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Apple-Comeback: Tim Cook gelingt der Befreiungsschlag – neue Allzeithochs in Sicht

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Hat aktuell wieder mehr zu lachen: Apple-Chef Tim Cook

Der König ist zurück: Nach einjähriger Talfahrt hat sich Apple gestern mit besser als erwarteten Quartalszahlen zurückgemeldet. Endlich wächst der Kultkonzern aus Cupertino wieder, wenn auch nur marginal. Für Tim Cook ist das Mini-Wachstum von ein paar Prozent genug, um die andauernde Krisenrhetorik verstummen zu lassen – das vermeintlich Beste kommt für Apple nämlich noch mit dem iPhone 8. Bis dahin hat der Apple-Chef einen Freifahrtschein.

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Es war ein langes, schweres Jahr für Tim Cook: Apples 15-jährige Erfolgsserie riss 2016 krachend ab – und es sah nicht danach aus, als sollte sie mit einem großen Knall wiederkommen.

Das kann man von den gestern veröffentlichten Quartalszahlen auch nicht unbedingt behaupten, und doch ist das Mini-Plus von 3 Prozent beim Umsatz und 2 Prozent beim Gewinn je Aktie mehr wert als manches Monsterquartal aus der Periode des Hyperwachstums zwischen 2009 und 2012.

Das iPhone wächst endlich wieder

Nach einem Jahr zum Vergessen, in dem es so aussah, als hätte Apple sein Wachstumspotenzial mit dem iPhone nach einer Dekade schließlich ausgereizt, ist Tim Cooks Stabilisation schon ein großer Erfolg.

Gewiss, drei Millionen mehr verkaufte iPhones als im Vorjahreszeitraum sind in einem Quartal, das mit 13 Verkaufswochen eine Woche länger lief als das erste Fiskalquartal 2016, keine epische Glanzleistung, zumal Apple kurz nach der Einführung des iPhone 7 auch noch von Samsungs Galaxy Note 7-GAU zu profitieren schien.

Und doch ist das iPhone-Plus von 5 Prozent nicht zu unterschätzen: Zahlreiche Analysten hatten sowohl im Weihnachtsquartal, als auch im ersten Halbjahr eine Fortsetzung des Abwärtstrends befürchtet, der gleichermaßen zwei Jahre im Negativwachstum bedeutet hätte. Nur mit einer großen Gerätegeneration schien Apple alle drei Jahre noch wachsen zu können.

Tim Cook tilgt Negativ-Narrativ

Mit einem moderat besseren Ausblick auf das März-Quartal (Umsätze zwischen 51,5 und 53,5 Milliarden Dollar vs. 50,8 Milliarden im vergangenen Jahr) ist Tim Cook nun ein Befreiungsschlag gelungen – das Negativ-Narrativ wurde getilgt. Dass sowohl das März-, als auch vermutlich das Juni-Quartal mehr oder weniger auf Vorjahresniveau liegen dürften, wird nach den Befürchtungen der vergangenen Monate vom Markt bereits als eine positive Überraschung aufgenommen.

Die nächsten beiden Quartale dürften damit in der Bewertung von Apples Zukunftsperspektiven höchstens noch für eine Fußnote taugen, weil die Wall Street längst zum wichtigsten Event der vergangenen drei Jahre blickt: dem Launch des generalüberholten iPhone 8, mit dem Apple wieder zweistellig wachsen dürfte und gar zu einem neuen Superzyklus ansetzen könnte.

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Die ‚Apple-wächst-wieder‘-Rhetorik bestimmt das nächste Halbjahr

Das besser als erwartete erste Quartal des Fiskaljahres 2017 folgt damit der Blaupause des zweiten Quartals des Fiskaljahres 2014, als Tim Cook ebenfalls nach einem Jahr im Abschwung mit dem besser als erwarteten iPhone 5s der Befreiungsschlag gelang. Die Logik der Wall Street lautet: Wenn Apple mit einem wenig innovativen Modell (iPhone 5s / iPhone 7) wachsen kann, was ist dann erst von der brandneuen Generation zum zehnjährigen Jubiläum zu erwarten?

Mit einer soliden bis guten Quartalsbilanz hat Cook so den Handlungsstrang an sich gerissen und die Erzählung neu geschrieben: Statt einem ‚Apple-in-der-Krise‘-Szenario bestimmt nun das nächste halbe Jahr die ‚Apple-wächst-wieder‘-Rhetorik den Dialog.

Wall Street applaudiert

Entsprechend schnell hat die Wall Street reagiert und die Apple-Aktie nach rund einjähriger Talfahrt wieder deutlich nach oben befördert. Um 5 Prozent lag das Papier seit Jahresbeginn ohnehin bis gestern vorne, weitere 5 Prozent sind zum Handelsstart nach den Quartalszahlen dazugekommen.

Bei 128 Dollar notiert die Apple-Aktie damit nicht nur auf einem 52-Wochen-Hoch, sondern gleichermaßen auf dem höchsten Stand seit Sommer 2015. Ganze 5 Prozent fehlen dem wertvollsten Konzern der Welt noch, um das Allzeithoch vom April 2015 zu überbieten.

Neue Allzeithochs in Sicht

Angesichts der zahlreichen Hochstufungen der Analysten, ist damit möglicherweise eher früher denn später zu rechnen: Mizuho RBC Capital hob heute das Kursziel von 130 auf 135 Dollar an, RBC Capital stockte von 125 auf 140 Dollar auf.

Bis zum iPhone 8-Launch hat Tim Cook an der Wall Street damit das seltene Glück eines Freifahrtscheins – danach muss der Apple-Chef das tun, wozu er seit Übernahme der Amtsgeschäfte 2011 verdammt ist: liefern, liefern, liefern.

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