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Populärster deutscher Politiker auf Twitter: Martin Schulz, der Social-Media-Kanzlerkandidat

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Martin Schulz und seine Twitter- und Facebook-Accounts

Seit Dienstag steht fest, dass die SPD mit Martin Schulz in den Bundestagswahlkampf ziehen wird. In einen Wahlkampf, der so stark wie nie zuvor auch in den sozialen Netzwerken geführt werden wird. Da passt es perfekt ins Bild, dass Schulz erfolgreich auf Twitter und Facebook ist, mit über 300.000 Followern auf Twitter sogar so erfolgreich wie kein anderer deutscher Politiker.

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„Joined November 2008“ – Martin Schulz ist auf Twitter ein alter Hase, immerhin über 4.000 Tweets setzten er bzw. sein Team in diesen über acht Jahren ab. Ob Schulz auch selbst twittert, oder das komplett seinen Mitarbeitern überlässt, ist nicht überliefert. Doch das, was er in den sozialen Netzwerken von sich gibt, liest sich meist authentisch und nicht zu PR-ig. Genau das könnte ihm einen großen Vorteil im Social-Media-Wahlkampf liefern.

Dass für den Bundestagswahlkampf Twitter und Facebook so stark wie nie zuvor genutzt werden dürften, steht nicht erst seit den Erfolgen von Donald Trump in den USA fest. Auch die Populisten der AfD, recht erfolgreich in den sozialen Netzwerken, wird man nicht das Feld überlassen wollen. Schulz ist da wahrscheinlich der genau richtige Kandidat, gerade weil er schon so lang in den Netzwerken aktiv ist. Man erinnere sich an Peer Steinbrück: Für den wurde zum Wahlkampf vor vier Jahren ein Twitter-Account angelegt, auf dem dann ab und zu inhaltsleere Tweets veröffentlicht wurden – und das nach der verlorenen Wahl nie wieder genutzt wurde. Inzwischen sind die Tweets sogar gelöscht worden. Authentisch ist anders.

Schulz hingegen wirkt nicht nur in Interviews und bei Reden echt und ehrlich, sondern auch bei Twitter und Facebook – auch wenn es dann manchmal etwas ungelenk wirkt:

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Mit seinen über 300.000 Followern ist Schulz derzeit der populärste deutsche Politiker auf Twitter. Natürlich spielt dabei auch seine bisherige Rolle als Europa-Politiker eine Rolle, viele der Follower kommen aus dem Ausland. Und logischweise finden sich unter den 300.000 Followern auch eine Menge Karteileichen – Twitter sortiert die ja nicht aus. Dennoch: Sein Tweet zur Nominierung war mit rund 1.700 Likes der populärste Tweet aller deutscher Politiker in den jüngsten vier Wochen, so eine Auswertung von 10000 Flies. Seine Follower sind also auch sehr aktiv.

Zählt man die Facebook-Pagelikes und Twitter-Follower deutscher Politiker zusammen, so belegt Schulz mit mehr als 500.000 Nutzern immerhin Platz 3 hinter Angela Merkel und Gregor Gysi. Merkel liegt mit ihrer Facebook-Seite und 2,3 Mio. Likes zwar recht uneinholbar vorn, nutzt Twitter aber überhaupt nicht. Und ob die Kanzlerin die richtige ist, um einen spannenden Social-Media-Wahlkampf loszutreten, darf wohl bezweifelt werden. Schulz könnte das schon eher gelingen. Wenn er ein gutes Team um sich schart, das Facebook und Twitter begreift, die politischen Gegner auf den Plattformen stellt und entlarvt, dabei aber weiterhin echt bleibt und keine Luftblasen von sich gibt, könnten die sozialen Netzwerke ihm sehr im Wahlkampf helfen. In Sachen Social Media haben die politischen Gegner der SPD durch die Nominierung von Schulz nun auf jeden Fall ein paar größere Aufgaben vor sich, als sie es mit einem Kandidaten Sigmar Gabriel gehabt hätten.

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Alle Kommentare

  1. Likes kann man kaufen…

    Btw. Bisher war es immer so, das Politiker, die in Bonn/Berlin versagt hatten, oder irgendwelche Scheiße gebaut (Bonusmeilen), zum Dank nach Brüssel abgeschoben, weg gelobt wurden…

    M.Schulz geht den umgekehrten Weg…. darauf einen Doppelkorn!

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