrat auf einen Sozialplan verständigt. „Wir hoffen, dass wir am Ende nur rund 5 Mitarbeitern betriebsbedingt kündigen müssen. Im Rahmen von Betriebsübergängen oder konzerninternen Wechseln werden rund 25 Mitarbeiter in Gesellschaften der Madsack Mediengruppe wechseln. Mit dieser Neuaufstellung des Verlages machen wir die Zukunft fit für die Herausforderungen des digitalen Wandels und bedeutet für alle Arbeitsplätze mehr Zukunftssicherheit und Perspektive“, erklärt die ehemalige Zeit-Managerin.

Ursprünglich hatte der ostdeutsche Verlag wohl geplant, dass mehr als 50 Mitarbeiter die Madsack-Tochter an den Standorten in Lübeck und Rostock verlassen sollten. Jetzt trifft die geplante Restrukturierung bei der OZ weniger Beschäftigte: „Die Einigung hat das Ziel, betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden. Soweit Arbeitsplätze wegfallen, bemühen sich Betriebsrat und Arbeitgeber gemeinsam intensiv darum, frei werdende Stellen in anderen Bereichen mit den betroffenen Mitarbeitern zu besetzen“, betont Hauer. Vereinbart wurde für zwei Abteilungen des Printunternehmens darüber hinaus eine neue „kollektive Arbeitszeitreduzierung“, heißt es. Trotz des Maßnahmenpakets lassen sich betriebsbedingte Kündigungen nicht ganz umgehen: „Soweit sich trotz dieses weitreichenden Maßnahmenpakets betriebsbedingte Kündigungen nicht vermeiden lassen, erhalten die betroffenen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen eine angemessene Abfindung und haben die Möglichkeit, an einer Transferagentur teilzunehmen“, erklärt Hauer.

Die Ostsee-Zeitung ist einer die größten Zeitungen in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 132.000 Exemplare verkauft der Verlag jeden Tag von dem Titel zwischen Rostock bis Bad Doberan, davon allein 115.000 Stück im Abo. Wie fast jede Regionalzeitung musste auch die Ostsee-Zeitung bei der verkauften Auflage in den vergangenen Jahren Federn lassen. Um rund 3,5 Prozent weniger verkaufte das Printhaus im 2. Quartal 2016 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von dem ostdeutschen Blatt.

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