Nach Mattuseks Headhunter-Outing: Auch „Panorama“-Mitarbeiter erhielt Anruf mit Breitbart-Jobangebot

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Es war der Branchen-Schnack des Tages: der angebliche Headhunter-Anruf von Breitbart.com bei Ex-Spiegel-Autor Matthias Matussek. Der hatte die Offerte via Facebook selbst publik gemacht – und fälschlich verbreitet, dass das Satiremagazin Titanic dahinter stecke. Erstaunlich: Auch bei einem „Panorama“-Redakteur meldete sich offenbar ein Personalagent mit einem Angebot, zu Breitbart zu wechseln.

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Mit Verweis auf das Matussek-Posting schreibt die Redaktion des NDR-Politmagazins:

Die Geschichte kommt uns bekannt vor! Panorama hat nämlich auch einen Anruf gekriegt: Ob sich nicht einer unserer Online-Mitarbeiter vorstellen könne, künftig für Breitbart tätig zu werden. Die Newsplattform rechtsaußen? Das ist witzig, gilt Panorama doch als Hochburg des „linksversifften“ Meinungsjournalismus! Man müsse „seine politische Ausrichtung natürlich etwas anpassen“, sagte der Anrufer, ob das ein Problem sei? Nein, natürlich nicht! Links, rechts – ist doch egal.

Dem 62-jährigen Mattusek hatte der unbekannte Anrufer folgende Offerte unterbreitet: ein sechsstelliges Gehalt für ein halbes Jahr Arbeit, Dienstwagen selbstverständlich inklusive. Das Modell könne er sich gleich auswählen. Allerdings wäre der Einsatzort wohl in „Fulda“ oder „Bebra“. Dies kam dem ehemaligen Spiegel-Mann zwar hessisch vor, aber sei es drum. Er erbat sich Bedenkzeit und entschloss sich dann doch, den Anruf publik zu machen – augenscheinlich aus der Angst heraus, dass es sich bei dem angeblichen Headhunter um einem Satire-Profi der Titanic handeln könnte.

Allerdings dementierte auf Anfrage von MEEDIA der Titanic-Chefredakteur Tim Wolff. „Ich höre zum ersten Mal von diesem Vorgang“, so der Blattmacher, der weiter erklärt, es habe auch sonst „keiner aus der Titanic-Redaktion angerufen“. Seine Erklärung: „Vermutlich übt sich Matussek als Bewerbung für Breitbart schon mal in der Verbreitung von Fake-News. Wir drücken ihm die Daumen, daß er den Job bekommt. Er passt zu ihm.“

 

Nach Bekanntwerden des Mattusek-Anrufs zeigt sich die „Panorama“-Redaktion nun allerdings etwas beleidigt, weil deren Mitarbeiter nur eine „hohe fünfstellige Summe“ geboten wurde. Und weiter: „Aber immerhin: Ein Dienstwagen war auch im Paket. Den braucht man auch, denn als Einsatzorte wurden auf unsere Nachfrage ‚Fulda, Bebra oder Heidenau‘ genannt – ein Schelm, wer dabei an Satire denkt. Der Name des Anrufers und die vermeintliche Beraterfirma ‚Kienspahn Publishers Consulting‘ erwiesen sich bereits während des Googelns parallel zum Telefonat als unauffindbar.“

Das Posting der „Panorma“-Redaktion endet mit der berechtigten Frage, wen der angebliche Breitbart-Headhunter wohl noch angerufen hat…

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