Apple vor den Quartalszahlen: Kehrt das Wachstum mit dem iPhone 7 zurück?

Muss mit dem iPhone 8 liefern: Apple-Chef Tim Cook
Muss mit dem iPhone 8 liefern: Apple-Chef Tim Cook

Morgen nach Handelsschluss ist es wieder so weit: Apple legt Rechenschaft vor seinen Aktionären ab. Anders als in den vergangenen Jahren gibt sich die Wall Street unaufgeregt: Der wertvollste Konzern der Welt dürfte in etwa Quartalszahlen auf dem Vorjahresniveau vorlegen. Für die eigentliche Spannung sorgt die Frage, ob Apple nach einjährigem Schrumpfkurs wieder zum Wachstum zurückkehren kann. Doch selbst wenn nicht, blickt die Wall Street in Richtung des iPhone 8-Launches im Spätsommer.

Anzeige

Showtime für Apple! Nachdem Netflix,  Microsoft und Alibaba bereits mit ihren jüngsten Quartalsbilanzen geglänzt haben, während Erzrivale Alphabet eher enttäuschte, ist es nun an Apple, mit seinem Zahlenwerk Farbe zu bekennen.

Die Erwartungen an den wertvollsten Konzern der Welt sind nach den enttäuschenden Vorquartalen  ungewohnt verhalten. Apple selbst stellte in seinem Ausblick mit Umsätzen von 76 bis 78 Milliarden Dollar ein Rekordquartal in Aussicht, doch ob der Kultkonzern aus Cupertino wirklich mehr als im Vorjahreszeitraum verdient hat, könnte am Ende von einigen Hunderttausend iPhones anhängen.

Wall Street rechnet mit iPhone-Comeback

Wieder einmal hängt alles am Kultsmartphone, dessen Absätze seit drei Quartalen deutlich nachgeben.  74,78 Millionen iPhones konnte Apple im vergangenen Weihnachtsquartal absetzen. An der Wall Street herrscht trotz einiger Hiobsbotschaften um die iPhone 7-Absätze vorsichtiger Optimismus: Bei rund 77 Millionen verkauften iPhones lagen die letzten Durchschnittsschätzungen der befragten Analysten.

Die weiteren Konzernsparten dürften einmal mehr nur einen Nebenschauplatz bieten: Die seit Jahren rückläufige iPad-Unit dürfte um weitere 4 Prozent auf 15,5 Millionen Einheiten nachgeben, während für die Mac-Sparte sogar ein zweistelliger Absatzeinbruch auf 4,75 Millionen verkaufte Macintosh-Computer und MacBooks prognostiziert wird.

Die Hoffnung ruht auf der Service-Sparte – und der Apple Watch

Bleibt der einzige Hoffnungsträger, der bereits zur zweitgrößten Konzernsparte geworden ist: Die iTunes-Unit  dürfte dank steigender Abonnements von Apple Music und iCloud auf Erlöse von immerhin schon 6,45 Milliarden Dollar zulegen, dabei das Wachstum allerdings deutlich auf nur noch 6 Prozent verlangsamen, weil sich der Zusatzeffekt des Mitte 2015 gelaunchten Streaming-Dienstes Apple Music allmählich verbraucht.

Einen Ausreißer nach oben erhoffen sich Analysten unterdessen von der viel gescholtenen Apple Watch, deren Absätze im September-Quartal um erdrutschartige 72 Prozent eingebrochen waren.  Im Oktober jedoch launchte Apple die zweite Generation seiner Smartwatch und dürfte damit zusätzliche Kaufanreize gesetzt haben.

„Wir erwarten, dass wir mit der Apple Watch auf Kurs für das beste Quartal bisher liegen“, hatte Tim Cook noch im Dezember gelockt.  Analysten rechnen nach der Ansage mit zumindest 5 Millionen verkauften Apple Watches, die Cook jedoch wohl erneut nicht einzeln ausweisen, sondern wieder im Konglomerat unter „Andere Produkte“ bündeln will.

Die Wall Street blickt längst auf das iPhone 8

Summa summarum rechnen die von Thompson Financial befragten Analysten im Weihnachtsquartal mit Umsätzen von 77,4 Milliarden Dollar, die einen zweiprozentigem Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeuten würden. Der Gewinn je Aktie könnte nach den letzten Schätzungen mit 3,22 Dollar je Anteilsschein indes leicht unter dem Vorjahresniveau von 3,28 Dollar liegen, weil der Durchschnittsverkaufspreis des iPhones vom neuen Mittelklasse-Modell iPhone SE nach unten gezogen werden dürfte.

All das dürften morgen um 22.30 Uhr nach Handelsschluss nur Nebengeräusche sein. Mehr Beachtung finden dürfte der Ausblick auf das März-Quartal und die damit verbundene Frage, ob sich das iPhone 7 schlechter verkauft als das iPhone 6s. Doch selbst das nächste und sogar übernächste Quartal sind nicht mehr als Durchgangsstationen zum eigentlichen Apple-Event des Jahres: der Enthüllung des iPhone 8 im September. Die ersten Nachfrage-Indikationen dürften die Kurse dann deutlicher bewegen als die Konzernbilanz von morgen.

Anzeige
Anzeige
Anzeige