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„Mein Haus, mein Auto, mein Pferdepfleger…“: Anja Reschkes süffisante Abrechnung mit dem Spiegel

„Wow, die kennen ja Leut“: Zapp-Moderatorin Anja Reschke lästert über die Spiegel-Party und den Besuch von Angela Merkel
"Wow, die kennen ja Leut": Zapp-Moderatorin Anja Reschke lästert über die Spiegel-Party und den Besuch von Angela Merkel

Wer den Scoop verpasst, braucht für den Spott nicht zu sorgen. So sehr die Medienszene dem stern für sein Gabriel-Interview Respekt zollt, so sehr wird der Spiegel aktuell gepiesackt, dass sein Hauptstadt-Büro von der News überrumpelt wurde. Zapp-Moderatorin Anja Reschke watscht die Kollegen und ihren inhaltlich in Sachen Gabriel fehlgeleiteten Morgen-Newsletter in einem ironischen TV-Ansager ab.

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Aber auch Ulrike Simon gönnt sich in ihrer RND-Medienkolumne einige Gehässigkeiten. So schreibt sie, dass die Chefs des Berliner-Büros (René Pfister und Michael Sauga sowie Vize Christiane Hoffmann) innerhalb der Hamburger-Stammredaktion den bösen Spitznamen die „drei Fragezeichen“ hätten. Allerdings weder, weil sie – anders als das aus dem Hörspiel bekannte Detektiv-Trio aus Rocky Beach – jeden Fall übernehmen und auch lösen könnten, sondern weil ihnen die direkten Drähte in die Politik fehlten. Zudem streute sie über den großen Medienverteiler, dass der tägliche Früh-Newsletter Morgenlage aus der Spiegel-Chefredaktion in Medienkreisen als „Morgenlatte“ verspottet werde.

Tatsächlich lud Dirk Kurbjuweit, immerhin stellvertretender Chefredakteur des Spiegels, auch gleich zweimal zu hämischen Kommentaren ein. Am Tag des stern-Scoops (Dienstag) feiert am Abend das Nachrichtenmagazin seinen 70. Geburtstag mit einer großen Housewarming-Party im gerade bezogenen Berliner Bürokomplex. Inklusive allerhand Polit-Prominenz. Am Morgen schrieb Kurbjuweit deshalb noch voller Selbstsicherheit, dass sich die SPD-Spitze um 17 Uhr treffen würde, „damit sie nicht ohne Kanzlerkandidaten zum Spiegel-Fest kommen müssen. Das beginnt um 18 Uhr.“ Weiter heißt es in der Früh-Mail: „Wir haben keine Erkenntnisse darüber, dass es einen Zusammenhang von Kandidatenkür und Spiegel-Fest gibt. Aber es gibt das Treffen und die kompetenten Spekulationen. Und es gibt das Fest. Wir würden uns freuen, einen Kanzlerkandidaten der SPD begrüßen zu können.“ Gemeint war der SPD-Parteichef Gabriel, auf den sich der Spiegel als Merkel-Herausforderer der Sozialdemokraten bereits festgelegt hatte.

Heute wissen wir: Das ging gehörig daneben. Merkel war da, Gabriel auch. Aber kein Martin Schulz.

Hinterzimmer-Party mit Roland Nelles (Ressortleiter Politik und Leiter des Berliner Büros) Chefredakteur Klaus Brinkbäumer, Angela Merkel, SpOn-Chefin Barbara Hans und René Pfister, Leiter Hauptstadtbüro. Foto: Stefanie Loos/DER SPIEGEL

Einen Tag später (Mittwoch) folgte die nächste Morgenlage, wieder vom stellvertretenden Chefredakteur und wieder formulierte er selbstbewusst und als ob in Sachen Gabriel beim Spiegel nichts verpasst worden wäre. Das war dann – zumindest für Anja Reschke – zu viel. In einem Zapp-Aufsager geht sie einmal die Kurbjuweit-Mail durch, inklusive gehässiger Anmerkungen.

 

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So schreibt er: „Gestern Abend, nach 21 Uhr, im Hauptstadtbüro des Spiegel. Wir haben dort unser 70-jähriges Jubiläum gefeiert, ein volles Haus, Kollegen, Minister, Bundestagsabgeordnete, Landespolitiker.“ Kommentar der NDR-Journalistin: „Wow, die kennen ja Leute“, die Kollegen „waren wohl mächtig stolz auf ihre Gästeliste“.

SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Redakteuren von Spiegel und Spiegel Online Foto: Hans-Christian Plambeck/DER SPIEGEL

Weiter liest Reschke aus der Mail vor: „Um halb neun kam Angela Merkel. Wir haben uns mit ihr in das Zimmer von Büroleiter Michael Sauga gesetzt, die Kanzlerin und ein paar Leute von Spiegel und Spiegel Online.“ Ihr Kommentar: „Ganz kleine Runde. Nur der Spiegel und die Kanzlerin. Der Spiegel ganz nah dran an den Mächtigen. So was kommt zur Zeit bei Teilen der Bevölkerung ja besonders gut an“. Noch süffisanter merkt sie an: „Leider hat man als Leser von der Nähe nichts.“ Denn Kurbjuweit schreibt auch: „Merkel redete noch eine Weile, leider kann ich hier nicht schreiben, was sie gesagt hat, weil für diesen Abend Vertraulichkeit vereinbart war. Da bitte ich um Verständnis.“

Entsprechende Reschke-Spitze: „Na klar, macht ihr mal ganz unter Euch“. Rhetorisch fragt die Zapp-Moderatorin am Schluss in Richtung Spiegel: „Nicht nur die Kanzlerin war da, auch der Vizekanzler? Mein Haus, mein Auto, mein Pferdepfleger oder was? Beeindruckend. Nur genutzt hat es irgendwie auch nichts. Denn dass Gabriel zurücktritt, hat nicht der Spiegel gehabt.“

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