Budweisers beeindruckender Super Bowl-Clip wirkt wie ein Anti-Trump-Spot

Prost Mister Trump: Budwiser bringt zum Super Bowl einen klaren politischen Werbespot
Prost Mister Trump: Budwiser bringt zum Super Bowl einen klaren politischen Werbespot

Entdeckt die Werbung auf einmal ihre politische Verantwortung? Jung von Matt will sich in „dieser instabilen Welt“ auf einmal „engagieren“ und Wahlwerbung für die CDU machen. Budweiser bringt nun zum wichtigsten Werbe-Event der Welt, den Super Bowl, ein unmissverständliches Statement in Sachen Unternehmertum und Zuwanderung. Auf Grund der aktuellen Ereignisse wirkt der Film wie ein Anti-Trump-Statment. Stimmt aber nicht, sagt Budweiser.

Anzeige

Scheinbar transportiert der Clip eine klare politische Botschaft. In dem Spot wird die Einwanderer-Geschichte des Firmengründers Adolphus Busch von Deutschland in die USA erzählt. So wird er, bei seiner Ankunft in den USA mit Sätzen wie „go back home“ und „you’re not wanted here“ begrüßt. Seine Reise endet mit dem Claim: „When nothing stops your Dream“.

Die Werbung muss natürlich in ihrem aktuellen Zusammenhang gesehen werden. Gerade debattiert die gesamte USA über den Muslim Ban, das Einreiseverbot für Menschen aus sieben muslimisch-geprägten Staaten. Weite Teile der US-Gesellschaft sind der Meinung, dass das Vorgehen von Donald Trump an einer der stärksten Grundfesten der amerikanischen Gesellschaft rüttelt und einen wichtigen Teil der eigenen Geschichte verleugnet.

Auch wenn es so aussehe, widerspricht der Bier-Konzern allerdings der Aussage, dass es sich bei der Werbung um einen klaren Anti-Trump-Kommentar handelt. Vielmehr sei es eine ungewollte „Koinzidenz“. Sieht man den Clip allerdings gerade in diesen Tagen im Fernsehen, scheint seine Botschaft offensichtlich zu sein.

Die politischen US-Amerikaner passen zu einem wichtigen aktuellen Werbe-Trend. So entdecken immer mehr Kreative ihr politisches Gewissen. Bestes Beispiel ist hierzulande die strategische Entscheidung von Jung von Matt für die CDU die Werbung zur Bundestagswahl zu machen. Im Interview mit der Welt am Sonntag erklärte der Vorstandschef von JvM, Peter Figge, dazu:

Wir haben im Vorstand diskutiert und entschieden. Das ist unabhängig von der politischen Meinung des Einzelnen geschehen. Wir denken, dass in dieser instabilen Welt Gefahren von rechts oder links drohen, und wir wollen uns engagieren. Gesellschaftliche Stabilität ist auch für uns ein hohes Gut.

 

 

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Es spricht wenig dafür, dass Unternehmen ausgerechnet jetzt den Posten politisches Gewissen in ihrer Bilanz entdeckt haben sollen. Viel mehr spricht für die These, dass Unternehmen sich an einen Medienhype hängen, der auf Irrationalität gründet. Was wäre für eine Werbekampagne wohl wirkungsvoller als auf Emotionalität zu setzen und auf eine recht perfide Weise Zustimmung für eine politische Haltung zu vermengen mit der Identifikation eines Produktes mit dieser politischen Haltung? Das Produkt hat nichts mit dem zu tun, was der Konzern hier verkauft. Aber nackte Frauen hatten bislang auch nichts mit Budweiser zu tun – und trotzdem verkaufte Budweiser damit sein Produkt. Ich halte allerdings Konsumenten, die sich von Sex verführen lassen für wesentlich weniger gefährlich als jene, die sich von politischer Propaganda – egal von welcher Seite – verführen lassen. Denn Sexismus ist weit weniger gefährlich als politische Massenhysterie.

  2. *gähn* … nichts ist so langweilig wie die enge welt der verschwörungsthoretiker – da übersieht man gerne die eigenen widersprüche im eigenen kommentar

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige