Copypreis in vier Jahren von 7,50 Euro auf 15,90 Euro: Impulse-Chef Förster dreht erneut an Preisschraube

Drastische Anhebung des Heft-Preises als Weg zur Profitabilität? Medien-Unternehmer Nikolaus Förster und sein Magazin Impulse
Drastische Anhebung des Heft-Preises als Weg zur Profitabilität? Medien-Unternehmer Nikolaus Förster und sein Magazin Impulse

Nach dem Ausstieg bei Gruner + Jahr 2013 hat Chefredakteur Nikolaus Förster den Copypreis des Wirtschaftstitels Impulse bereits zweimal angehoben. Jetzt dreht er erneut an der Preisschraube. Die Vertriebsmaßnahme soll helfen, weiterhin die Recherchequalität des Blattes zu garantieren und die Ertragslage zu verbessern. Der Schritt ist riskant. Denn die wichtige Abo-Auflage könnte weiter leiden.

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Impulse-Chefredakteur Nikolaus Förster gilt als einer der wenigen Verleger in der Branche, der Vorgänge in seinem Unternehmen für die breite Öffentlichkeit transparent macht. Regelmäßig schreibt er in seinem Blog über die Geschäftsentwicklung des einst von Gruner + Jahr übernommenen Wirtschaftsmagazins Impulse. Jetzt geht er erneut in die PR-Offensive. „Was sind wir Ihnen wert?“ fragt er auf zwei Doppelseiten in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift. Dort kündigt er an, den Copypreis deutlich zu erhöhen. Künftig soll das Heft, das zehnmal jährlich erscheint, im Einzelverkauf 15,90 Euro kosten – statt zuvor 12,80 Euro. Der Preis für das kombinierte Print- und E-Paper-Abonnement steigt von 128,80 Euro auf 159 Euro. Für das reine Print-Abonnement werden künftig 149 Euro fällig.

Zweimal hat der Firmeninhaber den Heftpreis bereits seit dem Management-Buy-Out Anfang 2013 angehoben. Zunächst im Sommer 2014 von 7,50 auf 9,90 Euro, dann Anfang vergangenen Jahres auf 12,80 Euro und jetzt erneut um 3,10 Euro. „Unsere Erfahrung ist, dass es bei unseren Kunden nicht so sehr um die Höhe des Preises geht, sondern um die Relevanz unserer Recherchen. Gemessen werden wir an dem konkreten Nutzen, den wir Unternehmern – über Ideen, Tipps und Kontakte –  stiften. Und dieser Nutzen ist um ein Vielfaches höher als eine Jahresmitgliedschaft in Höhe von 159 Euro“, rechtfertigt er gegenüber MEEDIA die Maßnahme.

Dabei profitiere er auch von der Debatte um Fake-News. Denn gerade in Zeiten perfide gestreuter Falschmedien sei Recherchequalität alles. „Da niemand die Zeit hat, sämtliche Informationen selbst auszuwählen, zu gewichten und zu bewerten, ergibt sich für seriöse Medien eine große Chance – und eine große Verantwortung. Dieser gerecht zu werden, ist angesichts knapper Budgets nicht immer einfach“, schreibt Förster in seinem jüngsten Editorial. Denn der Anzeigenmarkt stünde weiter unter Druck. Dadurch würde den Verlagen von Jahr zu Jahr eine wichtige Erlösquelle wegbrechen, heißt es.

Doch die Vertriebsmaßnahme ist riskant. Sie könnte dazu führen, dass die Auflage des Wirtschaftsmagazins weiter an Boden verliert. Seit dem Einstieg des ehemaligen FTD-Journalisten bei dem früheren G+J-Produkt sinkt die wichtige Abo-Auflage. Waren es im 2. Quartal 2013 noch 55112 Exemplare, sind es im vierten Quartal vergangenen Jahres nur noch 37925 Stück. Dabei fällt der Einzelverkauf am Kiosk mit 435 Heften quasi unter den Tisch. Förster bleibt jedoch zuversichtlich. Er befürchtet nicht, dass die erneute Preisanhebung die Auflage schmälert. Dennoch bleibt ihm wohl nichts anderes als solcher Optimismus übrig, wenn er seine Gesellschaft aus der Verlustzone steuern will.

Denn zwei Jahre in Folge – 2014 und 2015 – schreibt der Jungunternehmer bereits rote Zahlen. Föster: „Ob wir 2016 noch Verluste geschrieben haben, kann ich noch gar nicht sagen. Wir haben unser Ergebnis zuletzt Jahr für Jahr verbessert. Auch 2016 werden wir im Vergleich zum Vorjahr sicherlich deutlich besser abschneiden. Ob wir schon die Gewinnzone erreicht haben, wird aber erst der Jahresabschluss zeigen. Und der liegt wahrscheinlich erst im März vor.“ Um die Ertragslage weiter zu verbessern, hat er sich das Start-up mit 35 Festangestellten inzwischen breiter aufgestellt. Hinzugekommen sind Zusatzgeschäfte wie Seminare, Konferenzen und der jüngste Einstieg ins Buchgeschäft.

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