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Gericht sieht „keine Diskriminierung“: ZDF-Reporterin scheitert mit Klage auf „gerechte Bezahlung“

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Eine Reporterin des ZDF-Politikmagazins "Frontal 21" ist mit einer Klage auf gerechtere Bezahlung vor dem Arbeitsgericht Berlin gescheitert. Die Reporterin war der Auffassung, dass ihre männlichen Kollegen bei gleicher Arbeit mehr verdienen und empfand dies als diskriminierend. Laut Gericht seien die als Beispiele angeführten Vergleichsgruppen männlicher Kollegen von ihrer Tätigkeit her aber nicht mit der Klägerin vergleichbar.

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Das Gericht kam darum zum Schluss:“Ausreichende Indizien für eine Diskriminierung konnten nicht festgestellt werden.“ So berichtet es Spiegel Online. Die „Frontal 21“-Reporterin wollte außerdem gerichtlich eine Auskunft über die Höhe der Bezahlung von Kollegen erzwingen. Doch auch damit scheiterte sie. Ohne Anhaltspunkte für eine Ungleichbehandlung gibt es für einen Auskunftsanspruch keine gesetzliche Grundlage, so das Arbeitsgericht.

Das ZDF erklärte vor Gericht, dass die männlichen Kollegen der Klägerin mehr Berufserfahrung hätten und darum besser bezahlt würden. Das Geschlecht sei bei dem Sender „kein Differenzierungskriterium“ für das Gehalt.

Mehrere Frauenverbände haben das Abweisen der Klage auf Lohngleichheit der ZDF-Journalistin Birte Meier als falsches Signal kritisiert. „Schade, dass die Klage auf Lohngleichheit abgewiesen wurde“, sagte Rebecca Beerheide, Vorsitzende des Journalistinnenbundes. „Allerdings ist und bleibt der unerklärliche Lohnunterschied aus unserer Sicht eine Diskriminierung von Frauen, die es im Allgemeinen im Jahr 2017 in Deutschland nicht mehr geben sollte.“

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Maren Weber, Vorsitzende von ProQuote Medien, bemängelte eine „oft rückwärtsgewandte Haltung“ des öffentlich-rechtlichen Senders aus Mainz: „Wir können nur hoffen, dass sich das ZDF in Sachen Lohngleichheit nicht ähnlich verhält wie bei der Besetzung von Führungspositionen mit Frauen“, sagte sie. Denn wer sich beim ZDF genauer umschaue, der stelle fest: „In den Leitungspositionen sitzen dort vor allem Männer.“

Uta Zech, Präsidentin Business and Professional Women (BPW) Germany, erklärte: „Es ist höchste Zeit, dass geltendes europäisches Recht in Bezug auf gleiche Bezahlung für Frauen und Männer vor deutschen Gerichten angewendet wird. Die Behauptung, die Ungleichheit liege am individuellen Verhandlungsgeschick von Frauen, hat die Ursachenforschung zum Equal Pay Day widerlegt.“

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