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Erdogan-Kritiker Can Dündar im Bundesjustizministerium: Türkische Regierung spricht von „Provokation“

Can Dündar, Ex-Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, lebt in Deutschland im Exil
Can Dündar, Ex-Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, lebt in Deutschland im Exil

Das türkische Außenministerium hat eine Einladung des Erdogan-Kritikers Can Dündar durch das Bundesjustizministerium scharf kritisiert. Die Einladung des regierungskritischen türkischen Journalisten als Ehrengast und Redner bei dem Neujahrsempfang des Ministeriums müsse "als Provokation aufgefasst werden", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu einen Sprecher.

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Dündar hielt bei dem Neujahrsempfang am Mittwoch eine Rede. Seine Teilnahme Dündars sei zu Zeiten sich verbessender bilateraler Beziehungen und so kurz vor Bundeskanzlerin Angela Merkels Türkei-Besuch äußerst bedenklich. Das Außenministerium habe sich diesbezüglich „mit den deutschen Ämtern in Verbindung gesetzt“, so der Sprecher weiter. Merkel wird demnach am 2. Februar nach Ankara reisen.

Dündar, Ex-Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet, war im vergangenen Mai zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft wegen Geheimnisverrats verurteilt worden. Er legte Revision ein und lebt seit Monaten in Deutschland. Im September wurde außerdem ein Prozess wegen angeblicher Unterstützung einer terroristischen Organisation gegen ihn eröffnet. Ein Auftritt Dündars bei Bundespräsident Joachim Gauck im November hatte auch Proteste aus Ankara hervorgerufen.

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