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„Wir sind frei“ – nur nicht in der Türkei: Regierung sperrt Can Dündars Portal Özgürüz

Can Dündar, Ex-Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, kämpft für Pressefreiheit in der Türkei
Can Dündar, Ex-Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, kämpft für Pressefreiheit in der Türkei

Das neue zweisprachige Online-Medium des regimekritischen türkischen Journalisten Can Dündar ist in der Türkei gesperrt worden. Özgürüz ("Wir sind frei") sei durch die Behörde für Informationstechnologie (BTK) geblockt worden, heißt es in einer Mitteilung, die anstatt der Webseite des Mediums erschien. Dabei bezieht sich die Behörde nach eigenen Angaben auf ein Gesetz, das den Zugang zu als gefährlich eingestuften Webseiten regelt.

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Das Projekt mit Texten auf Deutsch und Türkisch hatte Dündar zusammen mit dem türkischen Journalisten Hayko Bagdat und dem gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv am Dienstag in Berlin gestartet. Es soll nach Angaben der Initiatoren unter anderem über die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan berichten.

„Die Sperrung kam für uns nicht völlig überraschend, damit musste man rechnen“, sagte Correctiv-Chefredakteur Markus Grill am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Arbeit der Redaktion ist dadurch aber in keiner Weise beeinträchtigt, wir machen weiter wie bisher.“ Wie geplant sollen auf der Webseite Berichte und Videos auf Türkisch und Deutsch veröffentlicht werden. „Wir suchen außerdem nach technischen Möglichkeiten, die gesperrten Inhalte zugänglich zu machen und die Seiten zum Beispiel auf Servern mit anderen Adressen zu spiegeln.“

Türkei sperrte Özgürüz wurde noch vor Start

Can Dündar kommentierte die Sperrung am Freitag so: Özgürüz sei bereits blockiert worden, zwölf Stunden bevor die eigentliche Berichterstattung begonnen habe. „Dass eine Webseite, deren Inhalt noch nicht bekannt ist, verboten wird, weil sie als verdächtig eingestuft wird, ist ein weiterer Beweis dafür, wie die Gerechtigkeit in der Türkei funktioniert.“ Özgürüz sei entstanden, um genau gegen diese Zensur und Ungerechtigkeit zu kämpfen. „Diese Entscheidung hat nur dazu gedient, dass wir noch entschlossener sind. Özgürüz (‚Wir sind frei‘) wird frei weiter publizieren.“

Bereits am Donnerstag twitterte ‚Özgürüz‘, die in der Türkei geplante Sperrung beeindrucke die Redaktion wenig. Der neue Twitter-Account hat bereits mehr als 27 000 Follower und soll auch zur gegenseitigen Kommunikation mit den Lesern dienen.

Seit dem Putschversuch in der Türkei im Juli geht die Regierung verschärft gegen Medien vor. Dündar, Ex-Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“, war im vergangenen Mai in der Türkei zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft wegen Geheimnisverrats verurteilt worden. Er legte Revision ein. Dündar lebt seit vergangenem Sommer in Deutschland

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