Wegen Austieg aus Berliner Verlag: Heinen machte 2015 rund 32 Millionen Euro Verlust

Die Beteiligung am Berliner Verlag kostete Helmut Heinen viel Schmerzensgeld: 2015 schloss sein Verlag mit einem Fehlbetrag von rund 32 Mio. Euro ab
Die Beteiligung am Berliner Verlag kostete Helmut Heinen viel Schmerzensgeld: 2015 schloss sein Verlag mit einem Fehlbetrag von rund 32 Mio. Euro ab

Helmut Heinen, Verleger der Kölnischen Rundschau, trennte sich 2015 von seinen Anteilen an der Hamburger Morgenpost und dem Berliner Verlag. Für das Investment in die hoch defizitäre PMG-Gruppe, die nun zu 100 Prozent DuMont gehört, zahlte der Alt-Verleger viel Schmerzensgeld. Wie der nun kürzlich veröffentlichte Geschäftsbericht zeigt, entstand ein Jahresfehlbetrag von mehr als 32 Millionen Euro.

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Genau genommen schloss Heinen das Geschäftsjahr mit einem Fehlbetrag von 32,484 Millionen Euro ab. Zurückzuführen ist desaströs wirkende  Ergebnis auf den Ausstieg aus der PMG Presse- und Medienhaus GmbH & Co. KG, in der die Hamburger Morgenpost und der Berliner Verlag organisiert sind. Heinen hielt bis Ende 2015 eine Minderheitsbeteiligung von 35 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, die er dann an die DuMont Mediengruppe verkaufte, die den Verlag damit komplett übernommen hatte und seitdem versucht, das jahrelang defizitäre Geschäft mit harten Restrukturierungsmaßnahmen wieder profitabel zu machen.

Sondereffekte führten zu bilanzieller Überschuldung

Das Loch in die Bilanz gerissen hat unter anderem eine Neubewertung der PMG, die weit unter dem Buchwert von 2009 lag, als sich Heinen am Geschäft beteiligte. Laut Geschäftsbericht 2015, der kürzlich im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, ist ein Veräußerungsverlust von 34,3 Millionen Euro entstanden. Zum Ende des Jahres 2015 weist der Verlag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von rund 4,5 Millionen Euro aus und war damit also bilanziell überschuldet.

Ein Insolvenzgrund sei aber nicht gegeben, heißt es weiter. Für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr 2016 lautet die Prognose für Heinens Gesellschaft samt Beteiligungen auf positive Jahresergebnisse. „Auch die Zahlungsfähigkeit ist aktuell gesichert; die vorhandenen Kontokorrent-Kreditlinien in Höhe von 2,79 Millionen Euro werden in 2016 voraussichtlich nicht in Anspruch genommen“, heißt es im Geschäftsbericht. „Die Geschäftsführung plant stille Reserven in einer Größenordnung zu heben, dass gemeinsam mit den operativen und den Beteiligungsergebnissen eine Beseitigung des negativen Eigenkapitals erreicht wird. Die geplante Hebung der stillen Reserven wird Steuerzahlungen auslösen, zu deren Deckung aber aller Voraussicht nach ebenfalls ausreichende Liquidität zur Verfügung steht.“

Heinen trat auch Anteile an Mitteldeutscher Zeitung ab

Trotz des schmerzhaften Verlustes war der Ausstieg aus der PMG-Gruppe aus finanzieller Sicht mindestens mittelfristig richtig. Der Berliner Verlag ist seit Jahren defizitär und schrieb allein im Jahr 2015 rund acht Millionen Euro Verlust. Der Rückzug Heinens hatte aber offenbar auch andere Gründe, wie MEEDIA bereits im vergangenen Jahr berichtete. Demnach gilt das Verhältnis zwischen Heinen und DuMont-CEO Christoph Bauer als schwierig. So habe es Differenzen in der Ausrichtung einiger Geschäfte gegeben, unter anderem im Geschäft mit den gemeinsamen Anzeigenblättern. Für das angespannte Verhältnis liefert der Geschäftsbericht ein weiteres Indiz: So hat sich Heinen 2015 nicht nur aus der PMG-Gruppe zurückgezogen, sondern auch seine Anteile an der ebenfalls zu DuMont gehörenden Mediengruppe der Mitteldeutschen Zeitung veräußert – obwohl sich diese weiterhin „positiv“ auf das Geschäft ausgewirkt habe. Auf Nachfrage erklärt Heinen: „Es handelte sich um eine (kleine) echte stille Beteiligung, also eine Ergebnisbeteiligung ohne Mitwirkungsrechte. Im Zuge unseres Ausscheidens aus der Presse- und Medienhaus Berlin GmbH & Co. KG haben wir uns auch in Halle ‚entflochten‘. Diese stille Beteiligung wurde zum Nominalwert zurückübertragen, also ohne Auswirkungen auf das Jahresergebnis 2015 des Heinen-Verlags.“

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