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Die Panama Papers-Enthüller der SZ erklären den US-Medien, wie sie Trump knacken können

Frederik Obermaier und Bastian Obermayer haben Ratschläge an die US-Medien in Sachen Trump
Frederik Obermaier und Bastian Obermayer haben Ratschläge an die US-Medien in Sachen Trump

Frederik Obermaier und Bastian Obermayer, die beiden SZ-Journalisten, die maßgeblich die "Panama Papers" Enthüllungen rund um Briefkastenfirmen vorangetrieben haben, haben im Guardian dazu aufgerufen, dass US-Medien mehr zusammenarbeiten sollten, um über Donald Trump zu berichten. "Wir haben die Panama Papers Story aufgedeckt. Hier steht, wie man zu Donald Trump recherchieren sollte", ist das Stück überschrieben.

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Frederik Obermaier und Bastian Obermayer rufen im Guardian zunächst die chaotische Pressekonferenz in Erinnerung, bei der Donald Trump die Frage eines CNN-Reporters nicht zuließ und den Nachrichtensender als „furchtbare Firma“ und „Fake News“ beschimpfte. „Besorgniserregenderweise ist niemand der anwesenden Journalistenkollegen zu dieser Zeit für ihn aufgestanden.“ Die beiden SZ-Investigativjournalisten vermissen Solidarität innerhalb der Medien: „Das war nicht Trumps erster Angriff auf die Presse und wird sicher nicht sein letzter gewesen sein. Im ersten White House Briefing, das am Samstag stattfand, wurde schikaniert, gedroht und es wurden unbewiesene Behauptungen aufgestellt. Darum braucht es eine neue Stufe an Solidarität und Kooperation innerhalb der Vierten Gewalt“, so die SZ-Journalisten.

Amerikanische Journalisten sollten nicht zulassen, dass Trump sie gegeneinander ausspielt, egal wie hart der Wettbewerb untereinander auch sei. „Die Panama Papers haben gezeigt, dass ein bis dato undenkbares Gemeinschaftsprojekt funktionieren kann“, so Obermaier und Obermayer. Der Hauptgrund, warum die Süddeutsche Zeitung die Story mit anderen Medien geteilt hat sei gewesen, dass die Geschichte zu groß und wichtig gewesen sei, um sie alleine zu bewältigen. Dies sei auch bei Donald Trump der Fall.

So schlagen die SZ-Reporter vor, wenn Trump wieder einmal eine Frage nicht beantworten will, dass Kollegen die Frage aufgreifen und wieder und wieder stellen. Eine weitere Stufe der Zusammenarbeit wäre es, wenn Medien andere Medien um Hilfe bei der Recherche bitten, sogar wenn es sich um konkurrierende Unternehmen handelt.

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Die höchste Stufe der Zusammenarbeit sei erreicht wenn man gemeinsame Projekte angeht. Etwa die internationalen Geschäfts-Verbindungen von Trump oder seinem Kabinett aus Milliardären untersucht. Oder Trumps Verbindungen zu Russland. Möglich wären auch internationale Projekte. Journalisten aus dem Ausland könnte bessere Informationen über Trumps Geschäfte haben in diesen Ländern haben, als ihre Kollegen in den USA. „Diese Erfahrung machten wir wieder und wieder, als unser internationales Panama Papers Team an Stories über Island, Russland, Pakistan, Großbritannen oder Argentinien arbeitete.“

Die neue US-Regierung habe sich entschlossen, einen neuen und feindseligen Weg einzuschlagen. Obermaier und Obermayer: „Nun ist es an der Zeit, dass wir unseren Weg auch ändern. Das ist nicht nur fair  – es ist absolut notwendig.“

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Alle Kommentare

  1. Mal abgesehen davon, dass die Panama-Papers vielleicht kein so gutes Aushängeschild für Investigativ-Journalistmus sind – wer hat eigentlich außer den Beteiligten wirklich Kenntnis davon genommen und was ist draus geworden – wird mal wieder der Solidaritätsgedanke der Amis in Jobdingen vollkommen überschätzt – wie schon bei Obamacare. Zwei geschniegelte Reporter geben einer Presse Ratschläge, die im Gegensatz zur deutschen nicht gerade mit Samthandschuhen arbeitet. Witzig.

  2. Es sollte sich eigentlich herumgesprochen haben: Kooperation ist wirkungsvollste und die erfolgversprechendste Antwort auf alle Herausforderungen: Der Vorschlag von Frederik Obermaier und Bastian Obermayer kommt vielleicht gerade noch rechtzeitig – und die Beiden haben ja recht: Keine Regierung der Welt kann auf ohne Öffentlichkeit regieren und Twitter kann sie nicht ersetzen. erichten.

    Der Gedanke, gute Fragen werden bei Nichtzulassung/Nichtbeantwortung vom Kollegen aufgegriffen bis entweder die Konferenz abgebrochen wird oder auf die Frage eingegangen wird; das stelle ich mir großartig vor.

    Gemeinsam den Trumpkonzern zu analysieren mit den Kollegen in den jeweiligen Ländern, ist ein Konzept nach dem Shepard Fox Communications schon seit langem Pressearbeit macht.

    Zugegegen, der Titel „Wir haben die Panama Papers Story aufgedeckt. Hier steht, wie man zu Donald Trump recherchieren sollte“ kommt mir etwas arrogant daher – Motto: Wir sagen Euch einmal, wie wir das machen…“

    Aber die Ideen, großartig und garantiert erfolgreich.

    1. Ihr Kommentar ist so schlecht, ich weiß gar nicht, wo man da ansetzten sollte.

      Vielleicht so: Ändern Sie Ihren Namen in Obermeyer und arbeiten Sie mit den Flitzpiepen zusammen.

      Großartig und garantiert erfolgreich!

  3. Ein Aufruf für eine Presse aus einem Guß. Halt wie in Deutschland.

    Die interessiert inzwischen nicht einmal mehr, was sie da offenlegen.

    Unsere vierte Gewalt läßt die Hosen runter.

  4. Pöbel-Journalismus. Grandioser Plan. Da hilft auch nicht sich extra in Schale zu werfen, um sich den Anstrich nach seriösem Journalismus zu geben.
    Die Panama-Papers waren schon heiße Luft. Die intransparente Finanzierung des Recherchenetzwerks ist weitaus interessanter.

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